Hello Madness

Light And Life After Dusk

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 12.01.2009
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Marc Langels


Light And Life After Dusk, Note Garden Records, 2008
Alejandro MillánVocals, Piano, Keyboards
Pablo GonzálezBass
Enrique "Bugs" GonzálezDrums
Produziert von: Alejandro Millán Länge: 42 Min 50 Sek Medium: CD
01. Hello Madness07. Far Away
02. Destiny Is Too Late08. Stolen
03. Change09. Not Feeling
04. My Stranger10. Here On My Lips
05. Emotions11. Light And Life After Dusk
06. Once Again

Musik, die von den Plattenfirmen unter dem Begriff Progressive-Rock vertrieben wird, zeichnet sich häufig durch lange Instrumental-Passagen, Gitarren-, Keyboard und Bass-Soli sowie wilde Rhythmus-Wechsel aus. Daher dürfte es vielen Anhängern dieser Musikrichtung schwer fallen, HELLO MADNESS ebenfalls als Prog-Rock zu betrachten, denn was der junge Mexikaner Allejandro Millán hier bietet, ist weder überdurchschnittlich lang, verzichtet bewusst komplett auf den Einsatz von Gitarren und basiert nur auf Gesang, Klavier und Keyboard, sowie einer exzellenten Rhythmusgruppe. Diese besteht aus Schlagzeuger Enrique 'Bugs' González, der früher auch schon für den Fusion-Schlagzeuger Dave Weckl aktiv war, und Bassist Pablo González Sarre.

Auf Grund der Trio-Besetzung bleibt natürlich mehr Raum für Bass und Schlagzeug, um Akzente zu setzen. Dies tun die beiden Musiker dann auch. So sorgt der Bass immer wieder für melodische Gegenbewegungen. Und das Schlagzeug flirrt ständig umher und gibt dem Ganzen den nötigen Drive, sorgt aber auch immer wieder für überraschende Wendungen. Manchmal wirkt die Musik dadurch ein wenig gehetzt, aber niemals überfrachtet oder orientierungslos. Zusammengehalten wird die Musik natürlich durch das äußerst harmonische und dynamische Klavierspiel von Millán. Dieser entpuppt sich darüber hinaus nicht nur als exzellenter Songwriter, sondern auch noch als überdurchschnittlich guter Sänger.

HELLO MADNESS haben trotz der kurzen Dauer der Lieder, trotz der wenigen instrumentalen Ausflüge und trotz der Eingängigkeit viele Berührungspunkte mit der progressiven Rock-Musik. So war Bandkopf Allejandro Millán bei Arjen Lucassens Projekt STREAM OF PASSION als Keyboarder dabei und die Instrumental-Arbeit auf "Light And Life After Dusk" ist wirklich nicht zu verachten. So schaffen es die drei Musiker hier wirklich, keine Sekunde Langeweile aufkommen zu lassen, obwohl sich die Stücke überwiegend im langsamen bis Mid-Tempo-Bereich bewegen. Zudem schmeicheln sich die Melodien so geschickt in die Gehörgänge, dass man versucht ist, für diese Musikrichtung eine neue Bezeichnung zu erfinden, so in etwa "Progressive Popmusik" .

Phasenweise erinnern HELLO MADNESS etwas an die Eingängigkeit von TEARS FOR FEARS oder an die Abgründigkeit von RADIOHEAD. Die Musik besitzt eine emotionale Tiefe, die aber nicht von Trauer herrührt, sondern aus einer durchdringenden und mysteriösen Melancholie. Und dennoch strahlt die Musik auf "Light And Life After Dusk" doch immer wieder Hoffnung aus, so wie Sonnenstrahlen, die sich im Dunkel durchsetzen. Musikalisch sind HELLO MADNESS zudem nicht nur von der klassischen Pop- und Rock-Musik, sondern auch von Latin und Fusion-Jazz hörbar beeinflusst.

Trotz der "kleinen" Besetzung als Trio schaffen es HELLO MADNESS zum Beispiel bei Not Feeling den gesamten Raum auszufüllen. Hier wird die Musik fast körperlich erfahrbar und dadurch besonders eindrucksvoll (und in manchen Momenten fast schon bedrückend). Aber gerade dadurch hebt sie sich von der reinen Populärmusik ab, die häufig nur auf die schnelle Befriedigung aus ist. Insofern erfüllen HELLO MADNESS dann eben doch die Berechtigung als progressiv zu gelten.

Marc Langels, 12.01.2009

 

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