Billy Bragg

Hamburg, Markthalle, 15.04.2008

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Konzertbericht

Reviewdatum: 15.04.2008

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Redakteur(e):

Kay Markschies


Hamburg, Markthalle, 15.04.2008

Ich gebe es zu ... ich hatte mich auf einen gemütlichen Abend eingerichtet, auf einen lässig aufspielenden Godfather des politischen Protestsongs, einer zwar gut gefüllten, aber nicht ausverkauften Halle und ein süffiges Getränk zum Vortrag des Meisters.
Schließlich hatte sich BILLY BRAGG diesmal gänzlich ohne die BLOKES angesagt und auf der Bühne standen lediglich eine Doppelbatterie Fender-Verstärker und ein Stehtisch herum. Doch schon eine ganze Weile vor Konzertbeginn wurde mir klar, dass es heute etwas mehr Leute werden könnten und es schon mal besser wäre, sich zur Bühne zu begeben, zumal BILLY BRAGG ganz auf Distanz in Form eines Fotografengrabens verzichtete.

Billy Bragg

Mein inneres Gefühl sollte mich nicht täuschen, denn es wurde voller und voller und spätestens als BILLY BRAGG die Bühne betrat, hätte man keine 10 weiteren Leute mehr in den Saal bekommen können.
Nach den 3 Stücken, die mir zum Fotografieren zur Verfügung standen, benötigte ich weitere 2 Stücke, um auf die andere Seite des Saales zu gelangen.
An ein kühles Blondes war sowieso nicht mehr zu denken. Der Weg zu den beiden Tresen waren dicht. Blieb also nur der kurzfristige Rückzug ins Foyer.
Nachdem ich dann meinen Becher Gerstensaft in der Hand hielt, war es mir kaum noch möglich, wieder vernünftig in den Saal zurückzukommen und einige Teile des Konzertes konnte ich nur noch akustisch auf dem Treppenaufgang genießen.

Billy Bragg

Ich will jetzt jedoch nicht weiter mit meinen eigenen Problemen langweilen. Warum ich das alles erzähle ???
Weil ich es persönlich immer noch als befriedigend empfinde, dass Leute es schaffen, lediglich mit einer Gitarre und der Stimme bewaffnet eine solche Masse an Menschen zu begeistern. Ich habe seit wirklich langer Zeit die Markthalle nicht mehr so voll gesehen......

Kommen wir aber nun endlich zum eigentlichen Konzert. Ungewöhnlich war die rund halbstündige Verspätung, mit der der Gig begann.
Nach kurzen entschuldigenden Worten ging es los mit den ersten Stücke, in denen BILLY BRAGG ein wenig steif und noch nicht so richtig warm mit dem Publikum war. Jedenfalls dauerte es bis zum dritten Song Farm Boy (vom neuen Album "Mr. Love & Justice") bis die erste richtige Ansage über Billys Lippen kam.

Billy Bragg

Spätestens mit den ersten "Hits" sollte sich dies jedoch ändern und davon gab es an diesem Abend eine ganze Menge. Stellvertretend hierfür seien nur There Is Power In A Union, Waiting For The Great Leap Forwards, Milkman Of Human Kindness und A New England genannt.
Mit zunehmender Dauer wurden auch Billys eingestreute Anekdoten immer unterhaltsamer. Bei der Geschichte, als die Queen bei einem seiner Konzerte zugegen war und er überlegte, ob er der Queen die Hand schütteln sollte und sich dann dafür entschied, da es dieselben Hände waren, die Bobby Moore 1966 die Jules Rimet Trophy übergeben hatten, hatte Billy das Publikum dann letztendlich wieder komplett eingefangen.

Billy Bragg

Im weiterten Verlauf erfuhr das Publikum auch die Entstehungsgeschichte des Liedes Old Clash Fan Fight Song (Billy versagte die Stimme einmal beinahe bei einem Flug innerhalb der USA vom sonnigen Florida in einen anderen Staat mit wesentlich schlechterem Klima) und die Anfänge von BILLY BRAGGS Musiker-Karriere, die fast punktgenau vor 30 Jahren durch ein Open-Air-Festival iniziiert wurde, bei dem er THE CLASH gesehen hat.

Auch die schon fast tradionelle Aufforderung an die Zuschauer, politisch wachsam und solidarisch zu bleiben und sich nicht dem Zynismus hinzugeben, fehlte diesmal nicht. Mit diesem fast zehnminütigen Appell leitete er den ebenfalls neuen Song I Keep Faith ein.

Billy Bragg Billy Bragg

Nach einem ausgiebigen Zugabeteil und einer Gesamtspielzeit von etwa 1 3/4 Stunden, entließ BILLY BRAGG dann sein begeistertes Publikum in den Hamburger Nachthimmel.
Auch wenn ich persönlich die Konzerte lieber mag, wenn Billy seine BLOKES mit dabei hat, so schafft er es auch alleine immer wieder, magische Momente und intime Atmosphäre in die größeren Clubs zu tragen.

 

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