Hundred Seventy Split

Hundred Seventy Split


CD-Review

Reviewdatum: 20.10.2010
Jahr: 2010
Stil: Rock

Links:

Hundred Seventy Split Homepage

Hundred Seventy Split @ facebook



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Hundred Seventy Split
Hundred Seventy Split, Corner House Records, 2010
Joe GoochGuitar, Vocals
Leo LyonsBass
Sean FullerDrums (Tracks 1 - 3)
Tanner JacobsenDrums (Track 4)
Billy LivseyHammond (Track 3 & 4)
Produziert von: Leo Lyons Länge: 19 Min 37 Sek Medium: CD
01. The World Won't Stop03. Let The River Flow
02. Where The Blues Began04. Going Home

Wenn sich TEN YEARS AFTER-Bassist Leo Lyons nicht ausgelastet fühlt - und das passiert bei dem Mann schnell, wie man an seinen Produzententätigkeiten, u. a. für UFO sehen kann - dann stürzt er sich alsbald in ein neues Projekt. Jenes heißt "Hundred Seventy Split" und dafür hat er sich auch den TYA-Gitarristen Joe Gooch geschnappt. Da sich dieses Projekt auch in der Blues-Rock-Schiene bewegt, stellt sich die Frage, wo der Sinn dahinter steckt? Anscheinend soll hier mit etwas mehr "High Energy" zuwege gegangen werden und für Anfang kommenden Jahres ist ein komplettes Album angekündigt. Dieweil können wir schon mal in diese Vorab-Mini-CD reinhören.
The World Won't Stop hat tatsächlich reichlich Power, klingt ungeheuer frisch, wie eine aufgepeppte Mischung aus Hendrix und Kravitz. Der funkige Rocksong groovt gut, ist sehr dynamisch arrangiert und bringt Beine und Körper schnell in Fahrt. Würde mich persönlich auch auf einem TYA-Album nicht stören, aber die Herren haben da evtl. andere Ansichten. Die Qualitäten von Gooch und Lyons kommen hier wie da zum Tragen: Lions treibendes, immer sehr präsentes Bass-Spiel und Gooch riffdurchsetztes, ideenreiches Gitarrenspiel. Letzterer übernimmt natürlich auch den Gesang, wobei ich mir da etwas Kernigeres vorstellen könnte. Etwas straighter folgt Where The Blues Began und begibt sich mehr in ein mainstreamigeres Fahrwasser. Da passt auch Joes Stimme besser und seine perfekte Gitarrentechnik wird hier noch deutlicher. Schön angezerrter und bestens groovender Rhythmuspart und erfrischende Soloeinwürfe.

O.k., Let The River Flow wäre mir für TYA wirklich zu poppig. Nicht dass da nicht auch derbe und rockige Riffs drin wären, aber insgesamt bewegt sich der Song doch in einem eher tanzbaren pop-rockigen Stil, der aber nie langweilig wird und wenig Gitarrenvirtuosen höre ich so gern zu wie Joe Gooch. Trotz manchmal hyperschneller Fingersätze bleibt das immer noch nachvollziehbar und songdienlich.
Going Home - ja, ja die Sprüche und Verweise zum TYA-Klassiker werden nicht ausbleiben - startet mit einiger Ähnlichkeit zu mancher WHITESNAKE-Powerballade und bietet mit über sieben Minuten reichlich Raum für Joes Sololäufe. Allerdings hebt der Song dann doch nicht so ab, wie ich es erwartet hätte. Trotzdem eine gute Nummer und insgesamt auch ein schönes Minialbum - immerhin gut 20 Minuten - welches erwartungsvoll auf das anstehende Album blicken lässt. Könnte eine gute Verbindung zwischen den dem eher traditionellen Blues-Rock von TEN YEARS AFTER und moderneren Einflüssen und Sounds ergeben.

Epi Schmidt, 12.09.2010

 

(C) 2008 - 2019 by Hooked on Music