Great White

Rising


CD-Review

Reviewdatum: 06.03.2009
Jahr: 2009
Stil: Hard Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Great White
Rising, Frontiers Records, 2009
Jack RussellGesang
Michael LardieGitarre, Keyboards
Mark KendallGitarre
Scott SnyderBass
Audie DesbrowSchlagzeug
Produziert von: Länge: 58 Min 42 Sek Medium: CD
01. Situation07. Last Chance
02. All Or Nothin'08. Danger Zone
03. I Don't Mind09. Down On The Level
04. Shine10. Only You Can Do
05. Loveless11. My Sanctuary
06. Is It Enough12. Let's Spend The Night Together

Sie gehören zu den Institutionen des bluesigen Hard Rock: GREAT WHITE. Und nur wenige Bands liefern so beständig Qualitäts-Arbeit ab, wie die fünf Herren aus Kalifornien. “Rising“ ist das zweite Album (nach “Back To The Rhythm“) der Band seit ihrer Reunion im Jahr 2007 und setzt die Tradition des Blues-beeinflussten Rock’n’Roll mit viel Leidenschaft und feinem Gespür für Melodie fort.

Sicherlich kann man mit Fug und Recht behaupten, dass GREAT WHITE auf “Rising“ das Rad des Rock’n’Roll nicht neu erfinden, aber das haben sie noch nie getan und die neuen Songs gehen gut ins Ohr. Sicherlich findet sich hier kein neues Face The Day, Rock Me, Save Your Love oder House Of Broken Love, aber solche Klassiker schüttelt man eben auch nicht mal eben so aus dem Ärmel. Solche Ansprüche würde auch die neue AC/DC-Scheibe nicht erfüllen und dennoch macht sie Spaß – genauso wie die neue GREAT WHITE.

Zumal Stücke wie Loveless, Shine oder I Don’t Mind durchaus auch auf den alten Platten der Haie wie “Hooked“ oder “Psycho City“ hätten bestehen können. Auch der mit starken AC/DC-Anleihen versehene Rocker All Or Nothin’ wird sicherlich seinen Weg ins beständige Live-Repertoire von GREAT WHITE finden (auch wenn die Background-Vocals schon ein wenig mehr Biss vertragen könnten). Ebensolches dürfte für den Up-Tempo-Rocker Danger Zone gelten, der ab Sekunde 1 zündet und gnadenlos gut im traditionellen GREAT WHITE-Stil abgeht, dabei aber ab und zu an den frühen ALICE COOPER erinnert. So machen die „alten Herren“ richtig Spaß. Zwei große Trümpfe, die GREAT WHITE zudem immer in der Hinterhand haben ist die markante und ausdrucksstarke Stimme von Jack Russell sowie die phantastischen Gitarren-Arbeit des Duos Mark Kendall (der hier wieder einige fantastische Soli raushaut) und Michael Lardie (der mit einigen brillanten Riffs seine Klasse beweist und wie auch sonst hier zusätzlich die Keyboards spielt) .

Auch der Sound der Produktion ist erstklassig, auch wenn ich mir bei I Don’t Mind statt des Keyboard-Sounds lieber ein Klavier oder aber eine leicht wimmernde Hammond-Orgel gewünscht hätte. Aber schon von der ersten Sekunde weiß der GREAT WHITE-Fan, was da vor ihm liegt – ein neues exzellentes Kapitel in der Geschichte dieser großartigen Rock’n’Roll-Band. Denn schon von den ersten Tönen des Openers Situation klingt das Album nach einem typischen GREAT WHITE-Werk, ohne sich zu offensichtlich an den alten Großtaten zu orientieren.

Sicherlich gibt es auch einige schwächere Songs auf “Rising“ wie etwa Is It Enough, das sicherlich besser auf eine CD von Marius Müller-Westernhagen gepasst hätte, so belanglos und ohne Höhepunkt plätschert der Song dahin. Zudem klingen die Keyboard-generierten Bläser-Sätze bei dem ansonsten gelungenen Down On The Level doch sehr käsig. Das wäre GREAT WHITE bei “Once Bitten…“, “… Twice Shy“, “Hooked“ oder “Psycho City“ nicht passiert. Und auch die Cover-Version des ROLLING STONES-Klassikers Let’s Spend The Night Together hätte sicherlich nicht unbedingt auf das Album gemusst, liegt sie doch sehr nahe am Original, ohne aber dessen eigene Magie zu erreichen oder aber dem Song eine neue Facette zu geben. Aber schließlich sind GREAT WHITE bekannt für ihr Faible für fremde Songs (auf “Back To The Rhythm“ coverten sie 30 Days In The Hole und auch live gab es schon Shows, die nur ihren musikalischen Vorbildern gewidmet waren) .

Dennoch ist es sehr erfreulich zu sehen, dass die Rock-Institution GREAT WHITE immer noch quicklebendig ist und sich bester musikalischer Gesundheit erfreut. Denn auch wenn “Rising“ kein neuer Klassiker ist, so gehört das Werk dennoch zusammen mit der neuen AC/DC zu den besseren und daher empfehlenswerteren Veröffentlichungen im Bereich Rock’n’Roll.

Marc Langels, 26.02.2009

 

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