Hanoi Rocks

The Albums 1981 - 1984

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 01.11.2005
Jahr: 2005

Links:


Redakteur(e):

Epi Schmidt


Hanoi Rocks
The Albums 1981-1984, Sanctuary Records, 2005
Michael Monroe Vocals, Piano, Saxophone, Harmonica
Andy McCoy Guitars, Backing Vocals
Nasty Suicide Guitars, Backing Vocals
Sam Yaffa Bass
Gyp Casino Drums
Razzle Drums, Vocals
Länge: 264 Min 13 Sek Medium: 6 CD-Box
Bangkok Shocks, Saigon Shakes, Hanoi Rocks, 1981 35 Min 52 Sek
1. Tragedy6. First Timer
2. Village Girl7. Cheyenne
3. Stop Cryin'8. 11th Street Kids
4. Don't Never Leave Me9. Walking With My Angel
5. Lost In The City10. Pretender
Oriental Beat, 1982 35 Min 49 Sek
1. Motorvatin'7. No Law Or Order
2. Don't Follow Me8. Oriental Beat
3. Visitor9. Devil Woman
4. Teenangels Outsiders10. Pretender
5. Sweet Home Suburbia11. Fallen Star
6. M.C. Baby
Self Destruction Blues, 1983 40 Min 35 Sek
1. I Want You7. Beer And A Cigarette
2. Love's An Injection8. Whispers In The Dark
3. Café Avenue9. Taxi Driver
4. Nothing New10. Desperados
5. Kill City Kills11. Problem Child
6. Self Destruction Blues12. Dead By Xmas
Back To Mystery City, 1983 41 Min 52 Sek
1. Strange Boys Play Weird Openings6. Sailing Down The Tears
2. Malibu Beach Nightmare7. Lick Summer Love
3. Mental Beat8. Beating Gets Faster
4. Tooting Bec Wreck9. Ice Cream Summer
5. Until I Get You10. Back To Mystery City
All Those Wasted Years, 1984 68 Min 28 Sek
1. Pipeline10. Visitor
2. Oriental Beat11. 11th Street Kids
3. Back To Mystery City12. Taxi Driver
4. Motorvatin'13. Lost In The City
5. Until I Get You14. Lightnin' Bar Blues
6. Mental Beat15. Beer And A Cigarette
7. Don't Never Leave Me16. Under My Wheels
8. Tragedy17. I Feel Alright
9. Malibu Beach Nightmare18. Train Kept-A-Rollin'
Two Steps From The Move, 1984 41 Min 37 Sek
1. Up Around The Bend6. Million Miles Away
2. High School7. Boulevard Of Broken Dreams
3. I Can't Get It8. Boiler (Me Boiler 'N' Me)
4. Underwater World9. Futurama
5. Don't You Ever Leave Me10. Cutting Corners

Vor einem knappen halben Jahr vertrat ich erst die Ansicht, dass man nicht unbedingt jedes HANOI ROCKS Album haben muss. Wenn man allerdings die Gelegenheit hat, die Glanzzeit dieser Band preisgünstig zu erstehen, spricht auch nix dagegen.
So bekommt man die sechs Alben bis zu ihrem zwischenzeitlichen Aus (nach dem Tode von 'Razzle', siehe Review zu "Up Around The Bend... The Definitive Collection") jetzt von Sanctuary in einer schönen, stabilen Box in welcher die CDs in stilgerechten Pappcovern - im Originallayout - zusammen mit einem informativen Booklet liegen.

Da kann man sich also ausführlich an dieser Band ergötzen und die Spekulationen, ob man GUNS 'N ROSES oder MÖTLEY CRUE je gebraucht hätte, hätten sich nicht HANOI ROCKS 1984 verabschiedet, bekommen hier reichlich Nahrung.
"Bangkok Shocks, Saigon Shakes, Hanoi Rocks" ist ein tolles Debüt voller Party-Stuff. Ob KISS-Riffs, RAMONES-Drive oder Billy Idol-Rauheit, die Finnen stacheln einen etwas über eine halbe Stunde prächtigst an. Tragedy, Stop Cryin' - hier denkt man gerne mal an die DOGS D'AMOUR - und Don't Never Leave Me sind Partykracher erster Güte mit der richtigen Mischung aus Punk, Rock und etwas Herzschmerz. Natürlich klauen HANOI ROCKS schamlos wo es nur geht: Die NEW YORK DOLLS waren ihnen keine Unbekannten und bei den STONES entwendet man auch mal ganz offensichtlich das Riff aus Jumpin' Jack Flash für Lost In The City. Das alles aber homogen und unaufgesetzt mit dem Charme eines Gauners mit Stil.
Ein großer Pluspunkt ist sicher der Leadsänger Michael Monroe, der neben seiner aufgekratzten, nervösen Stimme auch Mundharmonika und Saxophon beisteuern konnte und live natürlich ein gnadenloser Show-Mann war bzw. ist.

Die Party geht auf "Oriental Beat" ohne Bruch weiter. Schon Motorvatin' sorgt wieder für Mitgröhl-Stimmung und Feierlaune, die auch bei Fans von den TOTEN HOSEN bestens ankommen dürfte.
In ihrer genialen Einfachheit erinnern die Songs teilweise an CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL. Teenage Outsiders zum Beispiel.
Natürlich sind auch die Punkeinflüsse bei vorpreschenden Titeln wie M.C. Baby wieder überdeutlich, genauso wie die Vorliebe für einfache Melodien und Pop-Arrangements, die hervorragende Kneipen-Mitsing-Lieder wie Lightnin' Bar Blues ergeben.
Auch für die After-Midnight-Ballade mit klassischem Anstrich haben bzw. hatten die Jungs einen Sinn, was das abschließende Fallen Star unterstreicht. Erinnert ein bisschen an Steve Harley.

