Jason Isbell

Here We Rest


CD-Review

Reviewdatum: 25.04.2011
Jahr: 2011
Stil: Americana

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Jason Isbell
Here We Rest, Blue Rose Records, 2011
Jason IsbellVocals, Guitars
Browan LollarGuitars
Jimbo HartBass
Derry DeborjaKeyboards, E-Piano
Chad GambleDrums
Guests:
Abby OwensVocals
Amanda Pearl ShiresVocals, Fiddle
Produziert von: jason Isbell & 400 Unit Länge: 39 Min 41 Sek Medium: CD
01. Alabama Pines07. The Ballad Of Nobeard
02. Go It Alone08. Never Could Believe
03. We've Met09. Heart On A String
04. Codeine10. Save It For Sunday
05. Stopping By11. Tour Of Duty
06. Daisy Mae

Wenn momentan jemand als musikalischer Indikator für den umfangreichen Blue Rose Katalog hergenommen werden kann, dann wohl Jason Isbell und seine Band 400 Unit. Jason Isbell, ehemals Gitarrist, Sänger und Komponist für die allseits beliebten DRIVE BY TRUCKERS und seit seiner Abkehr aus diesem eher dem Southern-Rock zugewandtem Umfeld auf der Americana-Schiene fahrend, verkörpert mit seinem dritten Soloalbum vieles von dem was die Blue-Rose Künstler ausmacht: eine gehörige Bandbreite aus all jenen Americana-Facetten, die den gewogenen Musikfreund dazu verleiten, den Platten aus dem Blue Rose Stall mehr oder weniger blind zu vertrauen. Seien es nun Singer-Songwriter, Country, Soul, Folk oder Pop- oder Rock-Elemente, musikalische Talente, die nicht zuletzt auf Isbells neuestem Werk "Here We Rest" locker und lässig zum Tragen kommen.

"Here We Rest" ist sicherlich nicht umwerfend oder betörend, sondern schlicht und einfach nur extrem solide, sowie zeitlos gut und zumindest gespickt mit fünf oder sechs tollen Songs, wie z.B. mit dem grandiosen, countryesken Opener Alabama Pines. Ein akustisches Gourmet-Stück erster Güte. Ein Song, der ganz sicher auf jeden Americana-Sampler gehört. Ebenfalls ähnlich gut als Ohrwurm funktionierend: Stopping by.

Die Rock-Attitüde, die Isbell noch zu DBT-Zeiten verkörperte schaut uns bei Go it alone noch ganz scharf und durchdringend an, um in der Folgezeit die Blicke eher in entspannte, teils auch zurückgenommene Singer-Songwriter und auch Southern-Soul Gefilde zu werfen. Da erinnert Jason sowohl bei We've met und erst recht beim folkigen Fingerpicking-Song Daisy Mae an bessere Ryan Adams Zeiten.
Das gefällige Codeine bietet uns mit Fiddle (Gastmusikerin hier: Amanda Pearl Shires), Upright Bass, Mundharmonika und zusätzlichen weiblichen Backing-Vocals einen schunkelnden Einblick auf Isbells countryeske Seite, während man in Jasons Lead Vocals eine Grußbotschaft an alte Steve Earle Tage zu entdecken meint.
Dass der Mann aus Muscle Shoals fähig ist, seiner Südstaaten-Heimat gehörig Tribut zu zollen, zeigt er mit dem groovenden, teilweise an BAND OF HEATHENS erinnernden Never could believe und dem einzigen Fremdstück des Albums: Heart on a string, einem leichtfüßig vor sich hin tänzelden, an Dan Penn und Konsorten gemahnenden Southern-Soul-Song, der so ganz nebenbei auch mal wieder die Vorteile einer perfekt inszenierten Interaktion zwischen E-Piano und Gitarre unterstreicht.

Ein rundum gelungenes Americana-Album, dass ohne viel Aufhebens beweist, dass zeitlos gutes und fundiertes Singer-Songwriter-Handwerk mit den entsprechend fein abgestimmten Zutaten immer seinen Weg ins Herz des Hörers zu finden vermag.

Frank Ipach, 22.04.2011

 

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