George Harrison

Living In The Material World

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 17.10.2014
Jahr: 2014
Stil: Folk, Blues

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


George Harrison
Living In The Material World, Universal Music, 2014 (1973)
George HarrisonVocals, Guitar, Sitar
Klaus VoormannBass
Gary Wright, Nicky HopkinsKeyboards
Jim Keltner, Ringo Starr, Jim GordonDrums
Jim HornSax & Flutes
Zakir HusseinTabla
John BarhamStrings
Produziert von: George Harrison Länge: 53 Min 55 Sek Medium: CD
01. Give Me Love (Give Me Peace On Earth)09. Try Some Buy Some
02. Sue Me, Sue You Blues10. The Day The World Gets 'Round
03. The Light That Has Lighted The World11. That Is All
04. Don't Let Me Wait Too LongBonus Tracks:
05. Who Can See It12. Deep Blue
06. Living In The Material World13. Miss O'Dell
07. The Lord Love The One (That Loves The Lord)14. Bangla Desh
08. Be Here Now

Bei “Material World” denkt heutzutage wohl mancher eher an Madonna und deren Material Girl aber Gedanken, vor allem kritische, über “Living In The Material World“ hat man sich schon viel früher gemacht und wiewohl damals oft mit einem Lächeln, wenn nicht Grinsen, im Gesicht zu sehen, hat sich George Harrison bereits in seinen frühen Zwanzigern ernsthafte Gedanken um sich und die Welt gemacht.
Nach dem Ende der BEATLES konnte er sich mit seinen Soloalben dazu musikalisch auch üppiger äußern, als unter der Knute von John Lennon und Paul McCartney. Um es mal etwas überspitzt zu formulieren.
Immerhin sah er sich als erster Pilzkopf genötigt, bereits 1968 ein Soloalbum zu veröffentlichen. Diese Phase, bis Mitte der 70er Jahre, wird nun mit der schönen Box “The Apple Years 1968-75“ gebührend gewürdigt. Gleich sieben CDs und eine DVD enthält die Kiste, wobei die Alben auch einzeln erhältlich sind.

Da wollen wir doch zumindest zwei davon mal kurz vorstellen. Nachdem bereits mit der verwegenen Dreifach-LP “All Things Must Pass“ und der Hit-Single My Sweet Lord sowie der ebenfalls als Dreifach-LP erschienen Box ”The Concert For Bangladesh ein ebenso nahtloser wie erfolgreicher Übergang von den Fab Four ins Sologeschäft geschafft war, folgte 1973 das Album “Living In The Material World“. Wie bereits angedeutet, war Harrison schon in den 1960er Jahren und durch sein Interesse für die indische Kultur und Religion auf einem besonderen “Trip“. „Wir brauchen keine materiellen, sondern spirituelle Güter. Wir brauchen eine andere Form des Friedens und des Glücks.“, diese Sätze stammen aus dem Mund eines 24jährigen, getätigt 1967 und hier im Booklet wieder zu finden.
Weder von seiner Einstellung noch musikalisch hat sich in diesen Jahren wenig bei George geändert. Durchaus erfreulich, denn mit Give Me Love (Give Me Peace On Earth) liefert er gleich zu Beginn den Nachfolgehit zu My Sweet Lord. Spätestens damit ein Held der Friedensbewegung.
Dass ihm erneut solche hochkarätigen Musiker wie Nicky Hopkins und Jim Horn zur Seite standen, davon profitiert natürlich das Album.
Bei Harrisons wird’s selten härter, aber Sue Me, Sue You Blues ist durchaus ein feiner Blues, mit schöner Slide-Gitarre und tollem, spannungsgeladenem Piano-Spiel.
Auch The Light That Has Lighted The World birgt natürlich jede Menge “Spiritualität” in sich, aber das Pianospiel könnte durchaus auch einen frühen Billy Joel inspiriert haben.

Ja, George mochte es da eher sanfter, schließlich gab es auch damals genug Mist in der Welt. Entsprechend finden sich ein paar Balladen und meist sanfte Nummern auf dem Album. Musikalisch auch und gern von Bob Dylan beeinflusst und die Gitarristen wird es vielleicht interessieren, dass Harrison hier viel mit offenen Stimmungen gearbeitet hat.
So auch bei der Ballade Who Can See It, bei dem George an Roy Orbison dachte, wie er später offenbarte. Kann man sich in der Tat gut vorstellen.
Flotter und kerniger geht’s beim Titelsong zu, welcher mit einem funky Groove kommt und auch, vor allem durch die Saxofon-Sprenkel, ein paar jazzige Elemente hat.
Bei The Lord Loves The One (That Loves The Lord) denken BEATLES-Kenner natürlich schnell an Old Brown Shoe. Wird nicht ganz so ausufernd, aber trotzdem ein feiner Boogie-Blues mit erneut feiner Slide-Guitar.
Dass der Sänger Be Here Now leicht schläfrig und quasi auf dem Weg zu Bett geschrieben hat, kann man sich bei dem “gemächlichen“ Song gut vorstellen. Taugt manchem Hörer sicher auch als Schlaflied.
Try Some Buy Some ist nicht nur deswegen bemerkenswert, weil der gleiche Backing-Track verwendet wurde, wie für die Version, die Ronnie Spector 1971 aufnahm, sondern auch, weil - angeblich – John Lennon durch die Melodie zu seinem Song #9 Dream inspiriert worden sein soll.
Dem eigentlichen Album wurden drei Bonus-Tracks spendiert. Die B-Seiten Deep Blue, ein jazziger Blues in bestem Harrison-Stil und Miss O’Dell, ein Dylan-like Song, den George schrieb, als er auf seinen Freund Chris O’Dell in Los Angeles wartete. Muss sehr viel Spaß bei dieser Aufnahme gehabt haben.
Und abschließend dass auch heute noch anrührende und melancholisch-bedrückende Bangla Desh, in der Single-Version
Wahrscheinlich und als Ergänzung zu der 2004 erschienen “The Dark Horse Years 1976-92“ Box, bietet sich die komplette Variante an, aber mit Living In The Material World“ macht auch der weniger materiell orientierte Folk- und Fab Four-Freund nichts verkehrt.

Epi Schmidt, 14.10.2014

 

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