Henrik Freischlader

Live 2014

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 17.03.2015
Jahr: 2015
Stil: Blues-Rock

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Henrik Freischlader
Live 2014, Cable Car Records, 2015
Henrik FreischladerVocals, Guitar
Theofilos FotiadisBass
Moritz FuhrhopHammond B-3, Piano
Dirk sengottaDrums
Produziert von: Henrik Freischlader Länge: 70 Min 42 Sek Medium: CD
01. A Better Man06. Point Of View
02. Too Cool For Me07. Gimme All You Got
03. Disappointed Women08. She Ain't Got The Blues
04. Keep Playin'09. Guitar Intro
05. Everything Is Gone10. Desert Love

Ja, ich weiß noch genau wie meine Geschichte mit Henrik Freischlader begann: Im Sommer 2008 bekam ich von einem Kumpel die ersten beiden HFB Studioscheiben, "The Blues" und "Get Closer" geliehen. Nicht schlecht, aber stellenweise doch ein wenig stereotyp bzw. zu formelhaft. Doch immerhin interessant genug, mich weiter mit diesem mir bis dato unbekannten deutschen Bluesgitarristen zu beschäftigen. Nächster Schritt: "Henriks Triple Album "Live"" aus dem Jahre 2008. Wen überrascht's, der Funke sprang über, aber sowas von.

Dann kam im November 2009 "Recorded By Martin Meinschäfer" und es war um mich geschehen. Tolle Platte. Bis heute meine liebste. Im Mai 2010 dann mein erstes Freischlader Konzert im "Schwarzen Adler" in Rheinberg. Restlos begeistert. Gänsehaut.
In den folgenden Jahren brillierte Freischlader mit weiteren Klasse-Alben und prima Konzerten sowie qualitativ hochwertigen Konzert-DVDs. Tourte immer erfolgreicher ohne Unterlass, auch im Ausland, und produzierte, komponierte und arrangierte nebenbei auch noch astreine Scheiben von Tommy Schneller und Layla Zoe. Sieben/acht Jahre im Dauerstress. Arbeit und Spaß, Lust und Frust.

Zuletzt wirkte Freischlader etwas müde und abgeschlafft, ja, uninspiriert, sowohl bei meinem letzten persönlichen Konzerteindruck aus Dinslaken im Sommer 2013 (nicht im HoM dokumentiert), als auch auf seinem letzten Studioalbum "Night Train To Budapest", das mich nicht mehr wirklich begeistern konnte.

Seine Abschiedstour im Herbst 2014 hat mich dann auch nicht mehr wirklich gereizt, zumal ich bei seinem Bochumer "Zeche" Termin im Urlaub war. Passte also nicht wirklich. Insgesamt vier Freischlader Live-Gigs reichen fürs erste auch.

Tja, falsch gedacht, Herr Ipach. Wenn ich mir jetzt die neue Live-Platte "Live 2014 - Night Train To Budapest Farewell Tour" anhöre - 1x bei immenser Lautstärke auf der Autobahn und 1x via Kopfhörer im Bett liegend - muss ich abermals feststellen, dass dieser sympathische Mützenträger aus Wuppertal der Beste ist. Ohne Wenn und Aber. Konkurrenzlos.

Dieses aus mehreren Gigs zusammen geschnittene Live-Dokument überzeugt restlos mit überbordenden Emotionen, hochkarätiger Instrumentalkunst aller vier Protagonisten, leichtfüßigem Groove, punktgenauem Gesang und einer Songauswahl, die einem Abschied würdig erscheint.
Altes Zeugs haben sie rausgekramt. Jugendsünden wie Disappointed Women (mit Henriks selbstironischem Kommentar), frühe Glanzlichter wie She Ain't Got The Blues und Too Cool For Me, die sich jetzt in der Rückblende bzw. Aufarbeitung einer gereiften Band viel besser anhören als vor zig Jahren. Zehn Lieder nur, aber die haben es in sich. Besonders das Schlusspaket mit den beiden kohärenten Guitar Intro (zum Niederknien) und dem tief gehenden, gänsehautmachenden Desert Love lassen einem den Abschied schwerer fallen als gedacht. "Night Train To Budapest Farewell Tour - Live 2014" wird vermutlich als eine der besten Live-Platten des Jahres in die Annalen eingehen. Kolossal.

Ich persönlich hoffe, dass Henrik Freischladers künstlerische Pause nicht allzu lange ausfallen wird, denn Leute seines Kalibers werden in der Musikwelt gebraucht. Ausruhen, Kraft tanken, Inspirationen auffangen. Neil Young sagte mal: "Die Songs fallen mir irgendwann vom Himmel in den Schoß". Erzwingen kann man es also nicht, aber man kann geduldig bleiben.

Frank Ipach, 16.03.2015

 

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