Girlschool

Demolition/Hit And Run


CD-Review

Reviewdatum: 24.11.2004
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Girlschool
Demolition, Castle Music/Sanctuary Records, 2004 (1980)
Kelly JohnsonLead Guitar, Vocals
Enid WilliamsBass, Vocals
Kim McAuliffeRhythm Guitar, Vocals
Denise DufortDrums
Produziert von: Vic Maile (#16-# 19: Tony Wilson) Länge: 65 Min 27 Sek Medium: CD
1. Demolition boys11. Take it all away (Single version)
2. Not for sale12. It could be better (Single version)
3. Race with the devil13. Nothing to lose (Demo)
4. Take it all away14. Not for sale (Demo)
5. Nothing to lose15. Furniture fire (B-Side)
6. Breakdown16. Take it all away
7. Midnight ride17. Breakdown
8. Emergency18. Demolition boys
9. Baby doll19. Nothing to lose
10. Deadline(#16 - #19: BBC Friday Rock Show, 1.8.1980)
Hit And Run, Castle Music/Sanctuary Records, 2004 (1981)
Kelly JohnsonLead Guitar, Vocals
Enid WilliamsBass, Vocals
Kim McAuliffeRhythm Guitar, Vocals
Denise DufortDrums
Produziert von: Vic Maile (#17-# 20: Dale Griffin) Länge: 62 Min 27 Sek Medium: CD
1. C'mon let's go12. Please don't touch
2. The hunter13. Bomber
3. (I'm your) victim14. Tonight
4. Kick it down15. Demolition boys (live)
5. Following the crowd16. Tonight (live)
6. Tush17. Yeah right
7. Hit and run18. The hunter
8. Watch your step19. Kick it down
9. Back to start20. Watch your step
10. Yeah right(#12 with MOTÖRHEAD)
11. Future flash(#17 - #20: BBC Radio 1 Richard Skinner Show, 26.1.1981)

Als GIRLSCHOOL Anfang der Achtziger im Sog der New Wave Of British Heavy Metal aus dem musikalischen Untergrund mitten in das Zentrum des musikalischen Interesses gespült wurden, konnten die vier Girls aus London den Hormonhaushalt eines damals Sechzehnjährigen ganz schön durcheinander wirbeln.
Klar, es gab noch die RUNAWAYS aus USA, aber das waren durchgestylte Glampüppchen. Natürlich bescherte einem eine Lita Ford oder Cherie Currie genauso schlaflose Nächte, aber sie waren doch wie aus einem anderen Universum. Kim, Kelly, Enid und Denise waren dagegen schon bodenständiger und so wünschte man sich seine Freundin, einfach ein Kumpeltyp zum um die Häuser ziehen, Heavy Metal zu hören und Spaß zu haben.

Dazu machten GIRLSCHOOL auch noch geile Musik. Ihre ersten drei Alben "Demolition", "Hit and run" und "Screaming blue murder" erlangten in den frühen Achtzigern Kultstatus und Chartnotierungen und sollten sich auch heute in jeder halbwegs mit historischem Bewusstsein ausgestatten Heavy Metal-Sammlung wiederfinden.
Aus dem Hause Sanctuary gibt es nun wieder eine CD-Neuauflage der frühen und wirklich wichtigen GIRLSCHOOL-Alben, ausgestattet mit einer ganzen Menge Bonus-Tracks.

Das Debüt "Demolition" verknüpfte einfachen Rock'n'Roll und Songstrukturen, wie wir sie aus dem Glam-Rock kennen, mit der ruppigen, ungezügelten Energie des Punk, allerdings auf einem spieltechnisch etwas höheren Niveau. Neben den beiden Eigenkompositionen Emergency und Demolition boys, ist es bis heute vor allem ein Remake des GUN-Klassikers Race with the devil mit dem GIRLSCHOOL Akzente setzen konnten.

Als Bonus enthält "Demolition" vier 'Live im Studio'-Aufnahmen aus der legendären BBC Friday Rock Show, die maßgeblich zum Siegeszug der New Wave of British Heavy Metal beitrug. Außerdem gibt es mit der kompletten ersten GIRLSCHOOL-Single Take it all away/It could be better die erste offizielle Veröffentlichung der Band. Die Emergency-B-Seite Furniture fire und Demo-Versionen von Nothing to lose und Not for sale vervollständigen die Neuauflage der CD und machen sie für Fans und Sammler zu einer lohnenden Anschaffung.

"Hit and run" erschien ein Jahr später und bot stilistisch alt bewährtes, allerdings zeigte sich die Band in Punkto Songwiriting gereift. Höhepunkte sind eindeutig die Songs, die damals auch zu Single-Ehren kamen. Das schnelle, treibende C'mon let's go und vor allem Yeah right! mit seinem originellen Mittelpart (Zwiegespräch zwischen keifender Mutter und genervter Tochter) genießen auch heute noch Klassikerstatus.

Wie schon "Demolition" wurde auch "Hit and run" mit einer Unmenge Bonus-Tracks veredelt, die das Jäger- und Sammlerherz einerseits höher schlagen lassen, andererseits einige Raritäten der eigenen Sammlung doch gehörig abwerten. Es ist irgendwo schon ärgerlich, wenn man bedenkt, welchen Aufwand man damals betrieben hat um die Originalsingles zu ergattern und nun werden die Perlen an Hinz und Kunz einfach verramscht.
Zum Beispiel Please don't touch, die Kooperation mit MOTÖRHEAD und GIRLSCHOOLs Version von Bomber, beide von der raren "St. Valentine's day masacre"-EP. Oder Tonight, ein Non-Album-Track und nur als B-Seite der Hit and run-Single erhältlich war. Nicht zu vergessen, die Live-Versionen von Tonight und Demolition boys, die zusätzlich die C'mon let's go-Single schmückten.
Abgerundet wird die Sammlung durch vier 'Live im Studio'-Songs aus der BBC-Show von Richard Skinner.

Anno 2004 klingt vieles von dem was GIRLSCHOOL musikalisch der Nachwelt hinterlassen hat, antiquiert, schrecklich naiv und in seiner Form und Ausdrucksmöglichkeit stark limitiert. Charme haben die Songs aber immer noch. Wer die Alben also immer noch nicht hat: Zuschlagen!

Martin Schneider, 24.11.2004

 

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