Heroina

Heroina

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 08.12.2011
Jahr: 2011
Stil: Indie Pop/Alternative

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Heroina
Heroina, Sireena Records, 2011
Gün Yan SenKeyboards, Guitar & Bass
Tobias GrubenVocals
Matthias ArfmannVocals, Guitar & DJ
Rüdiger KloseDrums
Chris ReedGuitar & Bass (Track 1)
Katrin AchingerVocals, Bass & Keyboards (Tracks 2 & 6)
Christian LiebschSaxophone (Track 2)
Emilio WinschettiVocals (Track 6)
Produziert von: Heroina Länge: 67 Min 38 Sek Medium: CD
01. Skin Deep07. Legalize Cross
02. The One I Love08. The One I Love (Swamprider Version)
03. Submission09. Skin Deep (Skip Version)
04. Dans Ma Rue10. Dancing Barefoot (Instrumental Version)
05. Dancing Barefoot11. The Cross (Radio Version)
06. The Cross

Man lernt doch nie aus, auch als langjähriger Rezensent von Scheiben aus allen möglichen und unmöglichen Genres. Jedenfalls hatte ich bisher von HEROINA noch nie was gehört. Dank Sireena Records lässt sich nun diese Bildungslücke schließen, die das ursprünglich 1991 veröffentlichte, einzige Album der Band nun neu aufgelegt hat.

Also: HEROINA war ein Kurzzeit-Studio-Projekt der Musiker Matthias Arfmann (KASTRIERTE PHILOSOPHEN), Tobias Gruben (DIE ERDE) und Günther Janssen (DONNA REGINA), der sich hinter “Gün Yan Sen“ verbirgt. Das Konzept bestand darin, relativ zügig mehr oder weniger bekannte Fremdkompositionen aufzunehmen und diesen Covers neues Leben einzuhauchen. Die Bandbreite reichte dabei von PATTI SMITH über PRINCE und R.E.M. bis hin zu EDITH PIAF. Heraus kommt dabei ein ziemlich tanzbarer Mix aus Indierock und wavig angehauchtem Düstersound der frühen Neunziger, der überraschenderweise mitunter ganz schön mächtig grooved. Das spürt man schon beim eröffnenden STRANGLERS-Cover Skin Deep. Auch bei The One I Love macht sich die Neuausrichtung hin zum Indie-Dancefloor, unter anderem mit Turntables, positiv bemerkbar. Wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge passt jeweils die cool zurückgenommene Performance von Tobias Gruben, der gerne auch zu Sprechgesang im Stile von LOU REED zurückgreift (dabei aber eine höhere Trefferquote als Letzterer aufzuweisen hat).

Mit geradezu verblüffender Lässigkeit wird Submission von den SEX PISTOLS interpretiert, während die vielleicht spannendste Nummer Dans Ma Rue von EDITH PIAF am Ende gar zum perkussiv geprägten Jam ausbricht. Wie geschaffen für HEROINA ist natürlich Dancing Barefoot, das Stück das auch den Beginn der Studioaufnahmen im Knochenhaus-Studio auf St. Pauli markierte und das einen mit seiner regelrecht hypnotischen Intensität wie in einen Sog anzieht. Äußerst cool geraten sind auch das PRINCE-Cover The Cross sowie dessen instrumentaler Nachklapp Legalize Cross. Als Bonus gibt es dann noch ein paar Remix-Versionen der vorangegangenen Stücke. Insgesamt mal wieder ein echter Schatz, der hier von Sireena gehoben wurde, insbesondere weil es sich hier nicht nur um ein musikalisch hochwertiges, leider nur sehr kurzlebiges Zeitdokument handelt, sondern weil die auf “Heroina“ enthaltene Musik bis zum heutigen Tage nicht ein Körnchen Staub angesetzt hat.

Ralf Stierlen, 06.12.2011

 

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