Israel Nash Gripka

Barn Doors And Concrete Floors


CD-Review

Reviewdatum: 21.05.2011
Jahr: 2011
Stil: Americana

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Israel Nash Gripka
Barn Doors And Concrete Floors, Continental Song City, 2011
Israel Nash GripkaVocals, Guitars, Harmonica
Steve ShelleyDrums
Joey McClellanElectric Guitars
Eric SwansonBass, Mandolin
Brendan AnthonyMandolin, Fiddle, Guitar
Jason CrosbyHammond Organ, Piano
Aaron McClellanBass
Rich HinmanPedal Steel
Produziert von: Steve Shelley Länge: 48 Min 24 Sek Medium: CD
01. Fool's Gold07. Baltimore
02. Drown08. Red Dress
03. Sunset, Regret09. Black And Blue
04. Goodbye Ghost10. Bellwether Ballad
05. Four Winds11. Antebellum
06. Louisiana

Würde mich jemand fragen, wie sich denn aktuelle Americana anhöre, gäbe ich ihm den Tipp, sich das neue Israel Nash Gripka Album anzuhören. "Barn Doors And Concrete Floors" könnte tatsächlich als Blaupause für traditionell inspirierte Singer-Songwriter-Schule mit Rock- und Country-Einflüssen durchgehen. Nash Gripka orientiert sich wie Heerscharen anderer Americana-Künstler gerne an Vorbilder wie Neil Young oder Gram Parsons, verquickt das Ganze mit einem Gespür für hübsche Hooklines, im Sinne eines gut aufgelegten Ryan Adams und würzt das Ganze mit einer feurigen Kreuzung aus Rolling Stones meet Credence Clearwater Revival Mentalität.

Die stimmlichen Referenzen (Fogerty, Jagger, Adams), die ich in der Rezension seines Debutalbums ("New York Town") zu erkennen glaubte, haben auch weiterhin Bestand, sorgen also für vokalistische Vielfältigkeit, die zwar im engeren Sinne ein Höchstmaß an Individualität vermissen lassen, an deren gutem Unterhaltungswert aber nicht zu rütteln ist. Puristen mögen zwar entgegnen, man könne sich dann doch besser die alten Scheiben der eigentlichen Impulsgeber anhören, doch selbst diese werden ja auch irgendwann langweilig. Da ist es doch schön, wenn junge Künstler die alten Werte derart unverkrampft hochhalten.

Wie gesagt, Mr Gripka verfügt über das liebenswerte Talent einen Song so zu gestalten, dass er einem bekannt vorkommt, ohne gleich im totalen Klischeebrei zu versumpfen. Ohrwürmer wie Fool's gold und Four winds würden sich auf jedem Americana-Sampler gut machen. Und eine charmante Verneigung in Richtung "Exile On Main Street"-Rolling Stones im markanten Louisiana darf man einem jungen Songschreiber wie Gripka wohl kaum übel nehmen.
Sunset, regret besitzt zwar mehr Ryan Adams-Attitüde als der müde gewordene Meister selbst, und Antebellum klingt wie die Coverversion eines Siebziger Jahre Neil Young Songs, dennoch kommt man nicht umhin, Israel Nash Gripka zu einem wirklich gelungenen Album zu gratulieren, das im Zuge eines Blind Date, nicht zuletzt auch wegen des manchmal etwas diffus verhallten Sounds, locker für ein Referenzwerk aus der Blütezeit der goldenen Seventies durchginge. Interessanterweise wurde "Barn Doors" von einem Mann aus einem etwas anderen Umfeld produziert: Steve Shelley von Sonic Youth, der hier zudem auch das Schlagzeug bedient.
Eine Platte, die einem nach ein paar Wochen im Player richtig ans Herz wächst.

Frank Ipach, 21.05.2011

 

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