I See Hawks In L.A.

Shoulda Been Gold 2001-2009


CD-Review

Reviewdatum: 07.03.2010
Jahr: 2009
Stil: Country Rock

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Redakteur(e):

Michael Masuch


I See Hawks In L.A.
Shoulda Been Gold 2001-2009, American Beat Records, 2009
Rob WallerLead Vocals, Acoustic Guitar
Paul LacquesGuitars, Lap Steel, Dobro, Vocals
Paul MarshallBass, Vocals
Shawn NourseDrums, Percussion
Brantley KearnsFiddle, Mandolin, Vocals
John ZirbelPedal Steel
Cody BryantBanjo
Richie LawrenceAccordion
Danny McGoughOrgan, Celeste
Carla OlsonVocals
Vic KoelerUpright Bass
Tommi FunderburkBacking Vocals
Produziert von: Rob Waller & Paul Lacques Länge: 78 Min 56 Sek Medium: CD
01. Sexy Vacation10. The Salesman
02. Shoulda Been Gold11. Midnight In Orlando
03. Humboldt12. Soul Power
04. Byrds From West Virginia13. Hope Against Hope
05. Raised By Hippies14. Wonder Valley Fight Song
06. Bossier City15. Grapevine
07. Highway Down16. I See Hawks In L.A.
08. Texarcanada17. The Mystery Of Live (Live)
09. Laissez Le Bon Temps Roulet

"Shoulda Been Gold" ! Wer sich mit solch einem selbstbewussten Titel weit aus dem Balkon hängt (oder sollte man Gatter sagen?), weiß entweder seine musikalischen Meriten genauestens einzuschätzen oder ist nur ein Blender, wobei sich nach dem ersten Hören diese Verdachtsmomente in Wohlgefallen auflösen. Die in Europa praktisch unbekannten I SEE HAWKS IN L.A. gründeten sich Ende der 90er Jahre und veröffentlichten bereits vier Platten, die aktuellste davon "Hallowed Ground" von 2008.

Musikalisch bewegen sich die Jungs stil-und geschmackssicher im Haifischbecken der POCOS , NEW RIDERS OF THE PURPLE SAGE oder auch der unvermeidlichen NITTY GRITTY DIRT BAND, die schon so manche Band geprägt haben. Bei Sexy vacation und Raised by Hippies shuffled sich das Schlagzeug munter durch den Song und wenn sich dann noch die Lapsteel jubilierend einmischt, geht selbst der Line Dance resistenteste Cowboy schon mal im Kopf die Tanzschritte durch.
I SEE HAWKS IN L.A. haben auch keinerlei Berührungsängste, mehrstimmige herzzereissende Lagerfeuerballaden mit zarter Mandolineneinlage wie bei Byrd from West Virginia zu spielen, wo jeder Cowboy gedankenverloren ins Feuer stiert und den Refrain heimlich mitgrummelt. ISHILA vermitteln einfach, meist mit mehrstimmigem satten Gesang, perfektes Country Feeling, das sich durchaus routiniert und auch spielfreudig, aber niemals langweilig oder plagiierend darstellt. Mal lassen sie das Banjo mit flinken Fingern bei Salesman dominieren, mal spartanischer mit Akustikgitarre und etwas Pedal Steel und Accordion genügt es ihnen bei Hope against Hope.
Großes musikalisches Midtempo-Kino steuert Carla Olson als Sangesmuse bei, die Bossier City oder auch das englisch/französische Cajun-hafte Laissez Les Bon Temps Roulet mit spielfreudigem Akkordion und Fiddle zu einem grandiosen Duett werden lässt.

ISHILA vermitteln problemslos perfektes Country Rock Feeling, kommen dankenswerterweise ohne das 'Fünf-Kaugummis-im-Mund-Singen' aus und haben über die Jahre eine bemerkenswerte Reife im mehrstimmigen Gesang entwickelt. Wollte man unbedingt eine musikalische Schublade für die Band öffnen, könnte man sie neuzeitlich problemlos in die RECKLESS KELLY oder SONS OF BILL Schublade stecken. Als Leckerli einer gut abgestimmten 15 Songs Werkschau bescheren uns die Jungs noch zwei unveröffentlichte Songs: I See Hawks in L.A. als Demoversion, sowie einen Live-Song namens The Mystery of Live, den sie bisher (warum auch immer) versteckt hielten.
Allein von der Songwritingqualität wünscht man den Jungs, endlich mal einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu werden, dann sollte der Albumtitel "Shoulda Been Gold" in absehbarer Zeit kein Wunschtraum bleiben.

Michael Masuch, 06.03.2010

 

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