Hyde

666

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 12.12.2005
Jahr: 2005

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Hyde Homepage



Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Hyde
666, Gan-Shin Records, 2005
Hyde Vocals & Guitar
Kaz Guitar & Synthesizer Programming
Hiroki Bass
Furuton Drums
Shinji Takeda Saxophone (Words Of Love)
Anis Voice (Masquerade)
Produziert von: Hyde & Kaz Länge: 45 Min 41 Sek Medium: CD
1. Sweet Vanilla6. Masquerade
2. Hello7. Midnight Celebration
3. Words Of Love8. Shining Over You
4. Horizon9. Fruits Of Chaos
5. Prayer10. Hideaway

Der Japaner Hyde war früher Sänger bei einer J-Rockband namens L' ARC-EN-CIEL und ist seit 2001 solo unterwegs. Für sein bereits 2003 in Japan veröffentlichte und jetzt, dank Brainzone, die mit Gan-Shin Records ein Label für die rockmusikalischen Erzeugnisse aus Nippon gegründet haben, auch hierzulande problemlos erhältliches Album "666" griff er erstmals auch zur Gitarre.
Das ganze Konzept ist offensichtlich auf den internationalen Markt ausgerichtet, so jedenfalls erklären sich die englischen Titel (in denen Englisch mit Japanisch vermischt wird) und die Produktion, die sich doch erheblich an mitteleuropäischen oder amerikanischen Hörgewohnheiten zu orientieren sucht.

Das finde ich persönlich recht schade, denn irgendwo geht dadurch doch einiges an Herkunft und Identität, quasi an den Wurzeln von Hyde verloren, dem es hier doch spürbar an Eingeständigkeit und unverwechselbarer Handschrift mangelt. Tatsächlich könnte die Musik, die da aus den Boxen tönt, auch von irgendeiner belgischen, französischen, schottischen oder auch ungarischen Rockband stammen. Auch die stilistische Ausrichtung wirkt unentschlossen bis beliebig und pendelt zwischen mainstreamigem, gelegentlich auch härterem Rock und mitunter recht süßlichem Pop (Shining Over You), der schon gefährlich nahe am Erträglichen entlangschrammt.
Die Bandbreite reicht gewissermaßen von den SIMPLE MINDS bis hin zu den SISTERS OF MERCY, gerne ein bisschen zartdunkel gefärbt, mitunter auch mit ein paar Nu Metal-Versatzstücken, aber eher handzahmere Sachen Marke LINKIN PARK als spannend-kantiges wie bei den frühen KORN oder gar SYSTEMS OF A DOWN. Teilweise wirkt das sogar, als habe man eigentlichen Popsongs ein Rockmäntelchen übergestülpt, da der J-Rock, auch dank des Manga- und Animebooms gerade mächtig am Durchstarten ist.

Leider fehlt Hyde dann auch das richtige Händchen für erinnerungswürdige Kompositionen oder unwiderstehliche Songideen, so dass doch vieles im Mittelmaß hängen bleibt. So lässt sich der Verdacht nicht entkräften, dass Hyde ein hübscher Junge ist, der auch eine edel gestaltete Homepage sein eigen nennt, aber bei dem die musikalische Substanz dem äußeren Erscheinungsbild nur wenig gleichzusetzen hat. Aber das ist vielleicht auch ein wenig die Crux von manchen Visual Kei-Acts, dass ein spektakuläres Design über dem gehaltvollen musikalischen Ausdruck steht. Dass es auch anders geht, beweisen grandiose Bands wie MUCC. Hyde hingegen kommt doch etwas zu leichtgewichtig gefällig und damit letztlich gesichtslos daher.

Ralf Stierlen, 12.12.2005

 

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