Gina Villalobos

Rock'n'Roll Pony

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 19.02.2005
Jahr: 2005

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Gina Villalobos Homepage



Redakteur(e):

Frank Ipach


Gina Villalobos
Rock 'N' Roll Pony, Laughing Outlaw Records, 2005
Gina Villalobos Vocals, Electric & Acoustic Guitars
Kevin Haaland Lead Guitars
Sean Caffey Pedal Steel Guitar
Spencer Wright Bass
JT Drums
Carl Byron Accordeon
Anne McCue Banjo
Ben Pringle Wurlitzer, Bass
Angie Heaton Backing Vocals
Produziert von: Gina Villalobos Länge: 45 Min 26 Sek Medium: CD
1. California7. Put The Message In The Box
2. Not Enough8. I'm Alright
3. Whyd9. So Much For Dying
4. What I'd Give10. Faded
5. We Got It Slow11. Trying To Find You
6. Fooling Around12. Can't Come Down

Das könnte die Konsensplatte des laufenden Jahres werden. Alle die, die ein offenes Ohr für Roots-Rock, Roots-Pop, Americana und die diversen Stilkapriolen dieser vollgepropften Sound-Schublade besitzen, sollten jetzt ihre Lauscher spitzen für eine junge Frau, die es versteht gute Songs zu schreiben.
Gute Songs, die mit Melodien aufwarten, die einem nicht so schnell aus dem Kopf gehen. Die aber auch genügend Tiefgang besitzen, um nicht als zitterndes Leuchtfeuer am Abendhimmel zu verglühen. Gesungen mit einer kräftigen, ausdrucksstarken, wandlungsfähigen Stimme, die einen 45 Minuten zu fesseln versteht.
Diese Stimme gehört einer jungen blonden Lady namens Gina Villalobos aus Los Angeles und ihr Album "Rock 'N' Roll Pony" ist die reinste Freude. Natürlich wird in unserem Lande nur einer erlesenen Schar von Hörern bekannt sein, dass "Pony" bereits ihr zweites Album in einer schon seit Jahren andauernden Musikerlaufbahn darstellt.

Angefangen hat Gina als College-Schülerin mit lokal bekannten Bands wie LIQUID SUNSHINE und THE MADES, die es Ende der Neunziger immerhin zu einigen 'Supports' für nicht gerade unbekannte Künstler wie COUNTING CROWS, WEEZER, THE BREEDERS, Ben Harper, Chris Stills, Frank Black und Mary Lou Lord brachten.
Jäh unterbrochen wurde die aufbegehrende Karriere der jungen Blondine, als sie im Herbst 2003 durch einen Unfall ihr rechtes Augenlicht verlor. Ein Glück, dass sie sich dennoch nicht entmutigen liess, die Arbeiten an ihrem "Rock 'N' Roll Pony" mit frischem Elan zu vervollständigen. Musikerin bleibt eben Musikerin.

Neben aller Country-Gefühligkeit, die sie mit dem etwas irreführenden Opener California beweist und durch weiträumige Pedal Steel-Fahrten unterstreicht, lässt sie es in der Folgezeit mehr als einmal so richtig krachen. Schöne, scharfe, angezerrte E-Gitarren pflastern den Weg in Richtung Rock im Geiste der 70's. Da standen natürlich die guten alten STONES aus ihrer kreativen "Exile"-Hochphase Pate. Der rockige Einsatz der Gitarren entwickelt dann bisweilen eine Aura wie bei der letzten Allison Moorer-Scheibe. Die ruhigeren, countryfizierten Songs beschwören eine Vision, die dem weiblichen Ebenbild von Neal Casal gleichkommt.
Und immer wieder erinnert Gina mit ihrer Stimme und mit ihren unwiderstehlichen Ohrwürmern an die besten Momente einer Sheryl Crow.
Nur klingt es bei der Villalobos etwas kantiger, etwas rauer. Echter eben. Da fehlt der Grossbudget-Gleichmacher-Sound. Titel wie wie Fooling around und I'm alright könnte Frau Crow jedenfalls problemlos auf eines ihrer kommenden Alben unterbringen.
Einer der Höhepunkte, What I'd give, kommt mit einer derart unverschämten Leichtigkeit daher, dass andere Songwriter-Ladies wohl vor Neid erblassen werden. Das Banjo, gepaart mit den feisten E-Gitarren wird wohl in den nächsten Monaten unschlagbar bleiben. Gary Louris von den JAYHAWKS würde ich so einen Killer-Song auch noch zutrauen.
Die beste Hit-Ausgrabung der letzten Jahre dürfte Gina Villalobos mit Put the message in the box auch auf ihr Konto verbuchen. Wie superb sie diesen wundervollen Titel aus den beginnenden neunziger Jahren revitalisiert, veranlasste sogar den Komponisten Karl Wallinger (WORLD PARTY) zu einem sehr wohlwollenden Statement auf Ginas Website. Da haben die Radios endlich mal wieder ein gehaltvoll gecovertes Kleinod. Aber ob man's hier in Deutschland hören wird?

Jedenfals sollten sich alle Freaks, die eine Platte suchen, die sämtliche Vorzüge eines Klasse-Roots-Albums auf sich vereint "Rock 'N' Roll Pony" auf gar keinen Fall verpassen. Meine Platte des Monats. Sehr empfehlenswert. Bitte reinhören bei Turbo-Music oder Miles of Music.

Frank Ipach, 19.02.2005

 

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