In Extremo

Wir werden niemals knien

( English translation by Google Translation by Google )

Buch-Review

Reviewdatum: 25.04.2012
Jahr: 2012
Stil: Mittelalter Rock
Verlag: Riva Verlag, München

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Redakteur(e):

Martin Schneider


In Extremo
Wir werden niemals knien, Riva Verlag, München, 2012
von: In Extremo mit Wolf-Rüdiger Mühlmann
ISBN: 978-3-86883-211-2
Umfang: 250 Seiten
Preis: 19,99 € zzgl. Versandkosten

Es gibt unterschiedlichste Ansätze die Geschichte einer Band nachzuzeichnen. Wolf-Rüdiger Mühlmann entführt den Leser in die wechselhafte Vergangenheit der Mittelalterrocker IN EXTREMO, indem er skizzenhaft Anekdoten aneinander reiht.

Nach einem kurzen - und wohl nur für intime Kenner der ostdeutschen Szene nachvollziehbaren - Abriss der ersten musikalischen Gehversuche der Spielleute hangelt sich der Autor chronologisch voran. Tourneen und Festivalauftritte geben die grobe Struktur vor. Die Studioaufenthalte zur Produktion der Erfolgsalben werden an geeigneter Stelle angerissen und mit einigen bemerkenswerten Fakten und Hintergrundinformationen zu einzelnen Kompositionen gewürzt. Am erstaunlichsten ist, wie chaotisch eine Band dieser Größenordnung agieren kann und der Laden trotzdem läuft.

Die Sprache ist geradlinig, bisweilen gar flapsig, was es leicht macht mit dem Gefühl ein heimlicher Beobachter zu sein in die Szenen einzutauchen.

Schnell wird deutlich, dass Mühlmann selbst ein hingebungsvoller Anhänger der Formation ist. Ein ums andere Mal wäre es wünschenswert den Sachverhalten mit größerer Distanz und Objektivität zu begegnen und über die rosarote Fanbrille hinweg zu schielen. Konflikte mit der ehemaligen Bandbetreuerin Doro Peters und den Szenekollegen von TANZWUT und SUBWAY TO SALLY werden doch sehr einseitig in ein gut-böse Schema gepresst, wobei zu jedem zünftigen Händel bekannter weise zwei Streithähne gehören.

"Wir werden niemals knien" ist weniger um sachliche Informationen bemüht sondern will in erster Linie ein unterhaltsames Lesebuch sein. Dies gelingt ausgezeichnet und es kostet gehörige Überwindung den knapp 300-seitigen Schmöker vorzeitig wieder aus der Hand zu legen.

Das Buch wird mit seinem unangepassten Stil der rebellischen Ader der Band mehr als gerecht, lässt aber vieles vermissen, was zu einer amtlichen Biographie zwingend dazu gehört. Zumindest eine ausführliche Discographie und ein tabellarischer Abriss der wichtigsten Karrierestationen solle als Anhang drin sein.

Martin Schneider, 22.04.2012

 

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