Gary Louris

Jump For Joy

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 02.06.2021
Jahr: 2021
Stil: Indie-Pop
Spiellänge: 39:55
Produzent: Gary Louris

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Plattenfirma: Thirty Tigers

Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Holger Müller


s. weitere Künstler zum Review:

The Jayhawks

The Beatles

Titel
01. Almost Home
02. Living In-Between
03. White Squirrel
04. New Normal
05. Mr. Updike
 
06. Follow
07. Too Late The Key
08. One-Way Conversation
09. Jump For Joy
10. Dead Man’s Burden
Musiker Instrument
Gary Louris Vocals, Guitars, Drums, Bass, Synthesizer, Keyboards

Das größte musikalische Erbe von Corona sind „home recordings“. Die technischen Möglichkeiten, ein ganzes Album im Alleingang zuhause zu produzieren, gab es natürlich schon vorher. Aber die Zwangsisolation erhöht die Versuchung für viele Künstler, sogar auf eine Zusammenarbeit per Datenaustausch zu verzichten und gleich alles selbst zu machen. Es gibt ja auch sonst kaum was zu tun…

Nun also Gary allein zuhause. Dass der Mastermind der JAYHAWKS sich viel zutraut, war auf allen Alben der Band ohnehin zu spüren. Songwriter, Gitarrist, Sänger, Arrangeur, das kann der inzwischen 66-jährige. Aber jetzt auch Bass, Drums, Keyboards und alles Mögliche dazwischen?

Um es vorweg zu nehmen: „Jump For Joy“ ist kein schlechtes Album, aber da wäre mehr drin gewesen. Louris bleibt sich insofern treu, als er noch immer wunderbare Songs schreibt, die versuchen zu klingen, als wären die BEATLES noch am Leben und spielten Americana-Folk. Für das amerikanische Heartland haben seine Lieder immer zu wenig „punch“ gehabt und sich zu sehr den schönen Melodien mit mehrstimmigem Gesang ergeben. Vielleicht hat er deshalb auch nie den großen Erfolg gefunden. Aber wie kleine, funkelnde Juwelen können Louris Songs die Tage wunderbar aufhellen – wenn das Drumherum stimmt.

Schade nur, dass man seinem zweiten Solo-Album über weite Strecken anhört, dass hier keine Band mitspielt und auch kein guter Produzent an den Reglern saß. Da klingen Synthesizer dünn und blechern, da langweilen die simplen Beats und zudem fehlt den Songs die Wärme und das raumgreifende Gefühl, für das es ganz offensichtlich die JAYHAWKS-Mitstreiter braucht. Almost Home ist noch der erwartete flotte Auftakt mit BYRDS-Reminiszenzen, aber dann wird es schnell psychedelisch-elektronisch (White Squirrel, New Normal), und das war noch nie Louris' Stärke. Auch sein Verlangen, seine Belesenheit immer wieder zur Schau zu stellen, macht die Sache nicht besser. Mr Updike will große Kunst sein, wie die Bücher des Autors – aber es klingt nicht so.

Erst in der zweiten Hälfte des Albums, wenn der Krauskopf auf vertrautes Terrain zurückkehrt, verströmt auch „Jump For Joy“ jenes Wohlgefühl, auf das man bei Gary Louris immer wartet. Follow könnte ein Klassiker aus der „Tomorrow the Green Grass“-Zeit sein, One Way Conversation schafft es endlich, auch eine flirrende Synthesizer-Melodie passend in die Dramatik des Songs einzubauen und der Titelsong schließlich ist ein Midtempo-Ohrwurm feinster Prägung.

Bliebe noch das Opus Magnum an Ende: Dead Man’s Burden, eine getragenen Schritts daherkommende Moralpredigt mit anschwellenden Chorstimmen über die dumme, sich dem Untergang nähernde Menschheit. Acht Minuten hätte es dafür nicht gebraucht, dafür vielleicht ein spannenderes Gitarrensolo. Aber so ist er halt, der Zeitgeist. 

 

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