Guns'N'Roses

Appetite For Democracy - Live At The Hard Rock Casino - Las Vegas


DVD-Review

Reviewdatum: 01.11.2014
Jahr: 2014
Stil: Hard Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Guns N' Roses
Appetite For Democracy - Live At The Hard Rock Casino - Las Vegas, Universal Music, 2014
Axl RoseGesang & Klavier
DJ AshbaGitarre
Richard FortusGitarre
Rob "Bumblefoot" ThalGitarre
Tommy StinsonBass & Gesang
Dizzy ReedKeyboards & Piano
Chris PitmanKeyboards & Gesang
Frank FerrerSchlagzeug
Produziert von: Kerry Asmussen Länge: 190 Min 00 Sek Medium: DVD
01. Chinese Democracy14. Sweet Child O'Mine
02. Welcome To The Jungle15. Another Brick In The Wall (Part 2)
03. It's So Easy16. November Rain
04. Mr. Brownstone17. Objectify
05. Estranged18. Don't Cry
06. Rocket Queen19. Civil War
07. Live And Let Die20. The Seeker
08. This I Love21. Knockin' On Heaven's Door
09. Better22. Nighttrain
10. Motivation23. Used To Love Her
11. Catcher In The Rye24. Patience
12. Street Of Dreams25. Paradise City
13. You Could Be Mine
Bonus Material
SlideshowInterview mit Dizzy Reed
Interview mit Tommy StinsonInterview mit Ron "Bumblefoot" Thal
Interview mit DJ Ashba

Es mag ja Leute geben, für die GUNS ‘N‘ ROSES aufgehört haben zu existieren, als Slash die Band im Jahr 1996 verließ. Andere sehen schon im Ausstieg von Izzy Stradlin nach den beiden “Use Your Illusion“-Alben 1991 den entscheidenden Wendepunkt für die Karriere der Gunners. Und von vielen alten Fans wurde “Chinese Democracy“ schon fast alleine aus diesen Gründen abgelehnt. Dabei bot das Album eine moderne Version der Band mit sehr interessanten Kompositionen und exzellenten Musikern.

Dass GUNS N‘ ROSES immer noch eine schlagkräftige Truppe sind, beweisen Axl Rose & Co. nun auf der Live-DVD “Appetite For Democracy – Live At The Hard Rock Casino – Las Vegas“. Und in der Stadt der Glücksspieler und Glückssuchenden hat die Band offenbar einen Glücksbrunnen gefunden und ist dort einmal tief eingetaucht. Anders kann man sich diese Eruption an intensiver Spielfreude, die das Konzert wiedergibt fast gar nicht erklären. Angeführt von einem stimmlich gut aufgelegten Axl Rose (der allerdings die ganz hohen Passagen nur noch sehr gepresst hinbekommt) stürmt die Saiten-Front fast pausenlos auf der Bühne hin und her.

Dabei bilden DJ Ashba, Richard Fortus und Ron „Bumblefoot“ Thal eine fast schon zu übermächtige Gitarren-Wand, die den Zuschauer manchmal klanglich nahezu erschlägt. Da haben es die zwei Keyboarder Dizzy Reed und Chris Pitman sowie Bassist Tommy Stinson schon manches Mal schwer, selber Akzente zu setzen. Der Einzige, der da wirklich mithalten kann ist Frank Ferrer, der an seinem Schlagzeug für mächtig Druck und einen tollen Groove bei den Nummern sorgt. Dabei präsentieren die drei neuen Saiten-Hexer gerade aber auch das alte Material mit sehr viel Gefühl und dem richtigen Spirit. Dabei halten sich Thal und Ashba schon auch möglichst penibel an die Vorgaben von Slash, was Ashba in seinem Interview im Bonus-Teil auch unumwunden zugibt. Damit die Klassiker eben auch genau so klingen, wie es die Fans gewohnt sind.

Und die Setlist der DVD ist reich an eben diesen Klassikern: sieben Lieder von “Appetite For Destruction“, ebenso sieben Stücke der beiden “Use Your Illusion“-Werke und zudem die beiden “GNR Lies“-Songs Used To Love Her und Patience. Dazu kommen natürlich noch eine ganze Reihe von Stücken des jüngsten Albums “Chinese Democracy“, sowie Solo-Spotzs für die Herren Stinson (Motivation), Dizzy Reed (mit einer sehr coolen Piano-Version des LED ZEPPELIN-Klassikers No Quarter), DJ Ashba (Ballad Of Death) und Ron Thal (Objectify) und mit Another Brick In The Wall (Part 2) (PINK FLOYD) sowie The Seeker (THE WHO) noch ein paar zusätzliche Cover-Versionen neben den bereits sattsam bekannten Live And Let Die (Paul McCartney) und Knockin‘ On Heaven’s Door (Bob Dylan). Das macht alles zusammen eine Spielzeit von mächtig imposanten zwei Stunden und knapp 43 Minuten.

Dabei nutzen GUNS ‘N‘ ROSES die Voraussetzungen, die das Hard Rock Casino in diesem Auditorium bietet weidlich aus, mit den langen Rampen an den Seiten, großen Bildschirmen im Hintergrund und neben den Musikern immer wieder „exotischen“ Tänzerinnen, die das Image der Rocket Queen mehrmals auf die Bühne bringen und es insbesondere beim “Appetite For Destruction“-Songs Paradise City und den dortigen Lyrics „where the girls are pretty“ mehr als nur einmal mit einem ansehnlichen Hüftschwung eindrücklich unterstreichen.

Die Qualität der Bilder ist einfach sensationell gut. Aufgenommen wurde in hochauflösendem 3D und auch wenn mir hier „nur“ die DVD vorliegt, so sieht man den Unterschied in der Aufnahmequalität doch sofort. Wie es sich für einen solchen Anlass auch gehört waren unzählige Kameras im Einsatz, die jeden der beteiligten Musiker wirklich ansprechend und richtig in Szene setzt. Ein wenig anders sieht das allerdings beim Klang der DVD aus. Wenn man etwas monieren möchte, dann die leichten Schwankungen im Sound der DVD wie auch den Umstand, dass man das Publikum nahezu gar nicht hört – was wiederum auch daran liegen mag, dass die Anwesenden sich offenbar mehr als passive Zuschauer denn als aktive Fans verstehen. Zudem sind Bild und Ton manchmal etwas asynchron, am auffälligsten zum Beispiel beim abschließenden Klassiker Paradise City.

Trotz dieser kleinen Schwächen bleibt “Appetite For Democracy – Live At The Hard Rock Casino – Las Vegas“ eine Live-DVD der feinsten Art. Bild und Ton sind zumeist phantastisch, scharf und klar. Das Setting und die Licht-Show sind perfekt, wie es sich eben für diesen Umstand gehört. Die Band selbst spielt unglaublich tight und energiegeladen. Die Musiker haben sehr offensichtlich großen Spaß an dem Auftritt und das überträgt sich auf den Zuschauer. Da hilft es natürlich, dass es sich bei zwei Dritteln der Lieder um ausgemachte Hard Rock-Klassiker handelt, die über jeden Zweifel erhaben sind. Wer die Band auf ihrem letzten Europa-Abstecher verpasst hat, der bekommt hier die Gelegenheit, Versäumtes nachzuholen. Und er muss nicht befürchten, dass Axl ihn oder sie warten lässt – hier kommt der Mann wirklich auf Knopfdruck. Und wer die Band schon abgeschrieben hat, der wird hier eindrucksvoll eines Besseren belehrt.

Marc Langels, 31.10.2014

 

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