Heaven & Hell Radio City Music Hall - Live, Eagle Rock, 2014 |
Ronnie James Dio | Gesang | |||
Tony Iommi | Gitarre | |||
Geezer Butler | Bass | |||
Voinnie Appice | Schlagzeug | |||
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01. E5150/After All (The Dead) | 09. Computer God | |||
02. Mob Rules | 10. Fallin' Off The Edge Of The World | |||
03. Children Of The Sea | 11. Shadow Of The Wind | |||
04. Lady Evil | 12. Die Young | |||
05. I | 13. Heaven And Hell | |||
06. Sign Of The Southern Cross | 14. Lonely Is The Word | |||
07. Voodoo | 15. Neon Knights | |||
08. The Devil Cried (incl. Drum Solo) | ||||
Bonus | ||||
Road Movie | Hail The God Of Metal | |||
Meet The Mob | Radio City | |||
The Wisdom Of Dio | ||||
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Als sich die Ur-Väter des Heavy Metal BLACK SABBATH im Jahre 2007 nach der „Best Of“-Zusammenstellung “The Dio Years“ in ihrer wohl zweifellos besten Besetzung mit Ronnie James Dio am Mikrofon und Vinnie Appice am Schlagzeug wiedervereinten, da wollten sie möglichen Verwechslungen vorbeugen und deutlich machen, dass eben nicht Ur-Sänger Ozzy Osbourne mit von der Partie war. Daher benannten sie sich nach ihrem erfolgreichsten Album “Heaven & Hell“ und gingen auf eine mehr als erfolgreiche Welt-Tournee. Mit der Namensänderung sollte auch klar gemacht werden: kein Ozzy, dementsprechend werden auch keine Ozzy-Songs gespielt. Gefilmt und mitgeschnitten wurde ein Konzert der Band in der altehrwürdigen Radio Music City Hall in New York am 30. März 2007.
Die Band zeigt sich von den ersten Takten an in Höchstform und präsentiert das ja teilweise schon mehrere Jahrzehnte alte Material in einer Art und Weise, dass es einem brandaktuell und taufrisch vorkommt. Nun handelt es sich bei den Stücken, die in der Zeit mit Dio am Mikro entstanden, ohnehin um einige der besten Songs der Band-Geschichte, wenn nicht gar der Rock-Historie. Lieder wie Mob Rules, Children Of The Sea, Sign Of The Southern Cross, Voodoo, Die Young, Heaven & Hell oder Neon Knights bedürfen keiner langen Beschreibung - Freunden der harten Rockmusik läuft bei dem Klang ohnehin das Wasser im Mund vor Freude zusammen.
Zwischendurch platzierten HEAVEN & HELL einige eher unbekannte und neue Stücke in diese Best-Of-Sammlung. Bereits nach dem Intro kommt etwas unerwartet After All (The Dead) vom sträflich vernachlässigten 1992er Opus “Dehumanizer“, von dem auch noch I und Computer God gespielt werden. Zudem werden zwei der drei damals noch neuen Songs des Best-Of-Albums “The Dio Years“ aufgeführt. Wie gut diese Songs sind, zeigt sich bei diesem Set. Es ist kein Nachlassen der hypnotischen Wirkung der Musik zu spüren.
Und die Musiker beweisen, dass sie trotz ihres teilweise schon etwas fortgeschrittenen Alters jeder Band der Welt zeigen konnten, wo der musikalische Hammer hing. Andere Bands mochten schneller spielen als Iommi, Dio, Butler und Appice, aber keiner brachte diese düstere Heaviness mit, wie es BLACK SABBATH taten – und nichts anderes waren HEAVEN & HELL nun einmal. Zudem präsentierten sich die vier Herren hier in absoluter Top-Form, jedes Riff von Tony Iommi saß, der Bass von Geezer Butler pumpte unaufhaltsam, Appice spielte hart und präzise und der Stimme von Dio schien das Alter einfach nichts anhaben zu können.
Der Sound der Aufnahme ist gigantisch (kein Vergleich zu dem eher etwas schwachen Klang damals von “Live Evil“), die Band spielte so tight und perfekt zusammen, dass es eine wahre Freude ist. Auch die Bilder sind jederzeit scharf und folgen stets der Dramaturgie der Musik. Hier wurden keine Fehler gemacht und alles fein säuberlich auf die BluRay übertragen. Und es macht wahnsinnigen Spaß, den Protagonisten beim Musizieren ins Gesicht zu schauen: Konzentration gepaart mit Spielfreude. Soundtechnisch gibt es hier absolut nichts zu meckern, die Gitarre baut die Riffwände stets transparent und messerscharf auf. Der Bass ist stets präsent und pumpt das Blut, bis es kocht. Die Drums tun einem alleine beim Hinhören schon Leid. Wenn man dann auch noch zusieht, wie Appice seine Felle gerbt, dann betet man inständig im nächsten Leben nicht als sein Drumkit zur Welt zu kommen. Dio zeigt auch nach mehr als 30 Jahren auf der Bühne keine stimmlichen Abnutzungserscheinungen (von seiner Omni-Präsenz und faszinierenden Persönlichkeit trotz kleinster Statur ganz zu Schweigen).
Die Kameras fangen das Konzertgeschehen sehr gut ein, auch wenn man sich manchmal weniger Naheinstellungen von den Instrumenten wünschen würde, sondern mehr Halbtotalen mit den Musikern, wie sie ihre Instrumente bedienen. Aber ansonsten gibt es wirklich nicht den kleinsten Anlass zur Beschwerde, denn die Umsetzung ist perfekt. Und dem Fan wird es egal sein, denn der bekommt hier noch einmal auf der BluRay eine der besten Bands aller Zeiten mit einem perfekten Konzert. Zudem werden vier kurze Specials zur Tour, der Band, den Fans und der Halle geboten. Das sind dann rund zwei Stunden Heavy Metal in Reinkultur, wie er besser nicht sein könnte. Daher kann und darf es hier nur die absolute Punktzahl geben. Dies hier ist eine Stunde - nein, vielmehr sind es mehr als zwei Stunden - lebende Rock-Geschichte, die leider nicht mehr wiederkommen werden.