Auch auf dem folgenden "Self Destruction Blues" geben sich die Finnen uneinsichtig und frönen lauthals ihrer ansteckenden Mischung aus Good-Time-Pop (Nothing New), AC/DC und Chuck Berry Rock'n'Roll (I Want You) und THE CLASH/New Wave-Einflüssen (Cafe Avenue, Kill City Kills), und das alles in der Kombination von DURAN DURAN-Outfit und Punk-Attitüde.
Für den Titelsong stapft man gern auch mal durchs elektrische Blues-Delta, um gleich darauf den R&B von Beer And A Cigarette in die 80er zu transponieren.
Für eine Ansammlung von B-Seiten und Outtakes ein überraschend gutes und unterhaltsames Album. Auf dem Cover ist schon der neue Drummer Razzle zu sehen, obwohl er auf keinem der Songs hier zu hören ist.
Ach ja: Problem Child hat nix mit der AC/DC-Nummer zu tun, reicht aber an deren Energie heran. Wer mit Weihnachten nix am Hut hat, dem sei Dead By Xmas empfohlen.

Beim folkigen ersten Song des nächsten Albums, Strange Boys Play Weird Openings (im wahrsten Sinne des Wortes..), meint man sich auf ein JETHRO TULL Album, oder was ähnliches, verirrt zu haben. Mit Malibu Beach Nightmare rückt man aber alles wieder gerade und Michael Monroe pustet den Strand-Blues "in sein verbeultes Nebelhorn" (nach Udo Lindenberg).
Beim Namen der Produzenten für dieses Album, Dale Griffin und Overend Watts, werden MOTT THE HOOPLE Fans schon hellhörig werden, schließlich stammen die beiden aus jener Band.
So haben sie Teil daran, dass "Back To Mystery City" das erfolgreichste Album der Band wurde. Ausgereifter, ohne ihre Wurzeln und offensive Art zu vergessen. Gut, war ja auch kaum zwei Jahre her seit der ersten HANOI ROCKS LP. Das ist quasi alles interessanter gemacht und Titel wie Beating Gets Faster und Back To Mystery City (erinnert an Billy Idols Version von Mony, Mony) haben Flair und Drive wie gehabt. Trotzdem fehlt mir etwas die Frische, die auf den ersten Alben präsenter war. Vielleicht hatte das ausschweifende Leben den Schaum etwas gebremst.

Auf dem Live-Album "All Those Wasted Years", aufgenommen im legendären Londoner Marquee, gehen sie aber wieder mit gewohnter Power zu Werke. RAMONES-Style bei Oriental Beat, unbändiger WILDHEARTS Abgeh-Rock bei Malibu Beach Nightmare und auch sonst eigentlich nur selten, und mühevoll, gezügelt. Überhaupt quasi das Beste aus ihren Alben bis dahin. Der Sound ist vielleicht nicht von allerfeinster Güte, aber dafür wurde hier auch nix geschönt und man erlebt die Band roh, rau und rotzig.
So klingen natürlich auch die Coverversionen Under My Wheels, I Feel Alright und Train Kept-A-Rollin'.

Für das Album "Two Steps From The Move" zeichnet der Produzent Bob Ezrin veantwortlich und, wie könnte es anders sein, der stand ja u.a. schon für Alice Cooper, KISS und Lou Reed an den Reglern.
Das macht sich soundmäßig schon bemerkbar und gleich das CCR-Cover zu Beginn, Up Around The Bend, knallt einem dermaßen gegen den Schädel, dass man einen Schritt zurück macht, bevor man sich kopfüber in diese Partyversion stürzt.
High-Energie-Rock folgt mit High School, das den Spagat zwischen New York Punk'n'Wave und London Pub-Rock schafft.
Ian Hunter hat bei einigen Songs mitgeschrieben, was stellenweise durchschimmert und der Qualität solcher Titel wie Underwater World (haben hier die Gunners ihr Welcome To The Jungle geklaut?) [guckst Du wieder hier!] oder Boulevard Of Broken Dreams musikalisch wie textlich durchaus zuträglich.
Bei der Neuauflage von Don't You Ever Leave Me - bereits auf dem ersten Album erschienen - geht man etwas gemäßigter heran, aber der Titel ist in beiden Fassungen eine First-Class Rockballade.
Tja, da taten HANOI ROCKS wieder einen großen Schritt nach vorne und dann kam die Tour mit MÖTLEY CRUE, der Unfall am 9.12.1984 und kurz darauf das Ende der Band...
"If we had any dreams that was the end of them" sagte Michael Monroe später und es gab nur kurz ein paar zögerliche Versuche, mit anderen Drummern weiterzumachen.

Lange sollte es dauern, bis HANOI ROCKS wieder zusammen auf der Bühne stehen würden. Wie damals kann es nicht mehr sein, aber ich ärger mich trotzdem, die Konzerte im Sommer 2005 verpasst zu haben.
Siehe hierzu die Berichte der Kollegen Litges und Ruland.
Vielleicht braucht man immer noch nicht jede Scheibe dieser Band, aber wenn man die ersten sechs Alben in so einer schönen Verpackung günstig bekommen kann? Get it!

Epi Schmidt, 01.11.2005

 

(C) 2008 - 2020 by Hooked on Music