Saga

It Bites

Hamburg, Fabrik, 22.04.2009

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 11.05.2009
Stil: Progressive Rock

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Redakteur(e):

Kay Markschies


Saga, It Bites,
Hamburg, Fabrik, 22.04.2009

SAGA-Konzerte habe ich ja schon einige gesehen und von dem Konzert vor 2 1/2 Jahren im Lübecker MUK habe ich hier an dieser Stelle ja auch bereits berichtet. Doch inzwischen haben sich, die meisten wissen es bereits, einschneidende personelle Veränderungen in der Band ergeben.
Michael Sadler hat Ende 2007 SAGA in erster Linie aus familiären Gründen verlassen und wurde Mitte letzten Jahres durch Rob Moratti ersetzt. Dieses Konzert in der Hamburger Fabrik sollte nun zu den ersten Konzerten gehören, die in der neuen Besetzung gespielt werden würde.

Doch nicht nur beim Hauptact hat sich grundlegend Neues getan, auch die Vorband IT BITES aus England trat ebenfalls in neuer Besetzung an, nachdem die Briten in den 80er-Jahren mit drei Studioalben großen Erfolg hatten, bevor man sich Anfang der 90er für 15 Jahre auflöste.
In der neuen Besetzung, die in dieser Form lose seit ca. 2006 besteht, werden die beiden Ur-Beißer Bob Dalton und John Beck von ARENA- und KINO- Gitarrist John Mitchell und Nathan King von LEVEL 42 unterstützt, der zumindest für die Tour Lee Pomeroy vertritt.
Für Qualität auf dem Papier war also schon einmal gesorgt. Dass diese jedoch nicht nur auf dem Papier existiert, sondern auch auf die Bühnenbretter transportiert wird, das wurde den Fans in der gut gefüllten Fabrik schnell klar.
IT BITES hauten ein gut 40 Minuten langes Potpourri aus alten und neuen Songs raus, das selbst Leute, die die Band nicht kannten, positiv überrascht hat.

Entgegen kommt IT BITES dabei die Tatsache, dass ihre leicht progressiven Songs sehr eingängig sind und auch live auf der Bühne die mehrstimmigen Gesänge sehr stimmungsvoll rüberkommen.
Besonders gefallen haben mir dabei die neuen Songs von "The Tall Ships" (Oh My God, Ghosts), aber auch die Tracks von "Once Around The World", das manche alteingesessene Fans als Jahrhundertalbum bezeichnen, hatten trotz der Abwesenheit von Francis Dunnery eine tolle Wirkung.

Der Charme von John Mitchell tat das Seinige.
So verwundert es nicht, dass die Stimmung im Saal von Minute zu Minute besser wurde und zum Ende des Gigs im tosenden Applaus mit vereinzelten Zugaberufen endete. Die Band verbeugte sich - sichtlich zufrieden - spontan am Bühnenrand, durfte dann aber nicht noch einmal an die Instrumente zurück.
IT BITES dürften an diesem Abend jedoch einige Fans hinzugewonnen und der Merchandising-Mann am IT BITES-Stand noch einige Überstunden gemacht haben.

Als SAGA dann nach kurzer Umbaupause die Bühne betraten, war in vielen Gesichtern schon ein wenig die Spannung abzulesen, wie sich denn der neue Sänger machen würde. Doch beim Instumental-Opener The Human Condition waren erst einmal nur Jim Gilmour, Ian und Jim Crichton sowie Chris Sutherland auf der Bühne zu sehen. Erst zum Klassiker The Flyer trat auch Rob Moratti hinzu und wurde dann am Ende des Songs noch einmal extra von Jim Gilmour als das neue Mitglied vorgestellt.
Dass SAGA rein stimmlich keinen Rückschritt nach dem Abgang von Michael Sadler gemacht haben, wurde ja bereits auf der aktuellen Scheibe "The Human Condition" deutlich, die mir ganz gut gefallen hat und viele frische Elemente in SAGAs Musik gebracht hat.
Auch live konnte Rob diese Erwartungen voll erfüllen, Klassiker wie Wind Him Up und Humble Stance wurden von ihm ohne größere Probleme interpretiert. Auch die neuen Songs von "The Human Condition" wussten durchaus zu gefallen, wobei mir nicht so ganz klar ist, warum die Band den Song You Look Good To Me für die Setlist ausgesucht hat. Da hätte die Platte weitaus stärkere Songs zu bieten gehabt, z.B. Crown Of Thorns, Avalon oder A Number With A Name.

Dennoch bleibt ein leicht bitterer Geschmack an diesem Abend zurück, von dem ich meine, dass dies in erster Linie der Tatsache geschuldet ist, dass Rob Moratti immer noch nicht eins mit der Situation auf der Bühne ist und seine Rolle noch finden muss.
Von einem Rock-Frontman erwarte ich, dass er die Masse auch einmal versucht mitzureißen, wenn es gilt, bei Klassikern mitzuklatschen oder evtl. auftretende Längen im Set zu überbrücken.
Soweit ist Rob leider noch nicht. Stattdessen erwähnte er zu jeder sich bietenden Gelegenheit, wie glücklich er sei und dass für ihn ein Traum sein, bei SAGA zu spielen und dass er allen so dankbar sei.
Was am Anfang noch sehr sympathisch wirkte, wurde dann beim dritten Mal ein bisschen langweilig.

Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass Rob bei den Konzerten keine Instrumente spielt (mit Ausnahme einiger Keyboardsakkorde bei Humble Stance). Doch anstatt diese Momente zu nutzen, um ein wenig mit dem Publikum zu shakern oder einfach nur mal eine abgehalfterte Rocksänger-Pose zu machen, verließ er manchmal während der Instrumentalparts unvermittelt die Bühne. So etwas fördert nicht gerade die Integration in die Band.

Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden. SAGA haben mich auch an diesem Abend musikalisch überzeugt und von der letzten Entwicklung der Band bin ich eher positiv als negativ berührt.
Aber Rob müsste einfach noch etwas weiter aus sich herauskommen und mehr Alarm machen, wenn er die Band live auch durch seine Präsenz unterstützen will. Ganz zu schweigen davon, dass es sonst verdammt schwer werden wird, Michael Sadler bei den Fans langsam in die Vergangenheit zu verabschieden und Rob als akzeptierten Nachfolger zu etablieren.

Die Hamburger und ich fühlten sich trotzdem gut unterhalten, obwohl die Spielzeit auch etwas länger als 85 Minuten hätte ausfallen können.

Kay Markschies, 22.04.2009

 

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