House Of Aquarius

The World Through Bloodred Eyes


CD-Review

Reviewdatum: 28.02.2013
Jahr: 2012
Stil: Stoner Rock

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


House Of Aquarius
The World Through Bloodred Eyes, Electric Magic, 2012
Mikael PopovicVocals
Thomas EricssonGuitar
Lare HultmanBass
Jens GustavssonDrums
Produziert von: House Of Aquarius Länge: 48 Min 17 Sek Medium: CD
01. Lord Of Vermin06. Apes & Blood
02. Rock N' Roll Grandma And The KKK07. Cosmic Weed
03. Fear No Evil08. Nuclear Child
04. Azteroid Zombiez09. Out Of The Hands Of God
05. Unholy

Berlin ist definitiv nicht nur die Hauptstadt aller Deutschmichels, sondern auch die Kapitale für Retrorockfreunde und Stonerjünger. Neben solchen Bands wie KADAVAR, HEAT oder SAMSARA BLUES EXPERIMENT gibt es dort auch das Label Electric Magic von Christian Peters (seines Zeichens Gitarrist bei ebendiesen SAMSARAs), dass nicht nur einschlägige Neuerscheinungen herausbringt, sondern auch längst verschollen geglaubte Schätz neu auflegt.

So auch im Falle von HOUSE OF AQUARIUS, einer längst schon wieder dahingeschiedenen Band aus Schweden, deren Mitglieder ansonsten auch bei YEAR OF THE GOAT ihr doomiges Unwesen trieben. Der einzige Longplayer “The World Through Bloodred Eyes“ erschien 2002, also vor etwas mehr als zehn Jahren, als die Retrorockwelle noch nicht am Dauerglühen war. Daher ist dieses gute Stück wohl auch unverdient etwas untergegangen, was Electric Magic nun ändern möchte. und so viel vorweg: Es hat sich gelohnt, auf Ausgrabungstour zu gehen. Denn hier gibt es eine ziemlich ausgefuchste Mischung aus Doom (Lord Of Vermin, kauzigem, schwerem Blues (Rock N‘ Roll Grandma And The KKK und psychedelisch geschwängertem Fuzzrock. Das Besondere daran sind die immer wieder unvermittelt auftretenden Tempowechsel, um nicht zu sagen Vollbremsungen und 180-Grad-Kehrtwendungen, die den Hörer mehr als einmal verblüfft vor den Boxen verharren lassen. Da gibt es neben endlosen Soli dann auch mal langanhaltende Ruhephasen, die dann wieder von kantigem Knarzrock abgelöst werden.

Diese Jungs spielen nicht nur einfach, worauf sie Bock haben, sie haben auch spürbar Spaß dabei und nehmen sich definitiv nicht allzu ernst – was auch die Songtitel nahelegen. Und zum Abschluss gibt es noch einen ganz famosen Rausschmeißer mit Out Of The Hands Of God - muß man volle Pulle gehört haben. Alles schön tiefer gelegt und mit satten Riffs, erinnert mich das Ganze mehr als einmal an CLUTCH und deren diverse Sideprojekte. Also, Stonerfans, Doomliebhaber und Post Grunge Freunde sollten hier definitiv zugreifen – denn HOUSE OF AQUARIUS wird wohl nicht wiederkehren.

Ralf Stierlen, 26.02.2013

 

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