Henrik Freischlader

"Keine Klagen vom Theologen"

( English translation by Google Translation by Google )

Interview

Reviewdatum: 24.05.2006

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Redakteur(e):

Joachim Domrath


Henrik Freischlader
"Keine Klagen von Theologen", Interview

Gespr?ch mit Henrik Freischlader beim Konzert in der Blues Garage in Hannover-Isernhagen:

Henrik Freischlader Hooked on Music: Die Blues Garage ist der letzte Termin Eurer ersten gro?en Tour. Wie war der Verlauf?
Henrik Freischlader: Wir sind sehr zufrieden, insgesamt lief alles weit ?ber unseren Erwartungen. Die Leute waren ?berall sehr dankbar und es hat uns wirklich gro?en Spa? gemacht zu spielen.
HOM: Wie seid ihr auf die Blues Garage gekommen. Sie liegt ja eigentlich etwas abseits der Tour-Route.
H.F: Den Termin hat Sascha K?hn f?r uns an Land gezogen, er spielt hier ?fters mit BIRTH CONTROL und hat Henry (dem Veranstalter) unsere Band empfohlen. Die Location und das Publikum heute sind klasse. Fabelhafte Stimmung hier.

HOM: Heute ist es ja ?blich CDs w?hrend der Konzerte zu verkaufen. Wie war der Absatz?
H.F: Wir sind ?berrascht, bei fast 700 verkauften Exemplaren allein auf den Konzerten kann man wohl nicht klagen, wirklich fantastisch. Herzlichen Dank an die Fans!

HOM: Eine Setlist konnte ich auf der B?hne nicht ausmachen. Improvisiert ihr vielleicht?
H.F: Wir improvisieren sehr viel, trotzdem haben wir selbstverst?ndlich unser festes Programm, welches wir mittlerweile aber alle im Kopf haben... die Setlist vergessen wir immer im Auto. Je nach Resonanz im Publikum ?ndern wir die Reihenfolge der Songs etwas. Wir k?nnen nicht gut mit starrem Programm unseren Stiefel runterspielen. Jedes Konzert verl?uft anders.

HOM: Jetzt ist gerade Halbzeit. St?rend empfinde ich das Gesabbel von einer Gruppe an der Theke. Das st?rt unheimlich w?hrend der leisen Passagen.
H.F: Du hast recht. Sch?n ist es nicht. Aber das ist bei anderen Veranstaltungsorten nicht anders. Mal mehr, mal weniger. Wenn es zu sehr ausufert, spielen wir die langsame Nummer zum Schluss nicht. Aber ich glaube, hier werden wir sie spielen (so war es auch).

HOM: Habt ihr schon einmal live mit Ear-Monitoring gespielt und wenn ja, wie ist Deine Meinung zu diesem kabellosen Wunderwerk?
H.F: Unser Drummer, Dirk Sengotta, spielt regelm??ig mit In-Ear Monitoring. Oliver und ich haben es auf der Tour auch ausprobiert. Mir gefiel es spontan eher nicht, ich finde den Sound zu steril und "dosig", brauche da live doch den "rohen" Sound aus meinen Realtones.
Das ist aber nur mein pers?nliches Empfinden, f?r viele Instrumente, Schlagzeug ganz besonders, soll es prima sein.

HOM: Was h?ltst Du von den modernen Soundspielerein a la Surround in den eigenen vier W?nden. Also "The Blues" statt in Stereo in Dolby Digital Music ?ber eine Batterie von Lautsprechern.
H.F: Ich halte viel davon und finde die Entwicklung auf diesem Gebiet beachtlich, allerdings k?nnte ich mir vorstellen, dass es f?r das "eigene Heimkino" besser funktioniert als f?r meine alten Bluesscheiben.

