Gregg Allman

Low Country Blues

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 19.01.2011
Jahr: 2011
Stil: Blues

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Gregg Allman
Low Country Blues, Rounder Records, 2011
Gregg AllmanVocals, Hammond B-3
Doyle Bramhall IIGuitars
Dennis CrouchBass, Upright Bass
Jay BelleroseDrums, Percussion
Dr. JohnPiano
Produziert von: T-Bone Burnett Länge: 53 Min 01 Sek Medium: CD
01. Floating Bridge07. Please Accept My Love
02. Little By Little08. I Believe I'll Go Back
03. Devil Got My Woman09. Tears Tears Tears
04. I Can't Be Satisfied10. My Love Is Your Love
05. Blind Man11. Checking On My Baby
06. Just Another Rider12. Rolling Stone

Leute, ihr müsst mehr Organe spenden. Stellt euch vor, Gregg Allman hätte seine Lebertransplantation im Juni 2010 mangels eines geeigneten Spenderorgans nicht durchziehen können. Tja, dann wäre "Low Country Blues" wohl sein Vermächtnis geworden. Jetzt, nach dem zu Beginn des vergangenen Jahres eingespielten Album und nach gelungener OP, hat der tätowierte Sänger und Organist der legendären Allman Brothers Band allen Grund zur Freude, denn die Lobeshymnen über sein erstes Soloalbum nach 14 Jahren Pause ("Searching For Simplicity" - 1997) werden ihm wohl in den Ohren klingeln.

Dass der gute Gregg sich für ein lupenreines Blues-Album entschieden hat, mag wohl niemanden verwundern, wuchs der Blondschopf doch während der Fünfziger und Sechsziger Jahre in den bluesdurchtränkten Südstaaten der USA auf. Allman huldigt also mit diesem Album voller Coversongs (Ausnahme: Just another rider, Co-Autorenschaft mit ABB-Spezi Warren Haynes) seinen Vorbildern, die auf so klangvolle Namen wie Sleepy John Estes, Junior Wells, Skip James, Muddy Waters, Bobby Bland, Otis Rush und B.B. King hören.

Den musikalischen Grundstein für das "Low Country Blues"-Album, dessen Titel übrigens auf die Gegend in der Gregg wohnt zurückzuführen ist, wurde allerdings von niemand geringerem als Produzentenikone T-Bone Burnett (B.B. King, Robert Plant & Alison Krauss, Elvis Costello, Elton John & Leon Russell, John Mellencamp) gelegt, der zu Beginn der Produktion erstmal mit einem riesigen Haufen alter Blues-Songs aufkreuzte, um Gregg auf die richtige Fährte zu bringen. 15 Songs wurden ausgewählt, von denen letztlich 12 den Weg auf's Album fanden.

Diese wunderbare Platte atmet den archaischen Geist der unvergessenen Blues-Veteranen und T-Bone Burnett setzt das Ganze auf seine doch inzwischen recht typische Art und Weise um. "Low Country Blues" klingt eben wie ein gelungener Hybrid aus Tradition und Moderne. Die Aufnahmephilosophie mag grundsätzlich rückwärtsgewandt sein, aber sie klingt satt und erdig und die relativ relativ großen Hallräume generieren eine fein strukturierte Transparenz. Allman selbst hält sich mit seiner Hammond B-3 meist im Hintergrund, doch seine Vocals gehen mal wieder unter die Haut. Es gibt nicht viele Bleichgesichter, die den Blues so überzeugend intonieren können. Und, ehrlich gesagt, es ist einfach eine große Freude, wenn man einen alten Helden, den unsereins vor ewigen Zeiten schon im zarten Alter von 13 Jahren auf den "Fillmore East"-Lp's bewundert hat, so frisch, zielstrebig und aufgeräumt zu hören.

Mr. Allman hat aber auch eine tolle Band an seiner Seite. T-Bone Burnett stellt ihm seine Spezis Dennis Crouch (Upright Bass) und den bewundernswerten Jay Bellerose am Schlagzeug zur Seite. Die Gitarre bedient der als gefragter Sideman oft im Schatten der Großen stehende Doyle Bramhall II. Und Junge, was dieser Bramhall hier abliefert klingt sehr inspiriert, sozusagen as bluesy as Blues can be. Prima Vintage-Sound.
Und, ja, am Piano sitzt der unvergleichliche Dr. John aka Mac Rebenack aus New Orleans und streut seinen über Jahrzehnte gereiften Southern-Groove über die Produktion. Das ganze Setting wird bei einigen Tracks noch von einer fetten und grandios arrangierten Bläsersection aufgepeppt.

Was soll man sagen: Wenn Gregg Allman auch in den letzten Jahren nur seine Allman Brothers Meriten zu verwalten wusste, hat er nun mit "Low Country Blues" ein deutliches Zeichen gesetzt. Ein qualitativ hochwertiger Longplayer, der zwar nur Altes neu beleuchtet, aber dies mit Leidenschaft und Feuer und einer gediegenen Eleganz und gereiften Lässigkeit, die ihresgleichen sucht. Die Bluesfreunde unter uns dürfen sich jetzt so langsam auf ein echtes Fest vorbereiten.

Frank Ipach, 19.01.2011

 

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