Hogjaw

Sons Of The Western Skies

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 28.03.2012
Jahr: 2012
Stil: Southern Rock

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Redakteur(e):

Christian Gerecht


Hogjaw
Sons Of The Western Skies, Swampjawbeammusic L.L.C., 2012
Jonboat JonesVocals, Guitars
Kreg SelfGuitars
Elvis DDBass
J. "Kwall" KowalskiDrums
Guests:
Jeff WilburSax on "Everyone's Goin Fishin'"
TumbleweedHarp on "Mainstream Trucker"
Produziert von: Hogjaw Länge: 47 Min 30 Sek Medium: CD
01. Spoonfed06. Look To The Sky
02. Hells Half Home Of Mine07. Mainstream Trucker (18 Wheeler Edit)
03. Road Of Fools08. Midnight Run To Cleator
04. Six Shots09. Dirty Woman
05. Everyone's Goin Fishin'10. The Sum Of All Things

Wenn eine Southern Newcomer Band der letzten Jahre angekommen ist, dann sind es HOGJAW. Die vier Jungens aus dem Wüstenstaat Arizona haben sich zu einer festen Größe etabliert und es freut mich ungemein, ihr drittes Album "Sons Of The Western Skies" vorstellen zu dürfen. Der Fluch des dritten Albums, seit 60 Jahren Rockmusikgeschichte ohnehin nie wirklich greifend, braucht uns nur insofern zu berühren, als dass HOGJAW ein wenig bei sich selbst abgeschrieben haben. Ich sehe das nicht unbedingt als wirkliche Schwäche. Mozart, Rossini und ein paar weitere namhafte Größen der Musikhistorie taten das auch, wenn ihnen nichts besseres einfiel. Die Songs von "Sons Of The Western Skies" sind jedoch durch die Bank ansprechend, haben Feeling und auch den nötigen Bums. Besonders freut es mich, dass sich HOGJAW von der übermäßig fetten Produktion ihres letzten Albums "Ironwood" abgewandt haben und auf ihrer dritten Scheibe nun wieder so daher kommen, wie es ihre Musik eigentlich einfordert.

Eröffnet wird "Sons Of..." mit dem herrlich drauflos polternden Spoonfed, dem die nicht minder krachenden Hell Half Home Of Mine und Road Of Fools folgen. Letzteres wirkt auf Grund des etwas faden Refrains leicht ermüdend (Kwall, der Drummer singt erstmals, aber ich sag's mal wie mir der Schnabel gewachsen ist: Felle gerben kann er definitiv besser). Doch schon der nächste Song, Six Shots (allemal besser als Fünf...), rückt alles wieder ins Lot. Das sind HOGJAW wie sie leiben und leben. Brennende Double Leads, klasse Groove; die Drums herrlich unkonventionell. Alles in Allem ist das ein echter Einstieg nach Maß!
Die Songs werden länger und, man höre und staune, bei Everyone's Goin' Fishin' haben die vier Wüstenfüchse sogar ein kleines, funky Gebläse in Form eines mit Schmackes geblasenen Saxophons eingebaut. Ungewohnt, mit jeder Menge Soul, aber richtig klasse! Gäbe es noch ein paar Back Up Hühner dazu, würde mich der sympathische Song direkt an WET WILLIE erinnern (deren erste Capricorn Alben es durchaus mal wert wären wieder aufgelegt zu werden).
Mit Look To The Sky packen HOGJAW die große Keule schwerblütig-schwüler Southern Rock (Halb-)Balladen aus. In Passagen erinnert der Song freilich ein wenig an This Whiskey oder The Fog vom überragenden Debüt "Devil In The Details", aber es sind tatsächlich nur Passagen. Der Instrumentalpart über die Mitte des Songs zeigt mit wunderbar leichten und doch auch elegischen Gitarrenfiguren was Kreg Self und Jonboat Jones an der Klampfe drauf haben. Die beiden müssen sich hinter niemanden verstecken. Über Jonboats Stimme mag Mancher geteilter Meinung sein. Ich finde sie hat Mumm, vor allem aber einen immensen Wiedererkennungswert!
Schön bluesig (klasse Harp) geht es mit Mainstream Trucker weiter. Die teils verfremdeten Stimmen drücken dem Song einen dicken, eigenwilligen, gleichsam eigenständigen Stempel auf. HOGJAW gehen durchaus progressiv mit ihrer Art von Southern Rock um und das, liebe Leser, ist, zumindest für mich, eines ihrer größten Qualitätsmerkmale. Mit Song Nummer 8 (Midnight Run To Cleator) geht es rumpelnd weiter. Die rollende Nummer mit dem kleinen, fast versteckten Metal Riffs erinnert mich direkt an die Bücher von Georg Schönauer. Was habe ich die Bände als Junge verschlungen. Fünf, sechs mal am Stück. Aufregende Fahrten per Anhalter oder Hobo durch die USA. In endlos langen Freight Trains. Versteckt in der Strohladung eines Bulkheads und von fürsorglichen Menschen mit Proviant und Dosenbier versorgt. Hier endlich ist sie, die musikalische Begleitung zu den stampfenden Cap Forwards der Southern Pacific.
Mit einer A capella Einlage wird die nächste Granate gezündet: Dirty Woman! Allein das Gitarrensolo um die Mitte ist zum Niederknien. Ich kann mich nur wiederholen: Was Jonboat und Kreg da aus ihren Les Pauls zaubern hat echtes Format. Da brennt nicht nur die Wüstensonne!
Der abschließende Longtrack The Sum Of All Things ist eine weitere Southern Ballade vor dem Herrn, der endlich wieder ein Auge auf Dixie (und Arizona...) zu werfen scheint. Da passt einfach alles. Der schwermütige Sound, der sumpfige Groove und Gitarren zum verrückt werden. Das schreit nach "Hocker" und Ausritt, nach BBQ, viel Bier und hoch gelegten Beinen, nach Mädels und Sonnenuntergang (in genau der Reihenfolge)...!

HOGJAWs dritten Output kann man sich genauso sorgenfrei ins Regal stellen, wie die beiden Vorgänger. Die Klasse von "Devil In The Details" wird zwar nicht ganz erreicht, "Ironwood" gegenüber gibt es keinerlei Verluste. Im Gegenteil. Der weniger bombastische, viel besser zum Genre passende "Sound like a Freight Train" macht mir "Sons Of The Western Skies" ein ganzes Stück sympathischer. HOGJAWs offensiver Umgang mit allen möglichen Stilen von Southern und US Rock (seien es Reminiszenzen an die MARSHALL TUCKER BAND wie auf "Ironwood" oder eben an WET WILLIE wie hier) sollte der Band auch außerhalb der Southern und Biker Szene eine Menge Punkte einbringen. Alles, was sich echte US Mucke auf die Fahnen schreibt, muss hier fast zwingend Auge und Ohr riskieren. Achteinhalb von zehn Klapperschlangen!

Wer immer die Möglichkeit hat HOGJAW auf deren derzeitigen Europe Tour zu sehen, nehme dies unbedingt wahr. Die Jungens haben zahlreiches Erscheinen inzwischen mehr als verdient!

Christian "Grisu" Gerecht, 20.03.2012

 

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