Jason Isbell

Something More Than Free


CD-Review

Reviewdatum: 30.07.2015
Jahr: 2015
Stil: Americana

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Redakteur(e):

Holger Müller


Jason Isbell
Something More Than Free, Southeastern Records, 2015
Jason Isbellvocals, guitar
Derry DeBorjakeyboards, mellotron
Amanda Shiresviolin
Sadler Vadenguitar
Jimbo Hartbass
Chad Gumbledrums
Produziert von: Dave Cobb Länge: 43 Min 35 Sek Medium: CD
01. If It Takes A Lifetime07. Something More Than Free
02. 24 Frames08. Speed Trap Town
03. Flagship09. Hudson Commodore
04. How To Forget10. Palmetto Rose
05. Children Of Children11. To A Band That I Loved
06. The Life You Chose

Vielleicht ist es wichtig zu wissen, dass Jason Isbell schon als Mitglied der DRIVE-BY-TRUCKERS einer der besten Songwriter aus dem Süden Amerikas war...

... oder dass er dem Alkohol gerade noch so entkommen ist...

... dass er mit 400 UNIT eine der besten Bands im Rücken hat, die man sich für diese wunderbaren, introspektiven Country-meets-Southern-Roots-Songs vorstellen kann...

... oder dass der 36jährige aus Alabama aus gutem Grund immer wieder mit John Prine verglichen wird... oder auch mit John Mellencamp...

... aber eigentlich reicht es, sich wahllos einige Zeilen aus den 11 Songs seines fünften Albums "Something More Than Free" herauszupicken:

Zeilen wie: "You thought God was an architect now you know, He’s something like a pipe-bomb ready to blow". Oder: "I thought the highway loved me but she beat me like a drum."

Ein Bekenntnis wie: "Every night I dream I’m drowning in the dirt, but I’m lucky to have the work. Sunday morning I’m too tired to go to church but I thank God for the work".

Oder auch: "I'll sleep until I'm straight enough to drive, then decide if there's anything that can't be left behind."

Und dazu eine Stimme, die tieftraurig, warm, melancholisch, verzweifelt und rauchig wie guter Whisky zugleich sein kann. Ein Album, das auf die vielen kleinen und großen Fehlschläge im Leben zurückblickt und zugleich auf einem "steady beat" dahinrollt, der auch die größte Distanz irgendwann überwindet, so wie Isbell seine Dämonen. Und dafür mit Liebe belohnt wird, die in seinem Fall Amanda Shires heißt und mit ihrer Violine das Ganze vergoldet. Ein Album, das nahtlos an den Vorgänger "Southeastern" anknüpft. Ein Album, wie es allenfalls Ryan Adams ab und an noch vollbringt.

Das beste, was der amerikanische Süden in diesem Jahr bisher zu bieten hat...

Holger Müller, 26.07.2015

 

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