Heather Knox

El Dorado

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 01.01.2000
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


El Dorado, Shut Eye Records & Agency, 2008
Heather KnoxLead Vocals, Acoustic Guitars
Aaron KelleyAcoustic & Electric Guitars, Piano, Mandolin, Dobro, Lap Steel, Keyboards, Baritone Guitar, Percussion, Background Vocals
Daran DeshazoAcoustic & Electric Guitars, Piano
David DeshazoBass
Milo DeeringSteel Guitar, Dobro
Gabriel MartinezDrums
BellaBackground Vocals
Produziert von: Aaron Kelly Länge: 46 Min 02 Sek Medium: CD
01. Back Again (4:16)06. Lesson Learned (3:38)
02. El Dorado (3:53)07. Sugar Pop (3:17)
03. The Drinking Song (4:16)08. Wasted (4:16)
04. Slow Burn (3:21)09. Gone (5:25)
05. Broken (5:39)10. Where You Place The Blame (7:34)

Heather Knox macht es sich mit "El Dorado" nicht einfach. Stilistisch handelt es sich weder um die Country Musik der Mutter noch um den Rock'n'Roll des Vaters. Vielleicht trifft die Bezeichnung "Runtry" zu - Rock und Country verschmelzen in ihren Songs zu einer einzigartigen Mischung.

Die blonde Texanerin konnte erstmals 1999 auf sich aufmerksam machen, als sie in einem lokalen Club während eines Nachwuchswettbewerbs mit einer Eigenkomposition glänzte. Später folgten vordere Plätze als Songwriterin.
Es sollten noch einige Jahre durchs Land ziehen, bevor Miss Knox sich dazu entschloss, ihren Job zu quittieren und eine Karriere als Profimusikerin einzuschlagen. Inzwischen gilt sie in der Metropole Dallas als Geheimtipp.
Das beeindruckende Songmaterial ihres ersten Longplayers entstand während eines Zeitraums von vier Jahren. Mit "El Dorado" bewegt sich Knox in der Schnittmenge von Alternative Rock und Country. Einflüsse aus Americana bzw. Roots Rock tauchen unüberhörbar auf und verleihen ihrem Debut die vielleicht entscheidende, besondere Note.

Heather Knox, die nahezu alleinverantwortlich für alle Kompositionen zeichnet, erweist sich als beachtliche Gitarristin. Ihre stimmliches Spektrum bewegt sich irgendwo zwischen Tanita Tikaram, Kelly Clarkson, Heather Nova oder den DIXIE CHICKS, versetzt mit häufigeren, eher spröden Nuancen.

Mit "El Dorado" setzt sich die Dame aus dem Lone Star Staat zwischen alle Stühle. Für so manchen Rocker zu soft, für die meisten Country-Eier zu rockig und für die alternative Fraktion dürften zwischen Texas und Seattle zu viele Meilen liegen.
Gerade diese eigene Note macht jedoch den Reiz eines Album aus, welches mehrere Hördurchgänge benötigt, um mit seinen immer wieder neuen Entdeckungen zu überzeugen. Für europäische Hörer mag der zuweilen starke texanische Akzent (Where You Place The Blame) störend wirken, doch letztlich kann selbst dieser Umstand das konstant hohe Niveau der Scheibe nicht schmälern.
Weniger ist häufig mehr. Diese Lebensweisheit trifft im Fall von "El Dorado" voll zu. Die Bandbreite des eingesetzten Instrumentariums erweist sich als beachtlich. Trotzdem wirkt kein Track zugekleistert, vielmehr ist der gezielte Einsatz gefragt. Das Country-rockige Sugar Pop wird durch ein dominierendes Banjo aufgewertet, während beim folgenden Wasted eine minimalistische Akustikgitarre plus zurückhaltender Pedal Stell für eine fesselnde Atmosphäre genügen.
Wasted steht ebenfalls als Beispiel für großartiges Songwriting. Eben nicht nur simpel nach dem Schema Vers/Refrain/Vers/Refrain aufgeführt, gelingt es Heather Knox mittels erheblich voneinander abweichenden Fragmenten, aus einem einfachen Track ein kleines Meisterwerk einzuspielen.
Gleiches lässt zu Where You Place The Blame behaupten. Nach über drei Minuten wechselt die optisch wie eine Rockerin erscheinende Blondine von straightem Rock'n'Roll in einen nur vom Piano unterstützten Part und legt eine gefühlvolle vocalistische Performance hin.

Der Sticker auf dem Booklet gibt den Titelsong (von Slidegitarre geprägter sanfter Rocker, typischer US-Highway-Track), das vergleichsweise gestelzte The Drinking Song und Slow Burn (an Tom Pettys I Won't Back Down erinnernd) an Anspieltipps an. Im Prinzip lässt sich jedoch feststellen, "El Dorado" ist ein einziger, über mehr als eine dreiviertel Stunde währender Hörtipp.
Bereits mit dem Opener Back Again gelingt Heather Knox der erste Big Point. Mit einem auf Bayou-Musik basierenden Intro sowie einer feinen National Steel Gitarre startet das Album vergleichsweise rockig, wohin gegen ein dezentes Broken durch eine herrliche Mandoline aufgewertet wird.
Nach vielen Durchläufen im heimischen CD-Player mag die Aussage, "El Dorado" als glatten "Touchdown" zu bewerten, für Außenstehende als gewagt erscheinen. Da bleibt nur die Empfehlung, sich dieses hervorragende Werk einmal genauestens anzuhören.

Jürgen Ruland, 20.11.08

 

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