Ghost Riders

Five

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 10.05.2013
Jahr: 2013
Stil: Southern Rock

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Ghost Riders Homepage



Redakteur(e):

Christian Gerecht


Ghost Riders
Five, Phoenix Records, 2013
Steve GrishamVocals, Guitars
Barry RappVocals, Keyboards
Jimmy SextonGuitars, Vocals
Phill StokesBass, Vocals
Pug BakerDrums
With:
Justin McDugleDrums on "Money Magnet"
Mark LockheartBass on "Money Magnet"
Charles HarrisonBass on "Gone With The Wind"
Dave ChallengerDrums on "Gettin My Love" & "Long Live Southern Rock"
Dave MuseSax & Flute on "Gone With The Wind" & "My Sweet Papa"
Bret WadamsDrums on "Won't Let You Down" & "Gone With The Wind"
Produziert von: Steve Grisham & Ghost Riders Länge: 58 Min 55 Sek Medium: CD
01. Pray For Me08. Money Magnet
02. Gettin' My Love09. Fried Chicken Baby
03. Cajun Jesus10. My Sweet Papa
04. Gone With The Wind11. Won't Let You Down
05. Own This Town12. I Pity The Fool
06. Long Live Southern Rock13. An Act Of Murder
07. Mr. Manager14. You're Here

"Five" heißt das neue Album der GHOST RIDERS. Schlicht, einfach, jeder weiß was gemeint ist. Fünf Scheiben lang unterhalten uns die Jungens um Ex-Outlaw Steve Grisham also nun schon. Eine ganze Kiste voller Songs haben sie geschaffen. Nummern, mal herrlich fliegend wie ein Adler, mal übermütig galoppierend wie ein junger Mustang, manchmal auch scharf durchgeladen wie ein 44er. Aber es waren auch immer wieder mal Songs dabei, die eines Ex-Outlaw nicht würdig und besser in der Schublade geblieben wären.
Exakt wie eben noch beschrieben präsentiert sich der fünf Mann starke Trupp (inklusive einer ebenso starken Hilfsmannschaft) auch auf seinem neuen Album. Die in Eigenregie geschaffene "Five" ist mit vierzehn Songs proppenvoll und mit einer Artwork versehen, die einer Fold Out LP würdig wäre. Eine CD, die für viele dem Southern Rock zugeneigte Hörer einige Überraschungsmomente und Déjà-Vu's bereit hält, aber auch ein paar Luschen im Gepäck hat. Dennoch darf sich die Südstaaten-Gemeinde schon mal den Geldbeutel zurecht legen, denn "Five", dass sei vorweg gesagt, ist es wert!

Der Einstieg mit Pray For Me (G. McCorkle, S. Miller, S. Grisham) ist vom Feinsten. Riffs, Double Twins, Hook, Refrain, Soli: Da gibt es schlicht nichts zu verbessern! Ein mitten ins Herz treffendes, erstes Déjà-Vu an den großen, 2007 verstorbenen George McCorkle, ein großartiger Songschreiber und Gründungsmitglied der legendären MARSHALL TUCKER Band. Noch während die Nummer läuft, kramt man fast schon automatisch "Searchin For A Rainbow" aus dem Plattenschrank - der Faden muss ja nach den GHOST RIDERS weiter gestrickt werden...
Riff betont (Gettin' My Love) und drückend (Cajun Jesus - tolles Piano übrigens), geht es erst mal weiter, ehe uns Gone With The Wind völlig erstaunt: a) aufhorchen und b) dann vollständig relaxen lässt. Ein total entspannter Song mit herrlichen Saxophon- und Flöten-Passagen. Hier sind wir der MARSHALL TUCKER BAND noch viel, viel näher als bei Prayer For Me. Diese Nummer (von Keyboarder Barry Rapp geschrieben) würde auch bestens ins Cover Song Beuteschema von GOV'T MULE passen. Für mich der heimliche Star unter den vierzehn Songs von "Five"!
Ebenfalls eine feste Bank: Own This Town". Die Nummer ist überaus eingängig und zeigt Barry Rapp von einer ganz anderen Seite. Einen solchen Song adeln andere ("Bon Würg" zum Bleistift) zu einem Stadion-Hit! Abseits ihrer absoluten Radiotauglichkeit verfügt die Nummer über eine sehr einprägsame Hook und erstklassige Gitarren.

Absatz! Long Live Southern Rock bricht durch die Boxen. Der Titel ist zwar ziemlich platt, der Song jedoch packt jeden Southern Rocker vom ersten Tune weg an den Eiern. Die Southern Rock Historie in 3:20 Minuten zu packen (und das relativ vollständig) ist, plus-minus einer Minute, nichts Neues, aber doch immer von liebenswertem Charakter. Beginnend mit den ALLMAN BROTHERS, über die MARSHALL TUCKER BAND, LYN SKYN und 'Whiskey Rock-a-Roller' Ronnie Van Zant, bis hin zu ZZ Top haben die GHOST RIDERS vielen alten Heroen ein Plätzchen zugewiesen.
Déjà-Vu! Mr. Manager! Erinnert (mich) sofort an eines der ersten LYNYRD SKYNYRD Outtakes: Mr. Banker (zu hören im großartigen LYN SKYN Box-Set). Entgegen der LYN SKYN Nummer haben die GHOST RIDERS ihren Song bis ins Detail gefeilt. Den Hörer erwartet also ein Kamellchen, dass nicht nur ein, sondern gleich mehrere Erinnerungen an die gute alte Southern Rock Ära weckt. Aber hört unbedingt selber!
Leider beginnt "Five" nach dem 'Manager' ein wenig zu schwächeln: Money Magnet ist bei aller Subjektivität ein viel zu simpel gestricktes Nümmerchen und Fried Chicken Baby ein einfältiger Rock 'n' Roller (immerhin mit einem mehr als versöhnend gehämmerten Piano). Sweet Papa ist mir definitiv zu gefühlsduselig und Won't Let You Down geht nur als Wiegenlied durch. Eine leichte Besserung verspricht das funkige I Pity The Fool, ehe Grisham und Parker mit An Act Of Murder dann endlich nochmal eine Sau durchs Dorf treiben. Ein Song, der nur wenige (doch hörbare) Southern Rock Ansätze in sich birgt, jedoch in seinem teils schleppenden, teils aggressiven Sound die Spannung von der ersten bis zur letzten Sekunde aufrecht erhält. Die kurze Durststrecke vor An Act Of Murder, sie ist ganz schnell vergessen!
Bleibt zuletzt und mit You're Here eine kleiner, ruhiger Songtupfer mit nicht all zu großem Tiefgang, aber spürbarer Sensibilität, Wehmut und Liebe. Ein so viel Warmherzigkeit ausstrahlender Song kann nur am Ende aller Nummern stehen; Schlusslicht und Abschied aus einer zuletzt doch gelungenen Scheibe.

Zusammenfassend liefern die GHOST RIDERS ein wirklich gutes Album ab. Neun klasse Songs lassen allerdings über die, meiner Meinung nach, drei/vier weniger prickelnden bzw. zu braven Nummern hinweg sehen. Wertet man Fried Chicken... als Spaß-Nummer und I Pity The Fool als Spannungsbogen vor dem 'Murder-Song', dann haben wir mit "Five" sogar ein richtiges Pfund im Player - nebst herrlichen Gitarrenduellen, endgeilem Piano, packend gesetztem Gebläse und knorrigem Groove. Macht mächtig viel Spaß, diesen Silberling Stück für Stück durchzugehen, zu erkunden und am Ende lieben zu lernen!

Christian "Grisu" Gerecht, 08.05.2013

 

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