Gov't Mule

The Georgia Bootleg Box


CD-Review

Reviewdatum: 06.01.2013
Jahr: 2012
Stil: Jam Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Gov't Mule
The Georgia Bootleg Box, Evil Teen Records, 2012
Warren HaynesGuitar, Vocals
Allen WoodyBass
Matt AbtsDrums
Guests:
Derek TrucksGuitar
Tinsley EllisGuitar, Vocals
Produziert von: Warren Haynes Länge: 385 Min 19 Sek Medium: CD
Georgia Theater - Athens, GA4/11/96
Disc One:
01. Blind Man08. Eternity's Breath Jam >
02. Mother Earth09. Thelonius Beck >
03. John The Revelator10. Trane >
04. Temporary Saint11. St. Stephen Jam >
05. Game Face12. Trane >
06. No Need To Suffer13. Don't Step On The Grass Sam
07. Trane >
Disc Two:
01. Presence Of The Lord07. Mule >
02. Birth Of The MuleEncores:
03. Left Coast Groovies08. Goin' Out West
04. Drums >09. Spanish Moon
05. Mule>10. Gonna Send You Back To Georgia
06. Who Do You Love >
The Roxy - Atlanta, GA4/12/96
Disc One:
01. Blind Man In The Dark08. Eternity's Breath Jam >
02. Mother Earth09. Thelonius Beck >
03. Mule10. Trane >
04. Temporary Saint11. St. Stephen Jam >
05. Game Face12. Trane >
06. No Need To Suffer13. Painted Silver Light
07. Trane >
Disc Two:
01. Don't Step On The Grass Sam05. The Same Thing
02. Birth Of The Mule06. Gonna Send You Back To Georgia
03. Just Got Paid07. Young Man Blues >
Encores:08. Good Morning Little Schoolgirl >
04. Goin' Out West09. Young Man Blues
Elizabeth Reed Music Hall - Macon, GA4/13/96
Disc One:
01. Blind Man In The Dark07. No Need To Suffer
02. Mother Earth08. Trane >
03. John The Revelator09. Eternity's Breath Jam >
04. Temporary Saint10. Thelonius Beck >
05. Rocking Horse11. Trane >
06. Game Face12. St. Stephen Jam
Disc Two:
01. Presence Of The LordEncores:
02. Birth Of The Mule06. Goin' Out West
03. Monkey Hill07. She's Nineteen Years Old
04. (I Want You) She's So Heavy08. Gonna Send You Back To Georgia
05. Mule

Für die Jam-, Southern- und überhaupt Gitarrenfraktion gab es es ja nicht lang vor den Weihnachtstagen einen zusätzlichen Feiertag: Der Release von "The Georgia Bootleg Box"!
Wir reden hier natürlich vom unverzichtbaren Aushängeschild dieser Musikgattung, Warren_Haynes, der damals - wie heute - zwar der Lead-Sänger der Band war, aber zu dem Zeitpunkt, 1996, nur ein Drittel einer Band, der man einen Status direkt hinter (wenn nicht neben) CREAM zugestehen muss: GOV'T MULE!
Drei Musiker auf einem Niveau, in schwindelerregender Höhe. Ja, ja, ich höre schon die Aufschreie der Alt-68er, aber wenn einer wie ich, der eigentlich auf schnurgeraden Rock'n'Roll, aus dem Hause Berry'n'Richards eingeschworen ist, da heiße Ohren bekommt, dann sagt das schon einiges!

Was für eine geniale Band GOV'T MULE in dieser Besetzung waren, demonstriert sie bereits mit dem allerersten Song auf der ersten CD: Blind Man In The Dark! Auf höchstem Niveau, mit blindem Verständnis, zelebrieren die drei Musiker einen fantastisch dynamischen Song. Die Klasse von Allen Woody - und es tut mir leid das sagen zu müssen (oder auch nicht) - wurde später von keinem Nachfolger erreicht. Man könnte meinen, eigentlich spielt da jeder für sich, aber es ergibt einen Wahnsinns-Cocktail, der jeden Hörer mit offenem Mund dastehen lässt. Oder er schaltet komplett ab und lässt sich von diesem fliegenden Klang-Teppich ins Nirwana transportieren. Wer es nicht glaubt, schalte sich ab Minute Sieben mal ins Geschehen ein.
Irgendwie höre ich auch Instrumente, die hier gar nicht vorhanden sind - die "Klangwand" ist einzigartig. Und das ist auch das Zusammenspiel von Haynes, Woody und Abts. Immer dann, wenn man meint, der Höhepunkt ist erreicht, dann schrauben sie sich in neue Höhen. Da glaubt man eben noch, das Bass-Solo von Allen Woody hat einem in No Need To Suffer die Hirnschale gelockert, da rührt einem der St. Stephen Jam, mit seinem "Tripple-Solo" (ich weiß mir kein anderes Wort) den Inhalt zu Brei. Da braucht man keine Drogen, um abzuheben. Die überdrehten Schreie aus dem Publikum sprechen hier Bände.

Es gibt wahrscheinlich überhaupt nur eine Handvoll Bands, von denen man drei aufeinanderfolgende Konzerte (an drei aufeinanderfolgenden Tagen im April 1996 absolviert) in einen Pappschuber bannen möchte und von denen praktisch jeder Ton hörenswert ist. Diese hier führt - zumindest zum Zeitpunkt dieser Aufnahmen - die Liste an. Ob jazzig verspielt oder gnadenlos rockend, da passt jeder Ton und jeder Rhythmuswechsel. Ein ums andere Mal geht die Sonne auf. Man höre sich den Übergang in Birth Of The Mule in den bluesigen Teil an. Oder wenn Klassiker der Rockmusik in den Sound von The Mule vereinnahmt werden. Und wenn sich Derek Trucks - einer von zwei Gästen hier - zusammen mit Warren Haynes im Young Man Blues ein Slide-Gefecht sondergleichen liefert und sich die beiden ins Weltall hinaus katapultieren, dann strahlt das Universum mit Augen und Ohren des Zuhörers. Eine Sternstunde waren diese drei Konzerte sicher und ein Fest für jeden Anhänger von Jam Rock im Allgemeinen und Mitgliedern von Warren Haynes im Besonderen.
Letztgenannter hatte da eine noch deutlich kraftvollere Stimme und das Zusammenspiel mit Woody befruchtete sein eigenes Können nochmal um ein paar Prozent.
Manchmal hat man schlichtweg das Gefühl, "jetzt passiert's"! Jetzt reißt eine Saite oder irgendwas explodiert, oder ... einfach irgendwas! Woody's Bass-Töne zerren einen so unvorstellbar tief in den Boden, während Haynes's Gitarre einen umschwirrt, wie ein ganzer Bienenschwarm. Dazu knüppelt sich dahinter Matt Abts in einen tranceähnlichen Groove, der einen nicht mehr loslässt.
Ich weiß, ich versteige mich hier schnell und gewaltig in Superlativen, aber man kann sich diese Aufnahmen unmöglich anhören, ohne mitgerissen zu werden. Oder man schaltet gleich aus. Neben - oder sogar noch vor, weil "ursprünglicher" - "Live...With A Little Help From Our Friends" ist diese Box Grundausstattung und Zwangsanschaffung für alle Mule-Heads!

Epi Schmidt, 04.01.2013

 

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