Incubus

Light Grenades


CD-Review

Reviewdatum: 28.11.2006
Jahr: 2006

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Incubus
Light Grenades, Epic Records/Sony BMG, 2006
Brandon Boyd Vocals & Percussion
Michael Einziger Guitar, Piano, Rhodes & String Arrangement
Ben Kenney Bass & Vocals
Jose Pasillas Drums
Chris Kilmore Turntables, Organ, Piano, Mellotron & Theremin
Produziert von: Brendan O' Brien Länge: 47 Min 44 Sek Medium: CD
1. Quicksand8. Oil And Water
2. A Kiss To Send Us Off9. Diamonds And Coal
3. Dig10. Rogues
4. Anna Molly11. Paper Shoes
5. Love Hurts12. Pendulous Threads
6. Light Grenades13. Earth To Bella (Part 2)
7. Earth To Bella (Part 1)

Neues aus Kalifornien von den Jungs um Brandon Boyd. Nachdem Anna Molly schon geraume Zeit im Internet Verbreitung gefunden hat, ist nun der neueste Longplayer am Start. Wurde ja auch allmählich mal wieder höchste Eisenbahn, datiert der Vorgänger "A Crow Left Of The Murder" aus dem Jahre 2004. Gab man sich dort musikalisch etwas hitziger und textlich sehr politisch, kehren INCUBUS auf "Light Grenades" mitunter zu den Anfängen zurück, um sich gleichzeitig vorsichtig weiterzuentwickeln. Dies geschieht, in dem man die eigenen Stärken nochmals nachhaltig gebündelt hat und in Sachen Songwriting sicherlich das reifste Werk der Bandgeschichte ablierfert.

Das geheimnisvoll wabernde Quicksand zieht wie ein dunstiger Sonnenaufgang an der Pazifikküste herauf, bevor A Kiss To Send Us Off gewaltig loskickt. Über vielen Songs liegt ein leicht melancholischer Touch, eine Innerlichkeit, wie goldgläzende Patina (Dig, Love Hurts, Paper Shoes oder das Outro Earth To Bella (Part 2)). Aber es gibt auch Reminiszenzen an die nervös-zuckende Crossover-Phase aus den frühen Tagen der Band (Light Grenades) und man rockt wie PEARL JAM es lange nicht mehr zustande gebracht haben (Rogues).

A propos PEARL JAM: produziert wurde das ganze von Brendan O' Brien, der neben der Band um Eddie Vedder auch schon für KORN oder BOB DYLAN tätig war. Man stellt sich also dem ganz großen Publikum, tut dies aber mit intelligentem, klischeefreiem Stoff, der den RED HOT CHILI PEPPERS auf ihren letzten Alben wahrlich zur Ehre gereicht hätte (Oil And Water, Diamonds And Coal, Pendulous Threads).

Ein bisschen kurz kommt diesmal Chris Kilmore mit seinen Turntables, aber da es im Dienste einer guten Sache, nämlich der Songdienlichkeit ist, kann man das verschmerzen, gibt es doch ansosnten noch jede Menge faszinierende Sounds, insbesondere von Michael Einziger und einen wunderbar wnadlungsfähigen Brandon Boyd zu bestaunen. Offenbar ist das beneidenswerte Wetter in Kalifornien doch beflügelnd für die Kreativität, in jedem Falle haben INCUBUS ein vielseitiges, rockiges aber auch sanftes, sonniges aber auch melancholisches Album geschaffen, das ihren Platz ganz weit vorne in der Liga amerikanischen zeitgenössischen Alternative-Rocks (wenn man hier überhaupt noch von "Alternative" sprechen kann, da er längst in den Mainstream Einzug gefunden hat) zementieren wird.

Ralf Stierlen, 28.11.2006

 

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