Great White

Thank You...Goodnight!


CD-Review

Reviewdatum: 01.12.2002
Jahr: 2002

Links:

Great White Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Great White
Thank You...Goodnight!, UlfTone, 2002
Jack Russell Lead Vocals
Mark Kendall Lead Guitars, Vocals
Michael Lardie Rhythm Guitar, Keyboards, Vocals
Sean McNabb Bass, Vocals
Derrick Pontier Drums
Produziert von: Michael Lardie Länge: 79 Min 14 Sek Medium: CD
1. Desert Moon8. Play On
2. Old Rose Motel9. Mista Bone
3. Face The Day10. Rock Me
4. On Your Knees11. Call It Rock'n'Roll
5. House Of Broken Love12. Can't Shake It
6. Back On The Rhythm13. Once Bitten Twice Shy
7. Save Your Love

GREAT WHITE sind/waren zweifellos eine der tollsten Bands im Hardrockbereich.
Mit einem Sänger, Jack Russell, der über eine absolut geile Rock'n'Roll-Stimme verfügt und der zusammen mit seinen Jungs einige zeitlose Klassiker geschrieben hat. Klar, einige der besten Songs sind Coverversionen, aber wie viele "Normal-Hörer" kennen schon die ANGELS (From Angel City)?

Eines der Probleme der Band war, aus meiner Sicht, dass man ihnen so lange erzählt hat, sie würden nach LED ZEPPELIN klingen, bis sie es selber geglaubt haben. Aus einer gelegentlichen Coverversion wurde dann gleich ein ganzes Album. Ein Zeichen von Ideenlosigkeit.
Als die letzten Jahre dann nicht mehr sonderlich erfolgreich waren, haben Great White letztes Jahr beschlossen, am 31.12.2001 ihre letzte Show zu spielen.
Was von solchen "Abschieden" zu halten ist, weiß man ja... Ich glaube, die BEATLES waren die einzigen, die sich wirklich daran gehalten haben.

Wie auch immer, mittlerweile ist der Herr Russell ja mit seiner eigenen Band unterwegs, zu der sich, Überraschung (!), Great White-Gitarrero Mark Kendall gesellt. Nein! Das ist keine Great White-Tour. Nein!
Man spielt halt nur überwiegend Great White-Songs...
Die Offizielle Homepage heißt mittlerweile: JACK RUSSELL & Great White official site. (und das im November 2003 auch schon wieder nicht mehr - die Red.)
Also bitte!!
Wie gesagt: Alles schon gehabt. Nur die Abstände bis zur Reunion scheinen immer kürzer zu werden.

Also hören wir uns das "Begräbnis" mal an.
Die Songs sind ja größtenteils bekannt. Eine Doppel-CD mit der kompletten Show wäre auch nicht schlecht gewesen, aber dann wieder: Ein paar Songs austauschen hätte auch gereicht.
Es geht ja an und für sich gut zur Sache. Jack Russell ist bei guter, bis sehr guter Stimme, auch wenn er bei den Ansagen manchmal etwas müde klingt.
Die Band leistet sich keine gröberen Fehler und Michael Lardie und Mark Kendall bedienen ihre "Äxte" in gewohnter Form. Letzterem merkt man soundmäßig allerdings schon an, dass er jetzt mehr auf Fender Strats steht, denn auf die schweren Gibsongitarren. Für mich ein klarer Nachteil.

Mit je drei Songs von "...Twice Shy" (1989) und "Hooked" (1991) sind die beiden besten Great White-Scheiben gebührend gewürdigt. Mit On Your Knees geht's nochmal ganz in die Frühphase der Band zurück und auch Face The Day gehört zu den Oldies. Beides tolle Kracher!
Save Your Love, schon auf "Once Bitten. "(1987) zu finden und später auf Herrn Russells erster Solo-Scheibe, hätt's wegen mir nicht gebraucht. Da hat die Band doch wirklich bessere Balladen. Auch die Midtempo-Ballade Play On ist reichlich banal und auch nicht der Bringer. Dem Publikum hat es aber offensichtlich gefallen. Die Stimme rettet halt doch vieles.

Mit dem alten Rocker Mista Bone wird's dann wieder fetziger, auch wenn etwas der Druck fehlt. Muss man halt die Stereoanlage lauter drehen. Zieht sich etwas unnötig in die Länge und als der "Abrock-Part" kommt ist recht schnell Schluss. Mmh.
Rock Me scheint mir noch etwas bluesiger als sonst. Kommt aber doch recht gut. Das Solo klingt etwas dünn. Stratocaster, was soll ich sagen...

Die erste Zugabe: Call It Rock'n'Roll! Einer der besten Songs der Band und eine Hardrock-Hymne. Den charakteristischen R'n'R-Anfang haben sie anscheinend vergessen. Das Intro gehört eigentlich zu Step On You!
Sie fangen sich aber doch noch und fetzen ganz gut ab.
Mit Can't Shake It ist ein zweiter Song der Australier ANGELS mit auf dieser Scheibe. Und zu Recht! 9 1/2 Minuten sind allerdings übertrieben. Zumal wenn sie mit überflüssigem Gitarren-"Gefrickel" und nicht sonderlich berauschenden "Uuh-Uuh's" von Jack Russell erzwungen werden.

Once Bitten Twice Shy, der Ian Hunter-Klassiker, muss natürlich am Schluss kommen. Die Band dreht noch mal auf und die Rock'n'Roll-Licks kommen auch richtig gut.
Beim Mitsingteil fällt negativ auf, dass die Bass-Drum absolut Scheiße klingt ('tschuldigung für meine Ausdrucksweise). Als wenn einer mit der Faust an die Tür schlägt.

Wer noch nix live von GREAT WHITE hat, kann hier zuschlagen. Die meisten werden wohl aus Tradition, oder Komplettierungsgründen kaufen.
Etwas lauter sollte man beim Hören jedenfalls aufdrehen, dann kommt's ganz gut.
Und: Nicht verzagen. "They never come back", stimmt nicht einmal mehr bei Boxern!

Epi Schmidt, 01.12.2002

 

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