Gov't Mule

Stoned Side Of The Mule - Vol. 1 & 2


CD-Review

Reviewdatum: 05.05.2015
Jahr: 2015
Stil: Jam Rock, Blues Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Gov't Mule
Stoned Side Of The Mule - Vol. 1 & 2, Provogue Records, 2015
Warren HaynesVocals, Guitar
Matt AbtsDrums, Percussion, Vocals on Monkey Man
Jorgen CarlssonBass
Danny LouisKeyboards
Guests:
Jackie GreeneGuitar, Harp
Steve ElsonSaxophone, Cow Bell
Produziert von: Warren Haynes Länge: 71 Min 13 Sek Medium: CD
Vol. 1:Vol. 2:
01. Under My Thumb08. Wild Horses
02. Monkey Man09. Bitch
03. Doo Doo Doo Doo (Heartbreaker)10. Slave
04. Paint It Black11. Play With Fire
05. Angie12. Can't You Hear Me Knocking
06. Ventilator Blues13. Brown Sugar
07. Shattered

Der muntere Reigen der Themenabende aus dem Hause GOV'T MULE geht weiter! Allerdings muss man bei dieser Veröffentlichung sagen: Wohl dem, der seinen Plattenspieler noch hat. Oder wieder. Vinyl erlebt ja seit geraumer Zeit eine Art Renaissance und genau so erscheint diese Scheibe: Als Langspielplatte, um es mal “Oldschool“ auszudrücken. Daher auch der Titel des Albums, denn eigentlich erschien “Stoned Side Of The Mule“ als Zweiteiler. Zuletzt am “Record Store Day“ mit dem 2. Teil.
Aufgenommen wurde die Geschichte 2009, bei einer der legendären Halloween-Shows der Band, im Tower Theatre bei Philadelphia. Dass die Band bei solchen Gelegenheiten mit Coverversionen glänzte, kennen die Fans längst und wurden da mit mancher Sternstunde beglückt. In dieser Neujahrsnacht unternahm Warren_Haynes mit seinen Getreuen einen Trip in die “Steinzeit”. Will sagen: In die musikalische Geschichte der ROLLING STONES und spannen dabei einen überraschend großen Bogen von der Frühzeit in den 60ern bis in die 80er Jahre und selbst von den STEINEN selten gespielte Titel, wie Slave, vom “Tattoo You“-Album.

Nahezu STONES-typisch beginnt das Programm mit Under My Thumb. Den Charakter der Nummer erfassen die Herren in der Tat richtig gut. Als Gäste fungieren Jackie Greene (hat man schon bei Phil Lesh & Friends, bei den BLACK CROWES, und weiteren Bands angetroffen) an der Gitarre und Steve Elson (gleichfalls enorm umtriebig) am Saxofon. Monkey Man bekommt die zweite Gitarre ganz vorzüglich, sodass sich Haynes in typischer Weise an der Slide-Gitarre austoben darf und bei so einem Happening versteigt sich sogar Drummer Matt Abts dazu, den Refrain zu singen. Das Publikum ist hörbar sowieso schon gut drauf.
Anschließend erfasst Danny Louis den Orgelsound im Intro von Doo Doo Doo Doo (Heartbreaker) perfekt. Der Songtitel war immer schon Scheiße, die Nummer immer schon geil und auch GOV’T MULE haben hier ihre Freude an dem Teil. Und letztlich auch die Zuhörer. In Philadelphia und zu Hause.
Was bei Paint It Black (dass man hier das Komma vergisst, muss ich schon ankreiden…) sich noch steigert. Offenbar in den Staaten besonders beliebt. Ebenfalls gewohnt ist man, dass Haynes mit seiner Stimme auch solche Songs hervorragend und mitreißend singt und das kommt auch und besonders bei ruhigeren Stücke, wie Angie klasse. Da weiß Haynes durchaus, wo man sich zurücknehmen muss und lässt mal das Gitarrensolo beiseite.

Dem Blues-Background von THE MULE kommt ein Blues wie der Ventilator Blues natürlich entgegen, aber sie lassen auch ein paar jazzige Zutaten einfließen.
Lediglich bei Shattered mach ich ein paar Abzüge, aber so eine punkige Nummer ist erstens wirklich nicht das Metier dieser Band und zweitens live auch schwer zu bringen. Aber: Hut ab, für den Mut!
Gleichfalls Hut ab, dafür Slave auf die Bühne zu bringen! Der Song atmet den New York-Groove und ist jazzig und genau richtig um GOV’T MULE darüber jammen zu haben.
Nach dem akustischen Play With Fire geht’s mit den “Sticky Fingers“-Songs Can’t You Hear Me Knocking und dem finalen Brown Sugar nochmal in die Vollen.
Für ausgelassene Stimmung und Partylaune ist also gesorgt und viel besser kann man wohl nicht in ein neues Jahr rutschen. Oder überhaupt in den nächsten Tag. Mir persönlich sind Warren und Band zwar mit ihren eigenen Songs und Material lieber und wer sonst keine Schallplatten hat, braucht jetzt nicht gleich loszustürmen, aber insgesamt macht der, der einen gewissen Hang zu den Jam-Rockern hat, auch hier nicht verkehrt. Zumal es gegen Ende teilweise echt geil groovt und gejammt wird.

Epi Schmidt, 03.05.2015

 

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