Ivanhoe

Lifeline


CD-Review

Reviewdatum: 01.09.2008
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Marc Langels


Lifeline, SPV/Silverwolf Productions, 2008
Mischa MangGesang
Chuck SchulerGitarre
Achim WelschGitarre
Richie SeibelKeyboards
Gio SoulasBass
Sebastian BrauchleSchlagzeug
Produziert von: Länge: 51 Min 34 Sek Medium: CD
01. Lifeline06. Time Machine
02. Mad Power07. Finally
03. Schizpphrenic08. You'll Burn
04. Suffering09. Cheops
05. Angels Hologram

Der heldenhafte Ritter aus dem Roman von Sir William Scott leiht nun schon seit mehr als 20 Jahren einer Metal-Band aus Deutschland seinen Namen. Aber hier wird kein Mittelalter-Metal à la IN EXTREMO geboten, sondern klassischer Heavy Metal mit viel Power und einigen progressiven Elementen.

Wurden IVANHOE in den 90er Jahren mit Sänger Andy B. Franck (heute BRAINSTORM) noch als deutsche Antwort auf DREAM THEATER gefeiert, so hat sich die Band spätestens mit den beiden letzten Alben ("Walk In Mindfields" / 2005 und eben "Lifeline") und ihrem neuen Sänger Mischa Mang einigermaßen von diesem Label befreit und schert sich wenig um Kategorien und Schubladen innerhalb der Heavy-Szene. Und da der Sänger-Wechsel nicht geschadet hat (eher ganz im Gegenteil) dürfen sich IVANHOE durchaus Hoffnung darauf machen, mit "Lifeline" endlich weltweit so richtig durchzustarten.

Natürlich bietet auch "Lifeline" wieder Anleihen bei den Prog-Göttern aus New York (insbesondere zu Beginn von Lifeline oder bei den Klasse-Stücken Schizophrenic und Suffering), aber es wäre dennoch vermessen IVANHOE als reines DT-Plagiat abzutun. Zumal IVANHOE auf allzu ausschweifende Instrumental-Passagen verzichten und das Progressive auch eher in den Rhythmus- und Stimmungs-Wechseln als in High-Speed-Soli zur Schau stellen.

Außerdem sind die hörbaren Einflüsse einfach zu breit gefächert (FATE'S WARNING, QUEENSRYCHE, METALLICA) als dass man IVANHOE nur auf eine Band reduzieren könnte. So hat Cheops ein deutliches IRON MAIDEN-Feeling, obwohl der Song rein musikalisch ganz anders angelegt ist. Es ist vielmehr die unterschwellige Atmosphäre, mit dem bombastischen Refrain, in dem sich Mang ganz ausleben kann. Ganz ähnlich zeigt der Sänger auch bei dem sehr emotionalen Angels Hologram seine extrem ausdrucksstarke Stimme in all ihren Facetten. In manchen Passagen erinnert sein Gesang dabei an Ray Alder von FATE'S WARNING. Parallelen zu dieser Band gibt es auch am Anfang von Time Machine.

Gerade mit "Lifeline" gelingt es Sänger Mischa Mang (unter anderem auch bei DREAMSCAPE und diversen Musical-Projekten beschäftigt), den Gitarristen Chuck Schuler und Achim Welsch, Keyboarder Richie Seibel, Bassist Gio Soulas und Schlagzeuger Sebastian Brauchle sich als eigenständige Band (eben ohne "klingen so ähnlich wie DREAM THEATER""-Beschreibungen) zu etablieren. Zudem ist "Lifeline" noch ein Stück besser als das ebenfalls hervorragende "Walk In Mindfields" von 2005.

Dazu trägt vor allem das durchweg sehr gute bis exzellente Songwriting bei, mit dem IVANHOE Mangs zweiter Band DREAMSCAPE deutlich die Schau stehlen. Wo bei DREAMSCAPE die Lieder eher wie aneinander gereihte Fragmente von Song-Ideen wirken, sind die Lieder von IVANHOE in sich homogener, ohne dabei an Komplexität zu verlieren - ganz im Gegenteil. Auf "Lifeline" reiht sich ein starker Song an den nächsten, so dass Mang seine unbestreitbaren Fähigkeiten noch Gewinn bringender einsetzen kann. Angesichts der Fülle an bezaubernden Melodien, knallharten Gitarren-Riffs, tollen Rhythmen und hymnischen Gesängen ist "Lifeline" ein Metal-Hammer, an dem ein jeder Fan harter Klänge nicht vorbei kann.

Marc Langels, 01.09.2008

 

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