Golden Kanine

Oh Woe

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 19.04.2011
Jahr: 2011
Stil: Alternative, Pop, Rock

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Golden Kanine Homepage



Redakteur(e):

Kristin Krauß


Golden Kanine
Oh Woe!, Glitterhouse / Indigo, 2011
Andreas OlrogLead vocals, Lead guitar
Dante EkfeldtBass, Wineglass , Singing
Marcus LundquistTrombone, Trumpet, Percussions, Screaming
Linus LindvallLead vocals, Lead guitar
Micke SahlinDrums, Percussions
Asa GjerstadCello
Johan MalmbergViolin
Emma WahlgrenVocals
Produziert von: Henrik Hoffer, Mattias Larsson, Golden Kanine Länge: 38 Min 34 Sek Medium: CD
01. Arkham07. All Must Die
02. Climb08. A Change
03. Burial09. The Devil
04. Fire10. Oh Lord
05. Law of Probable Outcome11. Back From The Woods
06. Get By

Vor Jahren schrieb mir ein guter Freund relativ nüchtern, dass ich mich entgegen eigener Annahmen nicht in einer Winterdepressionsphase befinde sondern lediglich einem leichten Anflug von Melancholie fröne. Im ersten Moment fand ich diese Feststellung schon ein wenig infam – musste aber eingestehen, dass so etwas, wenn überhaupt, wohl nur ein Skandinavier korrekt beurteilen kann. Menschen, die wie jener Freund in Ländern leben, in denen es im Winter kaum hell wird und 13 Monate eines Jahres Schneefallwahrscheinlichkeit herrscht, muss solch ein Urteilsvermögen zweifelsohne zugestanden werden. Mich jedenfalls hat diese lapidare Art amüsiert – das beste Zeichen dafür, dass der Freund recht hatte.

Wozu diese lange Einleitung? Nun, weil sie passt. Sie beschreibt ein wenig das skandinavische Gemüt, aber mehr noch beschreibt sie "Oh Woe!". Das Album der schwedischen Band GOLDEN KANINE zeigt nämlich, wie wunderbar fröhlich Melancholie sein kann – oder umgekehrt, wie wunderbar melancholisch Fröhlichkeit ist. Das Zweitwerk der fünf Schweden ist eine reizende Mischung aus zügelloser Spielfreude, wie man sie von den VIOLENT FEMMES oder unlängst auch von MUMFORD AND SONS zu hören bekam. Durchsetzt wird alles jedoch konsequent von einer scheinbar weltumspannenden Schwermut, die euphorische Momente zur atmosphärischen Langsamkeit eines TINDERSTICKS Songs eindampft.

Ihre ureigene Dynamik ziehen die fünf Herren aus einem mittlerweile recht modischen Multiinstrumentaleinsatz. Zur klassischen Bandausstattung kommen unter anderem Trombone, Trompeten, Cello, Violine usw. hinzu, ohne dass jedoch dabei der Eindruck entsteht, dass einem Trend hinterher gespielt wird. Nicht umsonst hat das Glitterhouse Label nach dem GOLDEN KANINE Auftritt beim hauseigenen Orange Blossom Festival im vergangen Jahr die Band umgehend in die Labelfamilie aufgenommen. GOLDEN KANINE danken mit elf wunderbaren Liedern voll melancholischer Fröhlichkeit und fröhlicher Melancholie, die das Herz eines Musikliebhabers gleichzeitig hüpfen und seufzen lassen.

Kristin Sperling, 17.04.2011

 

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