Iron Maidnem Tribute Band

10 Wasted Years


CD-Review

Reviewdatum: 01.01.2000
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


10 Waisted Years, Nail Records, 2008
Zoltán KissVocals
Zoltán "Töfi" CserfalviGuitar
Mihály BevízGuitar
Béla BorosBass
Gábor KrecsmarikDrums
ron HidvégiKeyboards
Produziert von: Zoltán "Töfi" Cserfalvi Länge: 78 Min 21 Sek Medium: CD
01. Moonchild07. Back In The Village
02. Wasted Years08. Rime Of The Ancient Mariner
03. Deja-Vu09. Infinite Dreams
04. Seventh Son of A Seventh Son10. Sea Madness
05. Revelations11. Run To The Hills
06. Sun And Steel12. Alexander The Great

Wie weit darf man als Coverband gehen? So weit man kommt, würde ich sagen. Und die ungarische IRON MAIDEN Tribute-Band IRON MAIDNEM (mit dem sympathischen Wortspiel "nem" - der ungarischen Verneinung - im Namen) kommt da doch schon sehr weit. Über zehn Jahre weit. Mit der Intention die Songs ihrer Vorbilder live so nah wie möglich am Original zu spielen, hatte sich die Band 1996 gegründet. Jedoch, um gleich noch eine Weisheit aufzutischen, wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Demzufolge kann man, egal wie sehr man es versucht, nicht genauso klingen wie ein anderer Musiker.
Aber die beiden Gitarristen, Cserfalvi und Beviz, haben ihren Adrian Smith-, bzw. Dave Murray-Part schon bestens drauf. Im Booklet ist auch genau vermerkt, welches Equipment benutzt wird und wer welches Solo spielt. Sänger Zoltán Kiss kommt gesanglich mehr in die Nähe eines Ian Gillan, denn eines Bruce Dickinson - das wird schon in Moonchild offenkundig - aber auch er macht einen sehr guten Job und kann auch die gespielte Aggressivität Dickinsons recht gut imitieren.
Ein massiv wichtiges Element für den "Maiden-Sound" ist der Bass von Steve Harris und da wird's halt dann schon problematischer. Béla Boros erweist sich in dieser Hinsicht nicht unbedingt als Hemmschuh, aber wie wichtig der Mann am Instrument und dessen Spieltechnik für den Sound sind, kann man hier mal wieder deutlich hören. Das treibt gut und live funktioniert das sicher gut, aber auf so einem Studioalbum, merkt man schon den Unterschied.
Ähnliches gilt für Drummer Gábor Krecsmarik. Der ist gleichfalls mit genügend Talent gesegnet, um hier mitzuhalten, aber so ganz zum Wasser reichen für Nicko McBrain reichts halt doch nicht. Besonders auffällig im Drum-Roll in Run To The Hills. Aber das ist auch echt eine Ausnahme, denn sonst versteht er es schon, der Frontrow Feuer unter dem Hintern zu machen und eben so wie sein Rhythmuskollege für ordentlich Dampf unter dem Kessel zu sorgen.

So aus ihrem natürlichen Umfeld gerissen, scheinen mir manche Songs ganz neue Facetten zu offenbaren. Wasted Years, z.B., bildet mit den powervollen Speed-Parts und dem fast schon poprockigen Refrain ein interessantes Wechselspiel. Oder Deja Vu. Haben da die SCORPIONS fürs Intro Pate gestanden?
Anspruch dieses Albums war es, Songs aufzunehmen, die MAIDEN selbst nicht oder eher selten live spielen. Also mehr die Komplexen. Anhand der Titel ist schon zu sehen, dass da doch einige "Gassenhauer" mit drauf sind, aber etwas Auflockerung ist ja auch immer ganz wünschenswert. Wie tight und gekonnt IRON MAIDNEM die Songs spielen können, zeigt sich vor allem in den längeren Werken, wie Seventh Son Of A Seventh Son oder Rime Of The Ancient Mariner (hier macht Bassist Béla Boros einiges an Punkten wieder gut!). Also, das macht auch einem Nicht-Metaller Spaß, diesen Werken zuzuhören.
Wer braucht aber jetzt so eine Scheibe? Na, zum Beispiel der, der nicht jede MAIDEN-Scheibe im Schrank hat. Oder der vorhat, sich bald mal diese Band live anzusehen. Oder sie bereits gesehen. Vielleicht sogar beim Jubiläumskonzert zum 10-jährigen Besten, am 13.10.2006 in Budapest. Als IRON MAIDNEM fünf (!) Stunden auf der Bühne standen und bei der Gelegenheit alle (!) Songs von "Number Of The Beast", "Piece Of Mind", "Powerslave", "Somewhere In Time" und "Seventh Son Of A Seventh Son" spielten. Was für eine Leistung.
Also ich empfinde dieses Album als ebenso kurzweilige wie unterhaltsame Angelegenheit und vielleicht hat sogar der ein oder andere MAIDEN-Head mal Lust, seine eigenen Vergleiche anzustellen. Enttäuscht wird, denke ich mal, mit diesem Album niemand. Zweifler können ja auf der Homepage in einige Songs mal reinhören, bzw. sie sich downladen.

Epi Schmidt, 08.02.2009

 

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