Greg Lake

Greg Lake/Manoeuvres

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 17.11.2016
Jahr: 2016
Stil: AOR

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Redakteur(e):

Marc Langels


Greg Lake
Greg Lake/Manoeuvres, Cherry Red Records, 2016
Greg LakeGesang
Gary MooreGitarre
Steve LukatherGitarre
Tommy EyreKeyboards
David PaichKeyboards
Steve PorcaroKeyboards
Tristram MargettsBass
David HungateBass
Ted McKennaSchlagzeug
Jeff PorcaroSchlagzeug
Tom ScottSaxophon
Produziert von: Greg Lake Länge: 105 Min 47 Sek Medium: CD
Disc 1: Greg Lake (57:07)Disc 2: Manoeuvres (48:40)
01. Nuclear Attack01. Manoeuvres
02. Love You Too Much02. Too Young To Love
03. It Hurts03. Paralysed
04. Black And Blue04. A Woman Like You
05. Retribution Drive05. I Don't Wanna Lose Your Love Tonight
06. Long Goodbye06. It's You, You Gotta Believe
07. The Lie07. Famous Last Words
08. Someone08. Slave To Love
09. Let Me Love You Once09. Haunted
10. For Those Who Dare10. I Don't Know Why I Still Love You
11. You Really Got A Hold On Me (Bonus Track)11. Hold Me (Bonus Track)
12. You're Good With Your Love (Bonus Track)
13. Cold Side Of A Woman (Bonus Track)

Internationale Berühmtheit erreichte der Bassist/Gitarrist/Sänger Greg Lake durch seine Beteiligung an der Progressive Rock-Supergruppe EMERSON, LAKE & PALMER – kurz ELP. Für sie verfasste er unter anderem Hits wie Lucky Man, die die Gruppe auch weit über den Dunstkreis der progressiv begeisterten Musik-Fans hinaus, Hörer bescherte. Aber es war eben auch diese wiederstrebenden Ansätze – insbesondere zwischen Lake und dem um mehr Progressivität und Anspruch bemühten Keith Emerson – sorgten denn auch für das Auseinanderdriften des Trios und Ende der 1970er Jahre dann zum ersten von gleich mehreren Splits. So kam es, dass Lake dann zu Beginn der 80er Jahre seine ersten zwei Solo-Alben herausbrachte, die nun als Doppel-CD wieder aufgelegt wurden.

Diese sind natürlich geprägt von Lakes Vorliebe für melodiösen Rock, der ihn später auch zu einem Gastspiel bei ASIA (als Ersatz für John Wetton) führen sollte, wo er aber daran scheiterte, dass er die Band – hört, hört – progressiver ausrichten wollte. Aber auf seine beiden Solo-Werken, da liefert er Radio-orientierten Rock mit mal etwas härterer aber zumeist eher etwas softerer Ausrichtung. Aber wenn Lake Lust auf Rock hat, dann kommen dabei schon mal so Kracher wie Nuclear Attack (vom sebstbetitelten Debüt) heraus, die feinster Heavy Rock sind – und auch ein Stück weit den Sound von EUROPE aus deren Anfangstagen vorwegnehmen. Aber auch bei Love You Too Much beziehungsweise Retribution Drive zeigt Lake mit seinen illustren Gästen (unter anderem dem damaligen THIN LIZZY-Gitarrist Gary Moore und bei den Bonus-Tracks hat er gleich fast die komplette damalige TOTO-Besetzung dabei) ein feines Händchen für gehaltvollen AOR- und leicht bluesgetränkten Hard Rock (zum Beispiel bei Long Goodbye, das an Eric Clapton Mitte der 80er erinnert).

Natürlich sind auch einige Balladen an Bord (It Hurts, Black And Blue, Let Me Love You Once, Cold Side Of A Woman), aber auch mal die eine oder andere musikalische Überraschung, wie etwa Someone, das an West Coast-Sounds à la STEELY DAN erinnert – wohingegen You’re Good With Your Love ein leichtes TOTO-Flair verströmt, was dem selbstbetitelten Debüt-Album eine oder zwei zusätzliche musikalische Sound- und Kompositions-Facetten verpasst. Ebenfalls gelungen ist auch das THE BEATLES-Cover You Really Got A Hold On Me, dem Lake eine Frisch-Zellen-Kur mit viel Feeling verpasst hatte. Unter dem Strich ein gelungener Solo-Einstand.

Drei Jahre später legte Lake dann “Manoeuvres“ vor, dessen Titeltrack, das folgende Too Young To Love sowie Paralysed dann das Werk klassisch etwas rockiger eröffnen. Anschließend bietet Lake allerdings auch wieder den von ihm gewohnten Mix aus balladeskem und moderatem Rock. Dabei muss man allerdings feststellen, dass im direkten Vergleich das Debüt doch einen ganzen Tick überzeugender ausgefallen ist. Stücke wie I Don’t Wanna Lose Your Love Tonight, It’s You, You Gotta Believe, I Don’t Know Why I Still Love You sind einfach zu einfach gestrickt und nicht zwingend genug. Aber natürlich hat Lake mit den ersten beiden Liedern sowie Famous Last Words oder Haunted auch wieder gelungene Kompositionen am Start, die das Album „aufwerten“.

“Greg Lake“ und “Manoeuvres“ sind ein insgesamt betrachtet gelungenes Doppel-Pack, bei dem allerdings die erste die deutlich stärkere Scheibe ist. Vermutlich sind hier auch noch etliche Ideen eingeflossen, die Lake bei EMERSON, LAKE & PALMER nicht gegen den Widerstand von Emerson durchsetzen konnte, die aber einen sehr gelungenen Start in seine Solo-Karriere darstellten. Nach dem eher durchschnittlichen Zweitwerk erschien aber die Idee, sich ASIA anzuschließen und wieder mit anderen Koryphäen wie unter anderem seinem alten Kumpel Carl Palmer zusammen zu arbeiten, sicherlich allzu verlockend. Aber wer sich für das Schaffen von Lake über ELP hinaus interessiert, der bekommt hier den perfekten Einstieg.

Marc Langels, 15.11.2016

 

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