Ina Forsman

Been Meaning To Tell You

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 15.01.2019
Jahr: 2019
Stil: Soul, Blues, R&B
Spiellänge: 48:38
Produzent: Mark Kazanoff

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Plattenfirma: Ruf Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Blues Caravan

Titel
01. Be My Home
02. Get Mine
03. All Good
04. Genius
05. Whatcha Gonna Do
06. Why You Gotta Be That Way
 
07. Miss Mistreated
08. Figure
09. Who Hurt You
10. Every Single Beat
11. Chains
12. Sunny
Musiker Instrument
Ina Forsman Lead and Backup Vocals
Red Young Piano, Keyboards
Brannen Temple Drums & Percussion
Laura Chavez Guitar
Chris Maresh Electric & Upright Bass
The Texas Horns Brass
Alice Spencer & Mark „Kaz“ Kazanoff Backup Vocals
Jay Stiles Synthesizer, Keyboards

2016 legte Ina Forsman ihr selbstbetiteltes und vielbeachtetes Debütalbum bei Ruf Records vor und konnte auf der BLUES CARAVAN-Tour im gleichen Jahr auch auf der Bühne überzeugen.

Dass sie auf der anstehenden BLUES CARAVAN-Tour in so kurzer Zeit erneut Teil des Line-Ups ist, spricht für die Wertschätzung, die man ihr beim umtriebigen Label entgegenbringt. Im Gepäck hat sie dabei ihre neue Scheibe, die mit fast der gleichen Besetzung, wie das Debüt, eingespielt wurde. Also wieder mit Laura Chavez an der Gitarre und Mark Kazanoff als Produzent und mit seinem TEXAS HORNS für die bläsertechnische Soundfülle zuständig.

Das Album scheint mit Be My Home etwas arg ruhig zu beginnen. Nur zu zarten Piano-Tönen beginnt die Sängerin ihren Vortrag. Doch da zeigt sich schon die Klasse von Ina: Vom fast zaghaften, arg lässigen, fast gesprochenen Text, “arbeitet“ sie sich langsam in den Song. Eine Orgel untermalt dezent und Ina steigert sich mit der Zeit immer mehr, direkt gospelmäßig schwingt sie sich immer mehr auf und einsetzende Chor vermittelt in der Tat ein “Church-Feeling“. Das hätte in der Tat länger als diese drei Minuten gehen dürfen.

Aber es kommen ja noch ein paar Minuten. Get Mine geht deutlich forscher zur Sache und kommt ungeheuer funky, während die Sängerin zwischen gerappten Vocals, denen man kaum folgen kann, und einem sehr souligen Gesang wechselt. Das groovt wie die Hölle und dürfte so ziemlich jede Hüfte in Schwingungen versetzen. Auch Laura Chavez Beitrag, mit funky Riffs und heißer Wah-Wah-Gitarre soll gewürdigt werden, ebenso wie Red Youngs hervorragendes, sehr nach 70‘s klingendes Piano-Solo.

Auch All Good klingt sehr nach den 1970er Jahren und nach dem jazzigen Blues und R&B der Großstädte. Sehr passend das Bläser-Solo. Beeindruckend, wie wandlungsfähig die Sängerin mit ihrer Stimme ist. Das klingt für so eine junge Künstlerin schon sehr, sehr ausgereift!

Für ihr Selbstbewusstsein spricht auch, dass sie alles Songs selbst geschrieben hat. Genius pulsiert genial, Laura Chavez liefert eine raue Blues-Gitarre zum funky Beat und Ina Forsman pusht mit ihrem Gesang die Nummer vorwärts.

Auch Watcha Gonna Do ist ein Beispiel für Inas flexiblen Gesang. Soulig, mit beachtlichem Volumen, mit einer – oft unterschwelligen – Power, die permanent die Aufmerksamkeit des Hörers fesselt. Man kann sich schon richtig vorstellen, wie das auf der Bühne abgehen muss.

Auch Why you gotta Be That Way groovt absolut cool, mit einem gewissen Jam-Charakter, der den Musikern kleine Solo-Spots ermöglicht. Besonders Red Young an den Tasten und Chris Maresh am Bass wissen dies zu nutzen.

Einen Slow-Blues, wie Miss Mistreated braucht‘s natürlich auch, und der kommt auch richtig gut. Tolle Orgel, tolle und sehr passende (leider etwas kurze) Gitarrensoli von Chavez und eine Sängerin die sich richtig intensiv in diese Nummer reinsteigert. Schade, dass die so bald ausgeblendet wird.

Intensiv, das passt auch zu Figure, nur zu Piano und sachten Orgeltönen vorgetragen. Ich will da jetzt nicht gleich Größen wie Janis Joplin ins Spiel bringen, aber die Leidenschaft von Ina geht schon manchmal in deren Richtung.

Every Single Beat transportiert uns nach Süd-/Mittelamerika und und fordert mit seinem Rhythmus unnachgiebig zu Bewegungen, die den meisten diesseits des Atlantiks Gelenkbeschwerden bescheren dürften.  Vielleicht versucht man sich dazu besser an ein paar Bongos. Groovt jedenfalls wieder grandios und hat die typischen Piano-Klänge.

Während uns Chains, mit seinem Jungle-Beat und seinem massiven Background-Chor nochmal Richtung Gospel und jazzigen R&B bringt, beendet Ina Forsman das Album komplett alleine. Rein a capella präsentiert sie das bluesige Sunny und beweist damit erneut ihre Klasse und Selbstsicherheit. Wenige Künstler – besonders zu diesem frühen Zeitpunkt ihrer Karriere – trauen sich so eine Nummer und überzeugen auch noch so gekonnt. Ina Forsman sollte man nicht aus den Augen verlieren.

 

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