Jim Diamond

Souled And Healed

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 06.03.2005
Jahr: 2005

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Jim Diamond Homepage



Redakteur(e):

Frank Ipach


Jim Diamond
Souled And Healed, Hypertension Music, 2005
Jim Diamond Vocals
Robbie McIntosh, Gareth Mouton, Keith Ashcroft Guitars
Winston Blissett Bass
Paul Birchall Keyboards
Ian Thomas Drums
Snake Davis Saxophone
Produziert von: Paul Birchall & Jim Diamond Länge: 41 Min 19 Sek Medium: CD
1. This Is America6. A Million Miles
2. Blue Shoes7. Nothing Sweeter
3. When You Turn8. Rhythm Of The Radio
4. When You Lose Yourself9. Strangers
5. Loving You Is Sweeter Than Ever10. The Last Time

Wenn man sich mal den Artist-Roster der Hamburger Firma "Hypertension Music" anschaut, begegnen einem reichlich Namen von Künstlern von denen man annahm, sie seien längst aus dem Musikgeschäft ausgestiegen. Hypertension scheint als Auffangbecken für ehemalige Stars und Hitlieferanten, insbesondere der 80er Jahre, zu dienen. Da stösst man auf mehr oder weniger vertraute Strategen wie Paul Brady, Colin Hay (ex-MEN AT WORK), Gerry Rafferty, Midge Ure (ex-ULTRAVOX), THE BLUES BAND und eben auch auf einen gewissen Jim Diamond.

Ehrlich gesagt, konnte ich mit dem Namen zunächst auch nicht allzu viel anfangen, bis ich in Diamonds Vita auf den Namen "Ph.D." stiess. Way back in the 80's... Da war doch was? Genau, I won't let you down, ein Riesen-Radiohit in ganz Europa.
Ph.D., der Zusammenschluss von ausgebufften Musikern der Jeff Beck Band, namentlich Tony Hymas (Keyboards) und Simon Phillips (Drums), die es Mitte des erwähnten Jahrzehnts gemeinsam mit Diamond auf immerhin zwei erfolgreiche Gold-Alben brachten. Die im Anschluss gestartete Solokarriere Jim Diamonds bescherte dem Schotten mit der markanten Quengelstimme einen ebenfalls europaweiten Mega-Hit mit I should have known better.
Doch was nützen die einstigen Hit-Meriten, wenn in der Zwischenzeit mehr oder weniger künstlerische Funkstille herrschte und Diamonds Name 2005 nicht mehr als ein verständnisloses Schulterzucken hervorruft.
Diamond muss sich quasi neu beweisen. Die damaligen Fans sind natürlich auch mitgealtert, aber ob sie ihm nach wie vor die Stange halten, wird sich mit dem brandneuen Opus "Souled and healed" zeigen.

Hatte sich Diamond seinerzeit schon mit Haut und Haaren dem Pop-Mainstream verschrieben, zeigt er sich auf seinem aktuellen Werk nicht minder mainstreamig, nicht weniger angepasst als vor zwanzig Jahren.
Die damalige Keyboard-Dominanz ist zwar zu Gunsten einer etwas zeitgemässeren Gitarren-Präsenz gewichen, doch die absolut opulenten, teilweise leicht überfrachteten Songarrangements und mitunter recht banal daherkommenden Titel mit Allerweltslyrik, hauen im Grunde in dieselbe Kerbe wie damals. Ein gefundenes Fressen für das neuzeitliche Format-Radio.
Zwar verfügt Diamond über kompetente Mitstreiter, wie den Gitarristen Robbie McIntosh (Norah Jones, Paul McCartney, THE PRETENDERS) und den Saxofonisten und Co-Autoren Snake Davis (M-PEOPLE), aber eine unverwechselbare Einzigartigkeit, eine treffsichere Songauswahl jenseits der sattsam bekannten Mainstream-Strukturen lässt sich kaum ausmachen.
Diamonds markantes Stimmorgan, das immer wieder an einen anderen Briten namens Feargal Sharkey erinnert, setzt sich als einzige Konstante durch und bewahrt das schlingernde Schiff vor dem drohenden Untergang. Letztendlich klingen aber die meisten Songs austauschbar, lassen die nötige Tiefe vermissen und beschwören im schlimmsten Falle eine, wenn auch unfreiwillige, Nähe zu Weichspül-Artisten wie Chris de Burgh (z.B. A million miles).

"Souled and healed" wird dem eher anspruchslosen Musikkonsumenten zwar die eine oder andere gemütliche Viertelstunde bei Kaffee und Kuchen verschönern oder den Small-Talk bei der nächsten Tupper-Party unaufdringlich verzieren, dem unentwegt nach gehaltvoller Kunst suchenden Musik-Freak allerdings nur ein müdes Lächeln abringen. Für Hooked-On-Music-Leser dürfte diese Scheibe wohl absolut entbehrlich sein.

Frank Ipach, 06.03.2005

 

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