Grace Potter

Grace Potter & The Nocturnals

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 10.12.2010
Jahr: 2010
Stil: Rock, Soul, Pop

Links:

Grace Potter Homepage



Redakteur(e):

Frank Ipach


Grace Potter
Grace Potter & The Nocturnals, Hollywood Records, 2010
Grace PotterVocals, Organ, Guitar
Scott TournetGuitars
Benny YurcoGuitars
Catherine PopperBass
Matt BurrDrums
Guest:
Mark BatsonPiano
Produziert von: Mark Batson Länge: 51 Min 27 Sek Medium: CD
01. Paris08. Money
02. Oasis09. One Short Night
03. Medicine10. Low Road
04. Goodbye Kiss11. That Phone
05. Tiny Light12. Hot Summer Night
06. Colors13. Things I Never Needed
07. Only Love

Manchmal ist es tatsächlich interessant, seine eigenen alten Reviews zu lesen. Im September 2007, anlässlich des dritten Grace Potter Albums "This Is Somewhere", beendete ich meine Meinungsfindung so:
"Dies alles gibt uns die Hoffnung, dass Grace Potter sich hoffentlich nicht allzu sehr verbiegen lässt, standhaft bleibt und ihren Streifen durchzieht, sowohl musikalisch als auch geschäftlich und mit ihrem erfrischenden neuen Album, dass ganz geschickt zwischen den Lagern Roots und Mainstream pendelt, zahlreiche neue Freunde gewinnen kann. Wenn man sich die Live-Shots auf Gracies myspace-Site anschaut, sollte einem diesbezüglich nicht bange werden. Da spürt man dann doch mehr von dieser urwüchsigen Kraft, die von einer zünftigen (Roots-)Rock-Band ausgehen sollte."

Was ist nun aus der süßen, blonden Lady und ihrer Band geworden? Der amerikanische 'Rolling Stone' kürte sie z.B. zum heißesten neuen Act des Jahres. Wow, das ist ja schon mal was... Vielleicht ist Grace ja doch die heimliche, kleine Schwester von Heidi Klum?
Potters viertes Album (interessanterweise unbetitelt) steht bereits seit Mitte des Jahres in den USA zur Verfügung. Hier in Deutschland nehmen das nach wie vor nur eingeweihte Kenner zur Kenntnis. Der aktuelle Longplayer markiert zwar nicht den, na ja, vielleicht insgeheim erhofften Megaknaller, aber er hält das ordentliche bis ziemlich gute Niveau der Vorgänger locker mit.

Die Band wurde leicht umstrukturiert: Eine Bassistin namens Catherine Popper (spielte u.a. auch mit Ryan Adams & The Cardinals) sprang mit an Bord und der langjährige Gitarrist Scott Tournet erfährt sechssaitige Unterstützung durch einen gewissen Benny Yurco. Und cool sehen sie alle aus, ein bisschen fast wie "Almost Famous"-Clones. So weit, so gut.
Wenn man davon absieht, dass die Kompositionen meistenteils noch eingängiger gestrickt sind als zuletzt, was den Verdacht der Anbiederung nahelegt, hat sich der Sound der Combo nicht wesentlich geändert. Potters Band kultiviert sowohl im Erscheinungs- als auch im Klangbild eine geschickte Mixtur aus Old School-Attitüde und dem unbedingten Drang sich auch bei einem jüngeren und größeren Publikum beliebt zu machen. Zu diesem Zwecke spreizen sich die fünf Musiker nach wie vor in unterschiedlichste Richtungen. Eine gefährliche Gratwanderung, sollte man meinen.

Da gibt's einige zünftige Rocksongs (Paris und Medicine) mit vorwärtspreschenden Vintage-Gitarren und diesem typisch Potter'schem kraftstrotzenden Soul-/Blues-Hybriden von Stimme.
Dann wiederum zärteln sie sich durch radiofreundliche Schmusenummern wie Colors, die stellvertretend auch von einigen anderen Hitparadenladies gesungen werden könnte. Nett zwar, aber nicht zwingend. Dann folgt aber auch ein Track (Only love), der ob seiner musikalischen Intention durchaus auch auf dem megaerfolgreichen KINGS OF LEON Album "Only By The Night" Platz finden könnte.
Zwischendurch wird fast vorsichtig ein Reggae-Rhythmus aufgezäumt (Goodbye kiss) und mit Western-Mundharmonika und Pedal Steel Guitar konterkariert. Ziemlich abgefahren, aber auch nett, irgendwie. Der sympathische Ohrwurm Tiny lights klingt letztlich wie Sheryl Crow in ihrer potentesten Zeit, Mitte der Neunziger Jahre. Grace Potters Liebe zum guten alten Soul und R & B der Sixties wird in Songs wie Low road und That phone gehuldigt. Da gefällt mir persönlich die Band am besten.

Doch man kann es drehen und wenden wie man möchte, das Album klingt in seiner Gesamtheit dennoch recht rund und harmonisch. Ein musikalisches Chamäleon, das dem Hörer Augen und Sinne verdreht. Und spätestens beim dritten Hördurchgang sagt man sich: Wow, is' ja doch 'ne geile Mischung und ertappt sich beim Mitsingen des einen oder anderen Songs. Ich glaube fast, das ist der Stoff aus dem Hit-Alben gemacht sind.

Frank Ipach, 09.12.2010

 

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