Jeff Scott Soto

Damage Control


CD-Review

Reviewdatum: 20.03.2012
Jahr: 2012
Stil: Hard Rock, AOR

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Redakteur(e):

Marc Langels


Jeff Scott Soto
Damage Control, Frontiers Records, 2012
Jeff Scott SotoGesang, Gitarre, Bass & Keyboards
Gastmusiker
Gary SchuttGitarre
Jorge SalanGitarre
Diego ArmelinGitarre
Rodrigo ArmelinGitarre
Joel HoekstraGitarre
Emo MarkovGitarre
Dave MenikettiGitarre
Peter Pac SöderströmGitarre
Alex LlorensGitarre
Roger BenetGitarre
Leon ManciniGitarre
Fernando MainierBass
Nalley PahlssonBass
Henrique BaboomBass
Edu CominatoSchlagzeug
Carlos EspositoSchlagzeug
Casey GrilloSchlagzeug
Mike VanderhuleSchlagzeug
Jamie BorgerSchlagzeug
Joey SotoSchlagzeug
Produziert von: Jeff Scott Soto Länge: 47 Min 46 Sek Medium: CD
01. Give A Little More07. BonaFide
02. Damage Control08. Krazy World
03. Look Inside Your Heart09. How To Love Again
04. Die A Little10. AfterWorld
05. If I Never Let Her Go11. Never Ending War
06. Tears That I Cry

“Damage Control“ – das bedeutet so viel wie Schadensbegrenzung. Um eben jene ist der US-amerikanische Sänger Jeff Scott Soto nach seinem 2010er Werk “Beautiful Mess“ (schönes Durcheinander) bemüht. Denn dieses Werk war auf äußerst gespaltene Reaktionen getroffen und hatte einige Fans doch daran zweifeln lassen, ob Soto noch Rock oder lieber schon Pop machen wolle. Nun heißt es also “Damage Control“.

Dabei fällt auf, dass Soto hier stellenweise dazu tendiert überzukompensieren. Stellenweise kommt das Gebotene doch fast in den Bereich Melodic Metal. Dazu tragen auch die etwas tiefer gestimmten Gitarren bei, die einen mächtigen Druck erzeugen. Dies fällt schon direkt beim Opener Give A Little und dem folgenden Titelstück sowie bei Krazy World und AfterWorld deutlich auf und lässt das Gebotene noch härter klingen.

Aber das passt gut zu der Stimme von Soto, der ja seine Karriere bei Yngwie J. Malmsteen begann und das war auch kein Kuschel-Rock. In diese Richtung dürfte es meiner Meinung nach häufiger gehen. Zumal Soto in einem Interview den Fans zum Kauf der Limited Edition geraten hat, denn diese kommt mit gleich drei weiteren Stücken daher, von denen der Sänger sagte, sie gehörten zu den härtesten, die er bislang aufgenommen hat.

Aber der überwiegende Teil von “Damage Control“ ist doch wieder der etwas traditionellere AOR. Mit Stücken wie Look Inside Your Heart, Die A Little, Tears That I Cry, How To Love Again oder If I Never Let Her Go. Das geht gut ins Ohr, ist gut gespielt und passt in die bisherige Diskographie des Amerikaners. Dabei können aber nicht alle Stücke vollende überzeugen. Gerade ein Song wie If I Never Let Her Go bewegt sich schon in sehr seichten Songwriting-Gewässern, die einem Richard Marx arg nahe kommen. Zum Glück bleibt es aber der einzige richtige Ausfall.

So wie die AOR-Stücke oder so ähnlich hätte wohl eine JOURNEY-CD mit Soto als Sänger geklungen (schließlich hatte er der Band um seinen Ex-SOUL SIRKUS-Kollegen Neal Schon ja auf ausgedehnten Tourneen schon einmal ausgeholfen), zudem weißt das Album schon deutliche Parallelen zum W.E.T.-Album auf, das Soto 2009 mit Mitgliedern von WORK OF ART und ECLIPSE aufgenommen hatte.

Auffällig und überraschend ist generell wie sehr dieses Album von den Gitarren dominiert wird. Wiesen die Stücke früher noch deutlichere Keyboard-Flächen auf, so sind diese hier fast vollständig hinter die Sechs-Saiter zurückgetreten und dürfen nur mal zwischendurch hervorblitzen. Ein deutlicher Fingerzeig für die Richtung des Albums. Denn eines fehlt diesem Album: reinrassige Balladen, wie sie bei allen Soto-Alben bisher zuhauf vorkamen. Einzig BonaFide ist wirklich getragen, hat aber viel Power. Natürlich gibt es außerdem den ein oder anderen schmachtvollen Moment, aber jedes Lied fällt zumindest in die Kategorie Midtempo-Rocker.

“Damage Control“ ist somit wieder solide Kost für AOR-Fans geworden und speziell die von Herrn Soto. Er wagt zumindest auf der vorliegenden regulären CD-Edition keine großen Experimente (da die drei Stücke von der Deluxe Edition ja deutlich härter sein sollen). Vielleicht geht Soto – und mit ihm die Plattenfirma - schon einen Tick zu sehr auf Nummer sicher, denn gerade die härteren Stücke können durchweg überzeugen und auch mal überraschen. Ansonsten bietet “Damage Control“ nicht allzu viel Außergewöhnliches. Und vieles hat man so oder ähnlich schon bei anderen Genre-Bands gehört.

Marc Langels, 17.03.2012

 

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