Good Witch Of The South

Nuclear


CD-Review

Reviewdatum: 28.01.2005
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Good Witch Of The South
Nuclear, Swell Creek Records, 2005
Simon "Siggy Rock" BrandhorstVocals
Daniel BrüggemannGuitar
Sascha "Fitten" FriedrichGuitar
Hagen SchubertBass
Alexander "Schnalli" SchröderDrums
Produziert von: Claus Grabke Länge: 38 Min 27 Sek Medium: CD
1. 1148. Gogo Girl
2. Nous Avons L'ascendent9. The Taker
3. Lesson No. 110. Free Radicals
4. Porno Club11. Water
5. Slave12. Civil War
6. Macht kaputt, was euch kaputt macht13. Feat Off Ground
7. Nuclear

Eine Handvoll Jungs aus der Provinz als Strassenköter des Rock. Sie kicken A... ohne Ende. Eine Scheibe wie die Faust ins Gesicht, der Rotz in die Ecke, das Dosenbier geschüttelt, nicht gerührt. Blut, Schweiß und Grinsen statt der Tränen. "Nuclear" tritt amtlich.

Keinem Trend hinterherhinkend und sich jeglichem Vergleich mit überseeischen oder auch skandinavischen Bands entziehend, wird die ganz große Lippe riskiert, denn wenn man schon auf die Schnauze fallen sollte, dann doch bitteschön so richtig mit Schmackes. Wenn man also schon Simon Brandhorst heißt, macht man das beste draus und nennt sich einfach nur noch Siggy Rock, um sich die Lunge aus dem Leib zu brüllen, als sei der Leibhaftige hinter einem her um Tribut zu fordern (zum Beispiel für einen albernen Künstlernamen). Der HNO-Arzt von Siggy dürfte ob der abgesonderten Töne zufrieden vor sich hin schmunzeln und bereits im Kopf zukünftige Verdienstmöglichkeiten durchrechnen.

Egal, den Jungs ist nichts peinlich und nichts menschliches fremd, sie pumpen und pumpen. Aus dem geschlossen losbretternden Songmaterial sticht natürlich ein Titel heraus: Macht kaputt was euch kaputt macht, der alte Klassiker von TON STEINE SCHERBEN, ein geradezu schmerzhaft konsequent gewählter Titel für diese Demonstration des Sounds von GOOD WITCH OF THE SOUTH, der dem Hörer weismachen will, dass es ohnehin kein Morgen gibt und der daher alles jetzt und gleich und sofort möchte.

GOOD WITCH OF THE SOUTH bringen der Rockmusik ein wenig den Enthusiasmus, die Unschuld, die Energie und die Unbezähmbarkeit der frühen Tage zurück, gepaart mit einem unerschütterlichen Selbstvertrauen. Alles ohne Netz und doppelten Boden, mit großer Klappe und großem Herzen direkt aus Osnabrück in die restliche Welt gewuchtet.

Ralf Stierlen, 28.01.2005

 

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