Jeff Dernlan

Broadmoor

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 02.09.2006
Jahr: 2006

Links:

Jeff Dernlan Homepage



Redakteur(e):

Frank Ipach


Jeff Dernlan
Broadmoor, Eigenvertrieb, 2006
Jeff Dernlan Vocals, Guitar
Paul Dougherty Guitar, Backing Vocals
Steve Byam Guitars, Steel, Pedal Steel, Resonator
Andy Chilton Bass
Shannon Pollard Drums
Randy Leago Organ, Piano
Pete Donnelly, Todd Barneson Harmony Vocals
Produziert von: Jeff Dernlan & Steve Byam Länge: 33 Min 01 Sek Medium: CD
1. Tumbleweed6. All The Way Around
2. Matter Of Time7. Wireless
3. Smile8. I'll Be With You
4. Next Time Through9. Gentle Wind
5. Far From Home10. Passage

Na, endlich mal wieder ein Americana-Künstler, der seinen Stil mit einem spezifischen Namen belegt. Jeff Dernlan aus Pennsylvania nennt seinen gelungenen, auf traditionellem Songgut aufbauenden Alternative-Country, Gruntry-Rock. Wow, what the hell is this? Nach Dernlans Definition folgendes: "Gruntry is country music performed by a rock band and sung by a yankee who grunts, hollars, or strains, in place of the traditional twang, drawl, or yodell, normally associated country music. Grunters use cheap gear, borrowed equipment and steal their song ideas from Dwight Yoakam, Lucinda Williams, Tom Petty, CCR and The Rolling Stones."

Da hat der gute Jeff eine ziemlich exakt passende Umschreibung seiner Musik geliefert. Da er uns sein Rezept mit einem offensichtlichen Augenzwinkern verrät, verzeiht man ihm seine räuberischen Aktivitäten ohnehin. Sein selbstverlegtes Album "Broadmoor" findet immerhin so viel Gefallen, dass ihn die Reporter der 'Euro-Americana-Chart' auf den 3. Platz des Monats September hievten und ihn, wie Kollege Gerd Stassen von der Ems-Vechte-Welle zu berichten wusste, die Käufer des 'Miles Of Music'-Mailorder in die Riege der bestverkauften Alben der Monate Juli und August beförderten.

Okay, Jeff Dernlan grunzt zwar nicht (wie oben angedeutet), aber eine gewisse fehlende Leichtigkeit im Umgang mit seiner Singstimme lässt sich schon erkennen. Dernlan ist absolut kein Crooner, wie meinetwegen Thad Cockrell oder auch kein 'soulful'-agierender Sänger wie z.B. Darrell Scott, aber steht innerhalb der 'live-im-Studio' aufgenommenen Platte in völligem Einklang mit seinem Bemühen um eine organische, berührende und lebhafte Performance. "Broadmoor" ist eines von diesen völlig ungekünstelten Werken, verzichtet auf Schnick-Schnack und Gimmicks, und lässt den Hörer die ungezwungene Atmosphäre im Studio vollends spüren.
Das können andere Bands sicherlich auch, aber Dernlan schafft es, den Hörer mit einer Handvoll besonders schöner Songs für sich zu gewinnen. Ganz egal, ob er sich wie Tom Petty und Konsorten anhört, denn Querverweise und Reminiszenzen zu den stilbildenden Übervätern finden wir bei jeder Produktion zuhauf. Es kommt nur darauf an, das Diebesgut subtil in seine persönliche Klangwelt einzugliedern.
Der Opener Tumbleweed glänzt z.B. mit der melodiösen Vielfalt einer Gram Parsons/Neal Casal-Kreuzung. Next time through scheint eine ROLLING STONES/Paul Westerberg-Blaupause zu sein. Von dieser schamlos rockigen Attitüde gleitet Dernlan in ein sehnsüchtiges, Pedal-Steel verziertes Far from home, um gleich darauf in ein von feinen Harmony-Vocals aufgepepptes, an Ryan Adams erinnerndes All the way around zu verfallen.

Alles in allem gelingt es "Broadmoor" mit seinem 10-Song-Reigen, den geneigten Roots-Hörer ziemlich mühelos mit all jenen Zutaten zu beglücken, die im Americana-Zirkel häufig genug auf Gegenliebe stossen. Gutes, ehrliches Handwerk mit dem gewissen Händchen für packendes Songwriting plus der einen oder anderen treffsicheren Hookline, die zwar stets auf sattsam bekannten Pfaden wandeln, aber letztlich immer noch zum Ziel führen. Jeff Dernlan bringt uns jedenfalls sicher nach Hause.

Frank Ipach, 02.09.2006

 

(C) 2008 - 2020 by Hooked on Music