Henrik Freischlader

The Blues

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 18.02.2006
Jahr: 2006

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Redakteur(e):

Joachim Domrath


Henrik Freischlader
The Blues, Zyx Music, 2006
Henrik Freischlader Lead Vocals,Guitars
Oliver Schmellenkamp Bass
Daniel Guthausen Drums
Sascha Kühn Keyboards
Produziert von: Oliver Schmellenkamp Länge: 70 Min 11 Sek Medium: CD
1. The Blues7. When I First Saw You
2. My Baby8. Did You Right
3. Nothin' To Loose9. She Ain't Got The Blues
4. Tired Of Beggin'10. No Questions
5. Disappointed Women11. Lonely Word
6. Is It Right

Nun ist sie da. Die langerwartete erste Studio CD der Henrik Freischlader Band. Ich hatte ja schon früher von den ersten musikalischen Lebenszeichen im HoR berichtet. Damals hatte ich ihn als Zukunft des Blues bezeichnet.
15 Monate später liegt die Zukunft des Blues im edlen Digipack vor mir auf dem Schreibtisch. Kurz und knapp "The Blues" nennt sich die schmuck aufgemachte CD der HENRIK FREISCHLADER BAND.

Und gleich die ersten Töne verzücken mich altgestandenen Blueser aufs Äußerste. Mit dezenten Delta Tönen beginnt The Blues um sich dann allmählich zu einem explosiven Bluesrocker zu entwickeln. Henriks Gitarre verlässt öfters den Bluespfad der Tugend und klingt im letzten Drittel des Songs richtig orchestral. Sehr ungewöhnlich für diese Musiksparte. Und deshalb vielleicht so genial? Ein toller Einstieg.
My Baby I love you. So in etwa möchte ich die nächste Nummer umschreiben. Noch ein paar Bläser hinzugedacht und das Ganze klingt wie eine klassische BLOOD, SWEAT AND TEARS Nummer. Vielleicht auch nur deshalb, weil Henrik stimmlich hier ziemlich nah dran an David Clayton Thomas ist. Sasche Kühns quirlige Hammond macht den Sound dazu richtig schön fett.
Packend und schweißtreibend präsentiert die Band sich auch auf Nothin' to Loose und Tired Of Beggin'. Alle Musiker halten das ungemein hohe Niveau aufrecht. Ich bin hin- und hergerissen zwischen Gitarre, Hammond, Drums und dem funkigen Bass. Und Henriks Stimme zählt zum Besten im Rock. Und das gilt nicht nur für den deutschsprachigen Raum.

Vier Nummern und noch keine Ballade. In der gängigen Bluesszene eigentlich vollkommen ungewohnt. Die Scheibe rockt und groovt seit nunmehr 18 Minuten ohne Verschnaufpause. Meine Fußsohlen, vor allem die musikalische Linke, fangen langsam an im Takt zu qualmen.

Henrik spielt seine Gitarren dominant. aber nie vordergründig. Zu keiner Zeit will er auf seinen sechs Saiten irgendeinen Rekord im Guiness Buch aufstellen. Melodie ist Trumpf. Dadurch erhalten auch seine Mitspieler immer genügend Spielraum um ihr Können unter Beweis zu stellen. Bassist Oliver Schmellenkamp erinnert mit seiner Spieltechnik und dem gekonnten Spagat zwischen Funk, Blues, Rock und Jazz an Victor Bailey. Eigentlich müsste der gute Oliver seinen Nachnamen in Schmellengroove ändern. Daniel Guthausen überzeugt an den Drums auf ganzer Linie und verpasst dem ganzen die letzte rockige Note.
So, nun aber genug der Lobhudelei und auf zu den nächsten Klangcollagen der Band.
Wieder nichts mit Balladen-Verschnaufpause. Gnadenlos feuert die Band ihre bluesrockige Munition auch auf Disappointed Woman und Is It Right ab. Gerade auf letzterem holt Henrik die Gitarren-Axt aus der Tasche. Brachial und doch voller Melodie treibt die Gitarre den Song voran. Dabei lässt sich ein gewisser Jimi Hendrix Touch nicht verleugnen. Das Solo bzw. die Soli sind sehr abwechslungsreich und voll wunderbarer Melodramatik. Der dezente Hammond-Sound im Hintergrund ergibt die richtige Würze für dieses edle Rockblues-Gericht.
Und sieh an. When I First Saw You zeigt die Jungs mal von ihrer halbwegs romantischen Seite. Eine typische softe Bluesnummer. Henrik erzählt wie er seine große Liebe kennen lernte und inzwischen, nach all den Jahren, sieben hungrige Kinder ernähren muss. Das ist natürlich genauso frei erfunden wie die passende schöne Melodie. Oder?? Die Gitarre klingt ungewohnt jazzig und mit einem sanftem Hauch von Swing und Joe Pass.
Als wären die guten alten CREAM auferstanden tönt Did You Right kraftvoll aus meinen Lautsprechern. Das ist feiner Hardrock-Blues mit einem bombastischen Gitarrensolo. Es klingt, als würden vier Gitarren gleichzeitig aus den Membranen brausen. Ein wahres Saitengewitter das bei www.unwetterzentrale.de locker für die rote Warnschwelle reichen würde. Herrlich.
Und auch auf She Ain't Got The Blues heißt die Devise "Haut den Lukas". Kraftvoller Rockblues, der jederzeit das erlaubte Tempolimit überschreitet. Das Gitarrensolo wurde wahrscheinlich im Windkanal der Porsche Werke aufgenommen. Henriks Fingerfertigkeit ist schier unglaublich. Und nicht ein Halbton fällt der Geschwindigkeit zum Opfer. Der Rest der Band lässt sich davon aber überhaupt nicht beeindrucken und hält locker mit.
Nachdem No Question weiter im oberen Bereich groovt, wird die Band auf dem letzten Song Lonely World sanft und melancholisch. Der Gitarrensound wandert zwischen VENTURES und Albert King. Das klingt phantastisch präzise und sauber. Saschas zurückhaltende Hammond unterstützt das theatralische Gitarrenszenario effektvoll.

