Halford

Celestial

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 21.10.2019
Jahr: 2019
Stil: Metal
Spiellänge: 45:18
Produzent: Mike Exeter

Links:

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Plattenfirma: Sony Music


Redakteur(e):

Nachgehakt

Epi Schmidt

Ralf Frank

Andreas Roth


s. weitere Künstler zum Review:

Judas Priest

Twisted Sister

Jethro Tull

Thunder

Titel
01. Celestial
02. Donner And Blitzen
03. God Rest Ye Merry Gentlemen
04. Away In A Manger
05. Morning Star
06. Deck The Hails
 
07. Joy To The World
08. O Little Town Of Bethlehem
09. Hark! The Herald Angels Sing
10. The First Noel
11. Good King Wenceslas
12. Protected By The Light
Musiker Instrument
Rob Halford Vocals, Percussion
Nigel Halford Drums & Percussion
Alex Hill Bass & Vocals
Robert Jones Lead & Rhythm Guitars, Keyboards & Vocals
Jon Blakey Lead & Rhythm Guitars
Mike Exeter Keyboards
Sue Halford Jingle Bells
Phil Ridden Percussion

Bevor der Aufschrei zu groß wird - “Waas? Der Halford mit 'nem Weihnachtsalbum?!“: Das ist nicht der erste musikalische Ausflug des PRIEST-Shouters in die Adventszeit. Zehn Jahre zuvor gab es mit "Halford III - Winter Songs"  schon einmal einen ähnlich sentimentalen Anfall. Damals noch unter dem “Projektnamen“ HALFORD, läuft das dieses Mal ganz familiär unter ROB HALFORD WITH FAMILY & FRIENDS. Wie das halt so ist an Weihnachten. Oder, wie Rob es ausdrückt: “Was gibt es Schöneres, als mit der Familie, Freunden... und Musik zu feiern. Jeder braucht Musik zur Weihnachtszeit“.

Nun, da mag er recht haben, aber ist es diese Musik, die man da braucht? Die Redaktion hat Kerzen angezündet und Lebkuchen auf den Tisch gestellt und getestet, wie weihnachtlich es einem ums Herz wird, bei “Celestial“:

Zum weihnachtlichen Reigen hat der Metal-Priester vier eigene Titel beigetragen, wobei der eröffnende Titelsong mehr so eine Art Ouvertüre darstellt, wo nix gesungen wird und die Engel ihre Harfen noch einen Halbton tiefer stimmen. Anscheinend ist man auf dem Weg zur Christmette. Bei der es aber auch gleich ordentlich Donner And Blitzen gibt. Will sagen, es rockt im gleichnamigen Song in bester PRIEST-Manier der frühen Tage. Klar, letztlich klingt das etwas moderner, aber Halfords Neffe Alex am Bass (bzw. Sohn von JUDAS PRIEST-Basser Ian Hill) und Bruder Nigel am Schlagzeug liefern den amtlichen Background und  Robert Jones une Jon Blakey schwingen die Metal-Äxte dazu. Vielleicht etwas zu eingängig, aber – was soll's? - es soll ja was für die ganze Familie sein.

Die eigentliche Spannung ist ja, was wurde aus den traditionellen Christmas-Songs gemacht? God Rest Ye Merry Gentlemen beispielsweise. Auch das bekommt natürlich das Stahlbad. Wer JETHRO TULLs Weihnachts-Album kennt, da kriegt man das gediegen-jazzig kredenzt, aber Ol' Rob weiß, was er uns schuldig ist. Last die Gläser klingen!

Auch Away In A Manger erinnert mich an frühe PRIEST-Alben. Sehr atmosphärisch und stimmungsvoll. Das Eigengewächs Morning Star, hat mir aber etwas zu viel Country-Touch und zu viel “Oh-oh-oho“-Geträller. Ist vielleicht was für den Verdauungsschlaf. Deck The Hall dagegen bruzzelt wieder im Schmelzbereich. Den Song hatten TWISTED SISTER ja auf ihrem “A Twisted X-Mas“-Album schonmal vergeköchelt, aber da lässt sich Halford natürlich nicht die Butter vom Gebäck nehmen und lässt das fast wie zu “Painkiller“-Zeiten powern.

Auf Joy To The World war ich mit am meisten gespannt, aber mit dem Song, den THUNDER da einst auf ihrem X-Mas-Konzert gespielt haben, hat das hier nicht viel zu tun. Wieder etwas zu mitschunkelig, aber im Kontext erträglich.

Interessanter Weise – und vielleicht mag der ein oder andere gerne mal vergleichen – sind einige Titel auch auf Bob Dylans Weihnachtsalbum (ich glaube, außer den STONES hat schon jeder ein X-Mas-Album gemacht, oder??) vertreten. So wie Hark! The Herald Angels Sing (sehr punk-rockig) oder The First Noel (könnte man auch bei der Hostienausgabe laufen lassen, schmeichelt Halfords Stimme nicht wirklich...).  Das selbstverfasste Protected By The Light, naja, da hat man hoffentlich schon ein paar Likörchen intus, dann wiegt man sich sicher selig in den Ausklang der Heiligen Nacht.  Da wo's rockt, macht das auch außerhalb der Feiertage Spaß, ansonsten ist es wie mit den Lebkuchen: Vielleicht besser erst, wenn der Advent beginnt.

Epi Schmidt, 19.10.2019

 

Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust. Bei HALFORD‘s „Celestial“ bin ich zwiegespalten, nicht nur, weil Weihnachtsalben, auf denen die üblichen Verdächtigen der Holidays Evergreens auf die ein oder andere Weise adaptiert werden, immer ein gewisses Geschmäckle anhaftet, sondern weil die „Himmlischen“ in ihrer Umsetzung zwischen gut gemacht und gut gemeint mäandern. So mögen die aus eigener Feder stammende Single Donner And Blitzen sowie die offensichtliche Ozzy Homage God Rest Ye Merry Gentlemen eingangs durchaus überzeugen, aber nach hinten heraus werden die Bearbeitungen nach und nach einfallsloser. Das ist für ein Schwergewicht wie Rob Halford einfach zu wenig, zumal er ja bereits gezeigt hat, wie man‘s besser macht. Und über den Morning Star decken wir gnädig den Mantel des Schweigens.

Ok, Weihnachtsalben laufen außer Konkurrenz und niemand würde ein ernsthaftes Metal Album erwarten, insofern kann man „Celestial“ zur fortgeschrittenen, feucht-fröhlichen Wichtelstunde immer noch besser auflegen, als die Bescherungsuntermahlung unserer Altvorderen, aber aufdrängen tut sie sich nicht.

Ralf Frank, 19.10.2019

 

Als bekennender HALFORD/PRIEST Fan der ersten Stunde muß ich fragen – Was soll das?
Selten so eine Schei..e gehört!
Wenn der Metalriff stimmt, sind die Texte der Abtörner!
Und wenn der Riff noch dazu balladig wird, bluten mir die Ohren!
So was braucht keine Metal-Sammlung und schon gar keine PRIEST/HALFORD Sammlung!
Wenn er mit seiner Familie & Freunden Musik machen möchte, dann was Vernünftiges oder nur zu Hause im schalldichten Kämmerlein!
Ein echtes Metal-Projekt mit der Combo wäre interessant!

Andreas Roth, 19.10.2019

 

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