HOM: Wie siehst Du die gegenw?rtige Blues-Szene a.) in Deutschland b.) weltweit. Was ist in - was ist out?
H.F: Ich finde die Bluesszene in Deutschland gro?artig. Es gibt uns "Blueser" ?berall. haha! Nein, im Ernst, f?r mich ist es immer wieder erstaunlich, was der Blues doch f?r eine best?ndige Fangemeinde hat und wie sich die Szene auch f?reinander einsetzt. Als wir z.B. unser aktuelles Album aufgenommen haben, h?tten wir niemals mit einer solch gro?en Resonanz gerechnet. Ein ganz herzlicher Dank an dieser Stelle an die Magazine und Internet-Foren wie z.B. Bluesnews, RockTimes, Weinschenk, Ragazzi Music und nat?rlich das Hooked on Music, die uns durch ihre CD-Rezensionen und Konzertberichte wirklich enorm unterst?tzt haben.
Ebenfalls fantastisch ist das Interesse und das Engagement der ganzen Clubs, in denen wir jetzt fast 40 Konzerte gespielt haben. Man trifft immer wieder auf Menschen, die sich f?r den Blues in Deutschland ganz besonders einsetzen, die Blues Garage ist daf?r ein sehr gutes Beispiel, aber auch der Ducsaal in Freudenburg, oder die Musical Box in Remscheid, um nur einige der vielen zu nennen.
Das neu gegr?ndete Label "Pepper Cake", das uns ver?ffentlicht hat, ist auch ein gutes Beispiel f?r die neue Welle der Begeisterung f?r den Blues. Die engagierten Mitarbeiter unterst?tzen uns mit Begeisterung, das ist sp?rbar. Wer h?tte denn auch gewagt, eine No-Name-Band zu ver?ffentlichen, wenn nicht mit dem entsprechenden Feeling geh?rt worden w?re. Toll!!
Ich bin begeistert und froh ?ber diese Entwicklung. Auch zu unseren Konzerten kommen immer mehr junge Leute, die sich beigeistern lassen und dazu beitragen, dass der Blues immer popul?rer wird. Das freut mich sehr.
Weltweit wird es ?hnlich sein, in oder out ist beim Blues glaube ich eher Nebensache oder zumindest schwer festzulegen.

HOM: Euer Sound war knackig und die Instrumente kamen sauber getrennt aus der Anlage. Kein Soundgedr?hne wie einst bei MOLLY HATCHET. Wer ist euer Meister an den Reglern?
H.F: Erst einmal herzlichen Dank, der Sound ist immer wichtig! Ich denke, dass wir alle unsere klaren Vorstellungen von unserem pers?nlichen Sound haben, zusammen ergibt es immer einen guten und transparenten Mix. Es ist allerdings immer von Konzert zu Konzert verschieden, an diesem Abend hatte auch Henry von der Blues Garage seine Finger im Spiel.

HOM: Bist Du Profimusiker oder hast Du, wie z.B. Julian Sas, einen zweiten Job neben der Musik?
H.F: Nein, einen Job neben der Musik habe ich nicht, ich studiere katholische Theologie und Englisch.
HOM: Ist Henrik Freischlader ein politischer Mensch?
H.F: Nein, ein religi?ser Mensch.

HOM: Deine pers?nliche positive Hitparade: Musik, TV-Sendung, Film, Buch.
H.F: Musik: Da gibt es unz?hlige, nat?rlich all die gro?en Meister, B.B. King, Muddy Waters, Robert Johnson, Albert King, Albert Collins, Jimi Hendrix, Stevie Ray Vaughan, Gary Moore, Keb' Mo', Johnny "Guitar" Watson, Lucky Peterson, Jeff Healey, Greg Koch, Robben Ford, Taj Mahal etc. Aber auch aktuell in der "neuen" Generation gibt es hervorragende Musiker wie z.B. Joe Bonamassa, John Mayer, Colin James oder Kenny Wayne Shepherd.
Und noch schnell die "Geheimtipps" wie z.B. Chris Duarte, THE HOAX oder Mark Selby.
Allerdings h?re ich alles, was gut ist, und da gibt's wieder unendlich viel, das alles aufzuz?hlen, w?rde zu viel Platz einnehmen. Mein CD-Schrank geht neben den ganzen "Bluesern" von Ray Charles und Ella Fitzgerald ?ber TOWER OF POWER und James Brown bis LED ZEPPELIN oder LYNYRD SKYNYRD usw.
TV Sendungen: Gute Dokumentationen.
Film: Sehr gerne sehe ich Charlie Chaplin und die Marx Brothers, aber auch "Der Pate 1 + 2" ist z.B. ein Film, in dem alles stimmt, bis ins Detail, inkl. Zeitgeist.
Lieblingsbuch: Michail Bulgakow "Meister und Margarita".
HOM: Und im negativen Sinne. Musik, TV, Film, Buch...
H.F: Musik: Techno und diese vulg?ren deutschen Hip Hopper sind nicht so mein Ding.
TV Sendung: Soaps, Talkshows, Gerichtssendungen und Unterhaltungsnachrichten.
Film: Da gibt's nichts bestimmtes, B-Movies halt.
Buch: Die schlechten kenn ich nicht.

Henrik Freischlader
H.F. & J.D.

Das Hooked on Music dankt recht herzlich f?r das nette Gespr?ch.

Joachim Domrath, 24.05.2006

 

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