"The Blues" von der Henrik Freischlader Band ist Bluesrock oder Rockblues in Vollendung. Musikalisch und handwerklich wird hier aus dem Vollen geschöpft. Dieses Album ist der Maßstab für alle künftigen deutschen Bluesbands und das mit Abstand beste Album einer deutschen Bluesband seit Willie Brown den Pakt mit dem Teufel schloss. Die Zukunft des Blues ist Realität geworden. Und auch international gehören die Jungs zur ersten Liga.
Klang und Produktion sind sehr gut.

Die Band ist mit ihrem neuen Drummer Dirk Sengotta bis zur Jahresmitte 2006 auf einer umfangreichen Tour durch Deutschland (siehe Termine im HoR). O-Ton Henrik Freischlader: "Seit September haben wir einen neuen Drummer, Dirk Sengotta, ein absolutes Tier an den Drums, da kannst du dich darauf freuen. Er spielte unter anderem schon bei den SCORPIONS, Stefan Raab und der Blueslegende Rufus Thomas. Und jetzt eben bei uns".

Joachim Domrath, 18.02.2006

Selten von einer deutschen Band so einen kraftvollen und gefühlvollem Blues mit Tiefgang und Spirit gehört. Dazu die geile "verrauchte" Blues-Stimme von Henrik, man fühlt sich nach Texas (USA) versetzt.

Mit dem Eröffnungsstück The Blues kommt eine feinfühlig gespielte Akustikgitarre zum Tragen bevor es Henrik gleich richtig und spektakulär krachen lässt. Ein unheimlich starkes Stück, das als Ohr- und Türöffner am richtigen Platz steht und Fun auf mehr macht.
Mit My Baby wird es blusiger, die glasklare Gitarre mit herrlichen Riffs, der hinterlegte Klangteppich, die ausdruckstarke Stimme von Henrik überzeugt: Erste-Sahne-Blues mit Gefühl und großem Spektrum!

Wuppertal hat es in sich, von dort kommt mit Henrik Freischlader der überzeugendste Blues-Rocker Deutschlands. Seine Fingerfertigkeit, sein gefühlvolles Gitarrenspiel z.B. auf Lonely World und sein kompetentes musikalisches Feeling stellt er in allen Titeln auf der CD dar und zeigt damit seine überragende musikalische Bandbreite und Qualität und seinen Mannen auf.
Toll, was der junge Kerl zusammen mit seiner unheimlich motivierten Band drauf hat. Richtig in die Knochen und zum vibrieren neigen (meine Anspieltipps!) folgende Titel: The Blues, My Baby, Tired Of Beggin, Disappointed Women, Did You Right und No Questions da muss man auf die Lautsprecherboxen aufpassen... Durchbrandgefahr gegeben!
Die weiteren Titel stehen musikalisch auf der gleichen hohen Ebene: Ausdrucksstarker, kompetenter Blues mit starkem Rockeinschlag, gepaart mit Funk-Elementen. Man kann es nicht besser machen.
Ausschließlich Eigenkompositionen, wo nehmen die Jungs die Einfälle und die Abgeklärtheit her? Keine Coverversionen auf der ersten CD! Das Debüt-Album mit insg. 11 Titeln stellt einen Quantensprung in der Deutschen Blues-Rockgeschichte dar.
Sascha, Tastenmann, erweitert das musikalische Spektrum der Band. Die Rhythmus-Sektion mit Oliver und Daniel legt auf Nuancierungen großen Wert, die Verständigung, das gegenseitige Eingehen und Fordern ist eine Klasse für sich, mit einem Henrik in TOP-Form!

Ein soundtechnisch exzellentes Album, das Spannung hat und Spaß macht, abwechslungsreich ist und große Lust auf einen Live-Gig (es kribbelt schon) von Henrik und seiner Band macht.
Dies ist keine Blues-Rock Gruppe der "Hoffnung" mehr, dies ist die Reinkarnation des neuen Blues in Deutschland. Europa und mehr kann kommen!

Ronald Weinschenk, 18.02.2006

 

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