Jeff Scott Soto

Prism Deluxe Edition


CD-Review

Reviewdatum: 12.02.2009
Jahr: 2009
Stil: AOR

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Jeff Scott Soto Homepage



Redakteur(e):

Marc Langels


Prism Deluxe Edition, Frontiers Records, 2009
Jeff Scott SotoGesang, Gitarre, Bass, Keyboards, Percussion & Trompete
Howie SimonGitarre & Background Vocals
Gary SchuttGitarre
Alex LlorensGitarre
George BernhardtGitarre
Mikos ScarbacciGitarre
Jody WhitesideGitarre
Jay MichaelGitarre & Bass
Brian YoungGitarre
Steve AcostaGitarre
Anthony PapaBass
Michael ScottBass
Doug McRoyBass
Sam IsanogudKeyboards
Alex PapaSchlagzeug
Glenn HughesGesang
Rebecca Penrose-SotoCowbell
Produziert von: Jeff Scott Soto, Serafino Perugino & Michael Robinson Länge: 78 Min 46 Sek Medium: CD
01. Eyes Of Love10. By Your Side
02. Heaven Knows11. Don't Walk Away
03. Don't Come Easy12. Good Love
04. Don't Wanna Say Goodbye13. 2012
05. I Want To Take You Higher14. Send Her My Love
06. Holding On15. Again 2 Be Found
07. 2 Late 4 Goodbyes16. Stand Up
08. Till The End Of Time17. 4 U
09. How Long

Jeff Scott Soto gehört ohne Frage zu den besten und ausdrucksstärksten Sängern im Bereich Hard-Rock / AOR. Um so eine größere Schande ist es, dass vermutlich die wenigsten Freunde dieser Musikrichtung jemals von dem Amerikaner gehört haben. So dürfte Soto den meisten als der Sänger bekannt sein, der die beiden ersten Platten des schwedischen Gitarren-Gottes Yngwie J. Malmsteen besungen hatte. Auch mit seiner Band TALISMAN konnte sich Soto leider nur in Insider-Kreisen einen exzellenten Ruf erarbeiten. In Deutschland dürften ihn zudem einige von seiner Zusammenarbeit mit dem "deutschen Ritchie Blackmore" Axel Rudi Pell kennen. Aber für eines stand Soto schon immer: hohe musikalische Qualität.

Mit "Prism" wagte Soto ein zweites Mal (nach "Jeff Scott Soto Presents The Love Parade") den Schritt zum Solo-Künstler und bietet dabei AOR der Spitzenklasse. Unterstützt wird er dabei von einer exzellenten Backing-Band, die vor Spielfreude nur so strotzt. Die Gitarristen belegen, dass man sich nicht Koryphäen wie Steve Lukather oder Neal Schon ins Studio holen muss, um ein erstklassiges AOR-Album abzuliefern. Howie Simon, Gary Schutt und Alex Llorens stehen den Göttern in nichts nach und verzieren die Songs mit sehr passenden und ansprechenden Soli.

Songs wie Eyes Of Love oder Heaven Knows sollten in keinem ernstzunehmenden Rock-Radio fehlen. Aber auch die Balladen erfüllen die höchsten Anforderungen. Aber das absolute Highlight dieser CD ist die Cover-Version von I Want To Take You Higher, bei der Soto stimmgewaltige Unterstützung von Glenn Hughes (ehemals DEEP PURPLE und BLACK SABBATH) erhält. Wer bei diesem Song noch ruhig sitzen bleiben kann ist bereits klinisch tot. Hier wird gerockt, gegroovt und gejammt bis die Wände vor guter Laune wackeln.

Einzige Schwachstelle der CD ist die hohe Dichte an Midtempo-Stücken und Balladen. Alleine sechs der zunächst elf veröffentlichten Stücke dürften den Kuschel-Rockern besser gefallen als den Hard-Rockern. Dabei könnte ich aber auch nicht sagen, welchen der langsameren Songs Soto hätte vom Album runternehmen sollen, sie wissen alle zu überzeugen. Zumal sie ausgezeichnet zu seiner Stimme passen.

Das Missverhältnis zu Gunsten der Balladen wird noch dazu vergrößert, da ausgerechnet mit 2 Late 4 Goodbyes eines der rockigen Stücke den einzigen schwächeren Song des Albums darstellt. Wobei ich direkt einschränkend hinterherschicken will, dass das Stück gar nicht so schlecht ist (da haben wir schon Schlimmeres gehört), aber es fällt qualitativ doch deutlich ab und wirkt eher konstruiert. Das Riff kann nicht überzeugen und der Refrain wird am Ende doch ein wenig zu häufig wiederholt.

Soundtechnisch wurde bei der Deluxe Edition von "Prism" nicht nachgefeilt, das hatte das Original-Album auch nicht nötig. Stattdessen war das Label Frontiers Records so freundlich und packte gleich fünf Bonus-Tracks drauf. Und diese rechtfertigen den Kauf auch für diejenigen, die das Original bereits im Schrank stehen haben. Schon das erste Zusatz-Stück Good Love weiß zu überzeugen, erinnert es ein wenig an eine Mischung aus Easy und QUEEN. Es wurde aber bereits auf dem Live-Album "Live At The Gods 2002" als Bonus veröffentlicht, von daher bietet es erst Mal nichts Neues. 2012 ist hingegen eine Akustik-Gitarren-Ballade mit leicht südamerikanischem Touch und war bislang der Bonus-Track für die japanische Version von "Prism". Send Her My Love schließt auf fast dieselbe Weise daran an und erinnert musikalisch etwas an Richard Marx aber auf wesentlich höherem Niveau. Aber die wahren Highlights unter den Bonus-Tracks sind die beiden Live-Songs Again 2 Be Found und Stand Up hier zeigt Soto eindrucksvoll a) wie gut er rocken kann und b) was für ein begnadeter Sänger er auf der Bühne doch ist. Diese hätten genauso gut auf "JSS Live At The Gods" veröffentlicht werden können. Zum Abschluss serviert Soto mit 4 U noch eine fast Prince-artige Ballade. Dabei klingt er überraschend ähnlich wie der kleine Magier des Soul und R&B.

"Prism" sei also allen empfohlen, die ihren AOR mit einer hohen Balladen-Dichte mögen. Langweilig wird das Album zu keinem Zeitpunkt und schlechte Songs sucht man hier sowieso vergeblich. Das kann der gute Mann mit der überragenden Stimme einfach nicht.

Marc Langels, 13.02.2009

 

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