Glen Campbell

Ghost On The Canvas

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 28.08.2011
Jahr: 2011
Stil: Pop, Country

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Glen Campbell
Ghost On The Canvas, Surfdog, 2011
Glen CampbellVocals, Guitars
Julian RaymondVocals
Brian Setzer, Rick Nielsen, Billy Corgan, Dick Dale, Wendy Melvoin, Tim PierceGuitars
Vinnie Colaiuta, Aaron Sterling, Josh FreeseDrums
Chris ChaneyBass
Marty RifkinDobro, Pedal Steel
Chris Isaak, Shannon Campbell, Erik Skodis, Eric DoverVocals
Roger Joseph Manning, Courtney TaylorKeyboards
Produziert von: Julian Raymond Länge: 42 Min 33 Sek Medium: CD
01. A Better Place09. Nothing But The Wholw Wide World
02. Ghost On The Canvas10. Wild And Waste
03. The Billstown Crossroads (Instr.)11. Hold On Hope
04. A Thousand Lifetimes12. Valley Of The Son (Instr.)
05. It's Your Amazing Grace13. Any Trouble
06. Second Street North (Instr.)14. Strong
07. In My Arms15. The rest Is Silence (Instr.)
08. May 21st, 196916. There's No Me... Without You

Bestandsaufnahme, Bewertung, Rückschau, Ausblick, all dies finden wir auf Glen Campbells (wahrscheinlich) letztem Studioalbum. Der inzwischen 75-jährige, ehemalige Country-Superstar, der in den Sechziger und Siebziger Jahren immense Erfolge einfuhr, hat sich unter dem Eindruck seiner ihm attestierten medizinischen Diagnose "beginnende Alzheimer-Krankheit" aufgemacht, ein finales musikalisches Statement abzugeben. Und "Ghost On The Canvas" ist wahrlich eines, das sich gewaschen hat. Ein Album, das dem Hörer eine Menge Aufmerksamkeit abfordert, aber bis zur letzten Note auch jede Menge Zufriedenheit beschert.

"I've tried and I have failed, Lord", singt Campbell im Opener A better place und bezieht sich auf seine verkorksten Jahre, als er in den Achtzigern, von Drogen- und Alkoholsucht zermürbt, die Scherben seiner Karriere betrauerte. Die Erfolge, die er einst als Mitglied der viel gebuchten Studiotruppe 'The Wrecking Crew' einheimste, als er Größen wie die Beach Boys ("Pet Sounds"), Elvis Presley, Nancy Sinatra, The Carpenters, The Mamas & The Papas, John Denver und Simon & Garfunkel im Plattenstudio begleitete und maßgeblich an Produzentenlegende Phil Spectors 'Wall of Sound' beteiligt war, verblassten zusehends. Campbells Karriere kam erst in den Neunziger Jahren wieder einigermaßen in Schwung.

Doch wer nun meint, dieser nette, ältere Herr ruhe sich auf seinen 45 Millionen verkauften Alben und diversen Grammy-Auszeichnungen aus, sieht sich getäuscht. Seit ein paar Jahren steht Campbell nun wieder voll im Saft, produzierte 2008 mit seinem aktuellen Produzenten Julian Raymond (Cheap Trick) sein quasi Comeback-Album "Meet Glen Campbell" und stürzt uns jetzt mit seinem Abschiedsalbum in ein Meer der Gefühle, in dem die Wellen aus Wehmut, Nostalgie, Romantik, Glück, Liebe und Freude übereinander klatschen.

Wenn viele Menschen Glen Campbell auch als Country-Sänger in Erinnerung haben, so bietet "Ghost On The Canvas" doch mehr Pop als alles andere. Natürlich nicht den gängigen und wenig gehaltvollen Radio-Schmus der Jetztzeit, sondern ausgefeilten, großkalibrigen Pop der Marke The Beach Boys meet The Beatles. Sophisticated Pop-Music samt Orchester und Streicher-Ensemble. Zwischendurch dann auch mal ein Country-Folk-Schmankerl wie das autobiografisch gefärbte Nothing but the whole wide world
Produzent Julian Raymond verfolgt mit seinem eigenem Wall of Sound aber glücklicherweise eine etwas andere Strategie als seinerzeit Phil Spector. So löst der junge Amerikaner die geballten Arrangements und aufgetürmten Klangschichten in einer wohltuende Transparenz auf und macht es dem Hörer leicht, sich in dieses Soundgespinst fallen zu lassen.
Zwar beginnt das Werk mit einem relativ entschlacktem Akustikgitarrensong (A better place), driftet dann aber unversehens in einen der frühen Höhepunkte des Albums, den von Paul Westerberg komponierten Titeltrack Ghost on the canvas. Ja, richtig, der Paul Westerberg von THE REPLACEMENTS.

Aber, das ist noch nicht alles: diese Abschiedsfeier wartet mit allerlei weiteren illustren Gästen auf. In der Komponisten- und Musiker-Lounge tummeln sich Herrschaften wie Jakob Dylan, Chris Isaak, Teddy Thompson, Dick Dale, Billy Corgan (Smashing Pumpkins), Brian Setzer, Cheap Trick's Rick Nielsen und die Jungs von den Dandy Warhols.
Mr. Glen Campbell, dem man mit immerhin 75 Lenzen schon ein paar Defizite beim Singen zugestehen würde, singt sich mit erstaunlicher Grandezza und Anmut durch dieses betörende Album. Die zwischenzeitlichen Instrumental-Interludes verknüpfen den kompletten Songreigen zu einem wunderbaren Großen und Ganzen. Wenn sich dann im finalen von John Lennon inspirierten There's no me... without you die drei Gitarristen Billy Corgan, Brian Setzer und Rick Nielsen zum eleganten Stelldichein verbrüdern, dürfte kein Auge trocken bleiben. Ein leuchtendes Abschiedsgeschenk, das man in Ehren halten sollte.
Take care, Glen. Hold on hope...

Frank Ipach, 27.08.2011

 

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