Prong

Die So Fluid
Urban Maijk Johnson

Hamburg, Logo, 30.05.2009

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 08.06.2009
Stil: Metal,Hardcore,Industrial

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Redakteur(e):

Kay Markschies


Prong, Die So Fluid, Urban Magik Johnson,
Hamburg, Logo, 30.05.2009



PRONG live! Endlich mal wieder! Das letzte Mal habe ich die New Yorker Hardcore- und Industrial Heroes Mitte der neunziger Jahre gesehen, damals noch im prall gefüllten Docks vor knapp 1500 Zuschauern.
Da ist es schon fast ein Jammer, dass sich an diesem Samstagabend zum Konzert der Band, deren Musik vor 15 Jahren von Kollegen wie James Hetfield als die Zukunft des Metals bezeichnet wurde, trotz Eintrittspreisen von unter 20 EUR nur noch 250-300 Menschen zusammenfanden.
Da kann auch das parallel stattfindende DFB-Pokal-Endspiel nicht als Begründung herhalten.

Schade auf jeden Fall für die, die sich an diesem Abend für das runde Leder entschieden haben. Sie sollten einen unvergesslichen Abend verpassen.

Den Auftakt sollten die Lokalmatadore URBAN MAJIK JOHNSON machen, die PRONG und DIE SO FLUID nur bei diesem einen Konzert in der Hansestadt unterstützten.
Wie bei Vorbands üblich, war der Saal zu diesem Zeitpunkt noch etwas spärlich gefüllt. Obwohl ich ein wenig in der Hamburger Musikszene kundig bin, hatte ich von der Musik des Trios vorher noch nichts gehört.
Trotz aller Beschaulichkeit begeisterten die Jungs jedoch in ihrem Set alle Anwesenden mit einem tollen stilistischem Mix aus FISHBONE, BAD BRAINS und riffbetonten Hardcore-Sounds.
Da wird einem mal wieder klar, dass man nach guter Musik nicht immer groß außerhalb seines eigenen kleinen Kosmos suchen muss. Das Gute liegt all zu oft vor der eigenen Haustür.
URBAN MAJIK JOHNSON genossen ihren Set ganz offensichtlich, hatten viel Spaß auf der Bühne und feixten eins ums andere Mal herum.

Nach kurzer Umbaupause enterten DIE SO FLUID die Bühne und drosselten ein wenig den Härtegrad der Veranstaltung. Die Combo, deren Auftritt visuell schon durch die starke Präsenz von Frontfrau Grog etwas spektakulärer erschien, donnerte dem Publikum mit viel Elan Post-Grunge und Punk-Rhythmen entgegen.
Und schnell zeigte sich, dass einige Zuschauer anscheinend nicht nur gekommen waren, um Hardcore zu hören. Eine kleine eingeschworene Gemeinde rockte gemeinsam mit der Band die gesamte Dreiviertelstunde hindurch und Grog ließ es sich auch nach dem Gig nicht nehmen, Merchandising-Artikel eigenhändig zu signieren. Das nennt man mal Dienst am Kunden! Dennoch muss ich sagen, dass DIE SO FLUID an diesem Abend im musikalischen Wettstreit der Trios nach meiner persönlichen Wertung nur die Bronzemedaille erringen konnte.
Vielleicht lag es daran, dass die anderen beiden Bands spieltechnisch ein bisschen frischer wirkten; vielleicht war es auch die Tatsache, dass DIE SO FLUID stilistisch etwas fremdartig zwischen den anderen beiden Kapellen erschienen. Egal, den schon erwähnten DIE SO FLUID-Fans hatte es gefallen und insofern hatte niemand wirklich Grund zur Klage.

Nun standen die Pioniere des Industrial-Metals auf dem Spielplan und während der Wartezeit auf PRONG schoss mir immer wieder der Gedanke durch den Kopf -ich erwähnte es oben schon in Ansätzen-, wie traurig es ist, dass bei einer derart richtungsweisenden Band der 90er Jahre zu einem Eintrittpreis von 16 EUR nur knapp 250 Leute kommen.

Insgesamt ist dies ein Trend, den nur wenige aus unserer Redaktion wirklich verstehen. Da sind AC/DC-Konzerte zu horrenden Preisen innerhalb weniger Minuten ausverkauft, während andere Bands mit Renommee, die für ein Appel und ein Ei spielen, zum Teil vor zweistelligen Zuschauerzahlen rocken.
Man muss dem Booker deshalb schon fast dankbar sein, mit dem Logo einen relativ kleinen Club gebucht zu haben. So war das Logo wenigstens ordentlich gefüllt und man spielte nicht in einer halbleeren Halle.

Das Ami-Trio ließ sich durch die äußeren Umstände nicht weiter irritieren und spielte mit Rude Awakening gleich einen der großen PRONG-Klassiker. Die ersten vier bis fünf Songs hatten Band und Mischer zwar noch einige Soundprobleme zu bekämpfen, spätestens nach Another Worldly Demise schallte jedoch purer PRONG-Sound durch das Logo.
Ab diesem Zeitpunkt wurde der Gig immer besser, insbesondere im zweiten Teil des Auftritts reihten Tommy Victor, Monte Pittman und Aaron Rossi Hit an Hit. Mit Unconditional, Prove You Wrong, Beg To Differ brachte man z.B. absolute Pflichtsongs der Vor-"Cleansing"-Ära und spielte mit Whose Fist Is This Anyway und Snap Your Fingers, Snap Your Neck die beiden vielleicht erfolgreichsten PRONG-Songs.
Dass der Band mit ihrem letzten Album "Power Of The Damager" wieder der Anschluss an alte Zeiten gelungen ist, konnte man ebenfalls an den Reaktionen der Fans ablesen. The Banishment und das Titelstück des Albums, das zugleich die letzte Zugabe am diesem Abend werden sollte, wurden vehement bejubelt.

PRONG haben immer noch Spaß zu spielen, das wurde trotz des fast familiären Ambientes zu jeder Zeit an diesem Abend deutlich. Nicht nur mir persönlich wünsche ich, dass sich Tommy Victor und seine Mitstreiter diese Spielfreude weiter erhalten werden, sich einen Dreck um die sinkenden Zuschauerzahlen kümmern und wir noch viele, viele PRONG-Alben in der Zukunft erleben werden.
Denn es wäre schade, wenn diese Legende auf lange Sicht sterben würde.

Kay Markschies, 30.05.2009

 

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