Jeff Scott Soto

Lost In The Translation Deluxe Edition


CD-Review

Reviewdatum: 12.02.2009
Jahr: 2009
Stil: AOR

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Jeff Scott Soto Homepage



Redakteur(e):

Marc Langels


Lost In The Translation Deluxe Edition, Frontiers Records, 2009
Jeff Scott SotoGesang, Gitarre, Bass, Keyboards & Percussion
Neal SchonGitarre
Howie SimonGitarre & Bass
Gary SchuttGitarre
Alex LlorensGitarre
Glen SobelSchlagzeug
Produziert von: Jeff Scott Soto Länge: 77 Min 42 Sek Medium: CD
01. Believe In Me10. Find Our Way
02. Soul Divine11. Sacred Eyes
03. Drowning12. Dulce Lady
04. If This Is The End13. Turned The Page
05. Lost In The Translation14. As I Do 2 U
06. Doin' Time15. This Ain't The Love
07. High Time16. Lonely Shade Of Blue
08. Beginning 2 End17. Soul Divine (Acoustic)
09. On My Own

Parallel zu seinem viel zu kurzen Intermezzo mit dem All-Star-Projekt SOUL SIRKUS meldete sich der Ausnahmesänger Jeff Scott Soto 2005 mit seinem rockigsten Solo-Album "Lost In The Translation" zurück und bewies der Welt, dass guter Melodic Rock oder AOR definitiv nicht tot sind. Hier wurde exzessiv gerockt, ohne auf die eingängigen Melodien zu verzichten, die Gesangslinien schraubten sich im Gehörgang fest, dass es kein Entkommen gab und die Balladen waren auf den Punkt, ohne schmalzig zu wirken. Kurzum, "Lost In The Translation" ist das perfekte AOR-Album.

Im Gegensatz zum letzten Alleingang "Prism" macht Soto hier auch nicht den Fehler zu sehr auf die langsamen Stücke zu setzen. Hier lockern sie die Rocker nur auf, während auf dem Vorgänger die Rocker eher mal die Phalanx der Balladen durchbrachen. Auf "Lost In The Translation" werden dem exquisiten Opener Believe In Me erst einmal zwei ebenso starke Rock-Nummern nachgeschoben, ehe der Hörer (oder die Hörerin) bei If This Is The End kurz durchschnaufen darf.

Aber natürlich schreibt Soto auch weiterhin superbe Balladen, die auch hier nicht zu kurz kommen. So gehört das bereits erwähnte If This Is The End zu den sträflich vernachlässigten großen Rock-Balladen. Anstatt zum 100.000.000sten Mal Always oder Bed Of Roses zu spielen sollten die Radiomacher mal lieber dieses Stück in ihre Rotation aufnehmen. Der Hörer würde es ihnen danken.

Gerade aber die Rock-Songs weisen hier eine noch höhere Qualität als zuvor auf "Prism" auf. Zudem ist die Gitarren-Arbeit einmal mehr hervorragend. So muss man über Neal Schon (JOURNEY), der auf Believe In Me die Gitarre spielt kaum noch Worte verschwenden. Er gehört zu den Größen der Szene. Aber es ist schon etwas überraschend, wie locker die anderen Gitarristen Howie Simon, Gary Schutt und Alex Llorens dieses hohe Niveau halten können. Sie alle spielen starke aber auch knackig-kurze Soli, die immer perfekt zum jeweiligen Song passen.

Bei diesem Album nur einen oder ein paar wenige Songs als Anspiel-Tipps zu nennen ist unmöglich, jeder Song ist eine Entdeckung wert. Die Balladen gehen unter die Haut, die Rocker stecken voller Emotionen. Jedem Hörer wird sicherlich ein anderes Stück erwähnenswert erscheinen, so dass man in diesem Fall 17 Anspieltipps bei 17 vorhandenen Liedern erhält. Eine solche Quote weisen nicht viele Alben auf.

Die Frage, ob man sich die Deluxe Edition zulegt oder doch lieber die reguläre Version irgendwo ersteht, muss einmal durch die Qualität Bonus-Tracks entschieden werden. Hierbei schlägt das Pendel ganz eindeutig in Richtung der Deluxe Version aus. Die hier gebotenen 5 Zusatz-Stücke können das Niveau des Albums ganz klar halten. Turned The Page hätte eigentlich schon auf dem Original erscheinen müssen. Warum dieser coole Rock-Song nur für Japan bestimmt war, müsste Soto all den Fans erklären, die darauf fast vier Jahre warten mussten (oder gar teures Geld für den Import gezahlt haben). Es bleibt aber der einzige Rocker unter den Bonus-Tracks. As I Do 2 U klingt schon was Machart und Melodie anbelangt ein wenig zu frappierend nach Forever von KISS. Da dieses Lied aber auf dem sträflich vernachlässigten Album "Hot In The Shade" veröffentlicht wurde, dürften es wohl die wenigsten Rock-Fans kennen. So kann Soto wenigstens für sich reklamieren, sich zu einer wunderbaren Ballade inspiriert haben zu lassen. Daran schließt das ebenso traumhafte This Ain't The Love und das akustischen Shade Of Blue an und dem Hörer wird deutlich, dass Soto Balladen der Extraklasse einfach schon fast zu locker aus dem Ärmel schüttelt. Klar, dass er sie dann auch veröffentlichen will (ja, eigentlich muss). Als Abschluss stellen Soto und seine Band bei der Akustik-Version von Soul Divine unter Beweis, dass die Rock-Songs auch in der "stripped-down" Version verdammt gut funktionieren und herrlich grooven. Auf diese Bonus-Stücke sollte kein Fan gut gemachter Rockmusik verzichten.

"Lost In The Translation" ist ein AOR-Album der Spitzenklasse, das sich vor Vergleichen mit den Meisterwerken von BON JOVI, JOURNEY oder EUROPE nicht scheuen braucht. Die CD hat keinen einzigen schwachen Song, mehr Abwechslung als manche Werke der gerade genannten Herren und ist daher eine absolute Kauf-Empfehlung für Anhänger der Musikrichtung und jeden, der gute Rockmusik liebt.

Marc Langels, 13.02.2009

 

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