Gillan

Live Edinburgh 1980

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 05.03.2006
Jahr: 2006

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Gillan
Live Edinburgh 1980, Angel Air Records, 2006
Ian Gillan Vocals
Bernie Tormè Guitars, Vocals
John McCoy Bass
Collin Towns Keyboards, Flute
Mick Underwood Keyboards
Länge: ca. 120 Min Medium: DVD
Concert Footage Recorded for STV 1980:
1. Unchain Your Brain4. Mutually Assured Destruction
2. Trouble5. No Easy Way
3. If You Believe Me
Bonus Gillan Archive Footage:
1. Vengeance3. Sleeping On The Job
2. Smoke On The Water
Bonus Features:
1. Cannonball - GMT3. History Of GILLAN
2. Interviews with John McCoy, Bernie Torme, Colin Towns & Mick Underwood

'Glory Days' waren das damals, 1980. Mensch, was kamen da nicht alles für Scheiben raus: JUDAS PRIEST, SAXON, IRON MAIDEN, RAINBOW usw.
Die Zeiten für Hard & Heavy waren auf einem absoluten Höhepunkt, gerade für Bands von der britischen Insel. Und da gehörte damals, was heute gern vergessen wird, auch GILLAN mit in die vorderste Reihe.
Heute interessiert das kaum noch, da man Ian Gillan gemeinhin nur als Sänger von DEEP PURPLE für voll nimmt (und das nicht immer...), aber damals war eine Reunion von PURPLE nicht in Sicht und Ian trimmte seine Band, nach einem kleinen Jazz Rock Ausflug, auf die harte Schiene. Mit den Gillan-typischen Zitaten aus der Jungfernzeit des Rock'n'Roll natürlich.

Das britische Label ANGEL AIR hat ja schon so manchen Schatz aus der Geschichte der Band gehoben, aber mit dieser DVD haben sie wirklich einen besonderen Leckerbissen fabriziert.
Fünf Songs aus einer Aufzeichnung des schottischen Fernsehens (STV) gibt's und das in hervorragender Qualität. Das ist quasi so eine Live-im-Studio Geschichte, so wie man die frühen WDR-Mitschnitte von Rory Gallagher etc. kennt. Und da eben vom Fernsehen aufgenommen, stimmt die Qualität der Bilder absolut. Und auch vom Sound bin ich positiv überrascht.
So gute Filmaufnahmen habe ich, denke ich, von Ian noch gar nicht gesehen, entsprechend beeindruckt sein fast jugendliches Aussehen. Gewandet ist er natürlich mit T-Shirt und seiner damals typischen Jeansweste. Ihm zur Seite stehen Gitarrist Bernie Tormè, dessen Spiel mir sehr gut gefällt. Relativ wenig Verzerrung und auch mit den gespielten Tönen weit sparsamer und somit effektiver als es später Jannick Gers in dieser Band tun sollte. Hier und da setzt er, damals nicht so oft benutzt, auch ein Bottleneck ein.
So kommt der alte Elvis-Klassiker Trouble richtig kräftig mit viel Boogie-Schwung. Da hat sich Gary Moore für Walking By Myself wohl einiges abgeschaut, aber er kommt an diese Power längst nicht ran.

Ja, der Ian war damals noch richtig gut bei Stimme und seine Schreie klingen wie zu besten Mitsiebziger PURPLE Zeiten.
If You Believe (vom damals aktuellen Album "Glory Road") hat hier äußerst starke Blueswurzeln und erinnert stellenweise eher an Blueser wie Stevie Ray Vaughan denn an Heavy Rocker. Mit Ausnahme von Ians ausdruckstarkem Organ natürlich. Mir gefällt's jedenfalls richtig gut.
Für den erdigen - und richtig schwer-groovigen - Rhythmus ist natürlich der "larger-than-life"-Bassist John McCoy und Mick Underwood, der mit Ian Gillan ja schon bei EPISODE SIX zusammen spielte, an den Drums zuständig.
Keyboarder Collin Towns bekommt Gelegenheiten für einige Soli, bei denen er sowohl leidenschaftlich auf dem Piano hämmert als auch gern mal zu den damals üblichen Keyboard-Attacken inkl. Tonhöhenregler-Orgien übergeht. Da ist dann auch Zeit, sich mit Bernie Torme kleine Duelle zu liefern, die der auch gerne annimmt.
Glorreichen Abschluss findet die Aufzeichnung mit dem heftigen Stampfer No Easy Way. Dynamisch, rockend, flüsternd, sich steigernd und einfach ein richtig geiler Rocksong.

Mit Vengeance folgt Bonusmaterial unbekannter Herkunft und das sieht und klingt dann auch eher wie man das von alten Aufnahmen, sagen wir Beat Club u.ä., gewohnt ist. Anscheinend bei irgendwelchen Konzerten aufgenommen, allerdings noch einigermaßen erträglich und natürlich von hohem historischen Wert.
Da kann man Ian noch Mundharmonika, mit der Gitarre um die Wette, spielen hören und wo andere Sänger sich bei den langen Instrumentalsoli ihrer Kollegen wahlweise zum Rauchen (David Coverdale) oder zum Haare föhnen (Joe Lynn Turner) an die Seite der Bühne oder dahinter verzogen, bearbeitete Ian Gillan wie ein Besessener ein paar Bongos.
Die wilde Version von Smoke On The Water - kann nur eine Zugabe gewesen sein - präsentiert die erste, quasi MK1-Besetzung der Band, noch mit Steve Byrd an der Gitarre und Pete Barnacle am Schlagzeug.

Unter einer ganzen Reihe von Bonus Features findet sich u.a. auch ein Video von GMT, der Band von Robin Guy, John McCoy und dem späteren Ozzy-Gitarristen Bernie Tormè. Gar nicht übel, was dieses Power-Trio da bei Cannonbal vom Stapel lässt. Wenn da Lemmys Stimme erschallen würde, klänge das stark nach frühen MOTÖRHEAD.
Mit diversen Galerien, Disko- und Biografien sowie interessanten Interviews (wo man z.B. erfährt, wie John McCoy es schaffte Bernie Tormè in die Band zu bringen) ist diese DVD gut angefüllt und liefert einen guten Eindruck davon, welchen Status GILLAN damals hatte.

Ländercode: 0
Ton: Dolby Digital Stereo
Bild: 4:3

Epi Schmidt, 05.03.2006

 

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