Heinz Rudolf Kunze

Meisterwerke:Verbeugungen

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CD-Review

Reviewdatum: 22.11.2016
Jahr: 2016
Stil: Deutschrock

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Heinz Rudolf Kunze
Meisterwerke: Verbeugungen, SevenOne Music/Sony, 2016
Heinz Rudolf KunzeGesang
Produziert von: Swen Mayer Länge: 50 Min 18 Sek Medium: CD
01. Ganz in Weiss08. Was ich Dir sagen will
02. Blumen aus Eis09. Deine Schuld
03. Junge, komm bald wieder10.So lang man Träume noch leben kann
04. Hinterland11. Alles aus Liebe
05. Zum laichen und sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf12. Für mich soll's Rote Rosen regnen
06. Der Mussolini13. Wenn ein Mensch lebt
07. Ich steh auf Berlin14. Haus der Lüge

Kunze? Finde ich gut, sowohl als Liedermacher zu Beginn seiner Karriere, als auch später als Deutschrocker. Mit seinem literarischen Programm und den Akustikprojekten bin ich dagegen nie so richtig warm geworden.

Zu seinem 60. Geburtstag beschenkt sich der Künstler nun selbst, indem er 14 deutschsprachige Stücke aus mehr als 50 Jahren Musikgeschichte neu interpretiert. Die Auswahl ist - vorsichtig ausgedrückt - ziemlich gewagt. Roy Black und Freddy Quinn, aber auch D.A.F. und EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN. Das stilistische Spektrum ist enorm, die Qualität und der Anspruch der Vorlagen extrem unterschiedlich.

Genau darin liegt Kunzes Problem bei diesem Album. Natürlich kann er Schlager aus den Sechzigern unfallfrei interpretieren, aber besser werden sie dadurch nicht. Von wegen 'It's The Singer Not The Song'! Eher 'Shit in! Shit out!'.

Spannend ist es trotzdem, vor allem aber demaskierend. Kann man einem Udo Jürgens seine kompositorischen und lyrischen Qualitäten einfach nicht absprechen, so ist und bleibt ein Roy Black einfach nur ein dümmlicher Schlagerfuzzi. Daher kann man sich ein Was ich Dir sagen will sowohl im Original als auch als Coverversion gut anhören, während man bei einem Ganz in Weiß in beiden Fällen an die Grenze des Erträglichen geführt wird.

Neben einigen Totalausfällen und einer Menge Durchschnitt muss man Kunze allerdings auch ein paar Volltreffer attestieren. Erstaunlicherweise gelingt ihm das immer dann, wenn die Originale stilistisch recht nahe an seinem eigenen Schaffen liegen, wie Caspers Hinterland oder Thees Uhlmanns Zum laichen und sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf, oder wenn er sich einen Song wie Deine Schuld von den ÄRZTEN entsprechend zurecht biegt. Stark auch seine Version von D.A.F.s Der Mussolini.

Kunzes Verbeugungen sind genauso wenig ein Meisterwerk, wie alle von ihm aufgegriffenen Kompositionen, sondern eine äußerst zwiespältige Angelegenheit. Das liegt nicht an seinen Fähigkeiten. Im Gegenteil! Mehr als einmal horcht man erstaunt auf und muss feststellen, welch begnadeter Sänger er doch ist. Die Auswahl des bisweilen erbärmlichen Ausgangsmaterials geht allerdings voll auf seine Kappe. Zumindest hat er offensichtlich nicht widersprochen manchen derben Schund wiederzukäuen.

Martin Schneider, 20.11.2016

 

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