Golden Earring

Millbrook U.S.A.


CD-Review

Reviewdatum: 04.11.2003
Jahr: 2003

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


Golden Earring
Millbrook U.S.A., Universal Music, 2003
Barry Hay Vocals
George Kooymans Guitars, Background Vocals
Rinus Gerritsen Bass, Keyboards
Cesar Zuiderwijk Drums
Gast:
Frank Carillo u.a. Background Vocals
Produziert von: Golden Earring Länge: 53 Min 06 Sek Medium: CD
1. The Hammer Of Love8. Kingfisher
2. Albino Moon9. Coming In Going Out
3. Skyscraper Hell Of A Town10. The Thief
4. A Sound I Never Heard11. Beautiful Blue
5. Better Off Dead12. Love Is A Loser
6. Colourblind13. The Last Frontier Hotel
7. On A Night Like You

Irgendwie ist diese Veröffentlichung an mir vorbeigegangen. Beim Durchforsten des Backkataloges der Band fiel es mir dann wieder ein... ach ja, die "Güldenen Ohrringe" haben doch Anfang des Jahres auch ein neues Album herausgebracht. Wer in Grenznähe zu Prinz Pilsje wohnt und Radio Arrow hört, dem wird auch der Song Albino Moon nicht unbekannt sein. Der hat mächtig Countryschlagseite und macht auf mehr neugierig. Gedacht, gesagt, getan.

Was sofort auffällt, ist der angenehm trockene hardrockige Sound. Melodien gab es bei GOLDEN EARRING stets satt, aber diese waren und sind erneut wieder in einen rockigen Klangteppich eingewebt. Auch nach vier Dekaden haben die Niederländer immer noch Überraschungen parat, u.a. ist ein gewisser Steve Harris ein riesengroßer Fan der Männer aus dem Land von Ajax, PSV und Feyenoord. Klar ist nicht jeder Song ein Volltreffer, aber mal ehrlich, auf welchem Album der Konkurrenz ist das denn (heute noch) der Fall? Dafür kann man getrost behaupten, dass nicht ein Song wie der andere klingt und es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Die Herren mögen älter und grauer geworden sein, aber die Ideen scheinen ihnen nicht auszugehen.

Wer sich mal den Tourplan der Jungs zu Gemüte führt, dem fällt wahrscheinlich sofort die Trennung in elektrische und akustische Sets auf (by the way ... wann spielen die eigentlich wieder in unseren Breiten?). Und so ist auch "Millbrook U.S.A." zu betrachten. Akustische Gitarren durchziehen das Album wie ein roter Faden, insbesondere die zwote Hälfte. Die Scheibe wirkt phasenweise regelrecht melancholisch/schwermütig/depressiv, man lasse sich da von Albino Moon musikalisch nicht täuschen und studiere die beigesteuerten Lyrics. Apropos Texte... ich stelle mir immer noch die Frage, ob man da bei Love Is A Loser nicht leicht übers Ziel hinausgeschossen ist (kein weiterer Kommentar, Interessierte mögen sich ihr eigenes Urteil bilden) [das muss am Alter der Protagonisten liegen... Red.].

Der Aufnahmeort in den U.S.A., welcher dem Album auch seinen Namen gab, hat der Band anscheinend sichtlich gut getan. Der frische Wind ist den Songs deutlich positiv anzumerken. Auch die Zusammenarbeit mit dem vielseitigen Frank Carillo (Slide Guitar, Spanish Laud, Dulcimer, Harmonium, Tambura, Backing Vocals), der auf vielen Tracks mitgespielt hat und bei vieren auch Songwriter-Credits erhält, hat sicherlich ihren Anteil am starken Gesamteindruck. Phasenweise entsteht der Eindruck eines fünften Bandmitglieds.

Kooymans, Hay & Co. rocken immer noch erstklassig, als Anspieltips sind The Hammer Of Love, Skyscraper Hell Of A Town oder Beautiful Blue zu empfehlen. Vertracktes findet der Hörer bei A Sound I Never Heard, und der doppelstimmige Gesang von Barry H. & George K. erregt immer wieder Aufsehen.
Mit "Millbrook U.S.A." haben GOLDEN EARRING einmal mehr bewiesen, dass nach wie vor mit ihnen zu rechnen ist.

Jürgen Ruland, 04.11.2003

 

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