Jim Gilmour

Great Escape


CD-Review

Reviewdatum: 08.02.2007
Jahr: 2006

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Redakteur(e):

Kay Markschies


Great Escape, ProgRock Records, 2006
Jim Gilmour Keyboards & Vocals
John Bianchini Guitars
Roger Banks Drums
Christian Simpson Drums (Lost Along The Way, Killarney Sunrise & Radiant Lake)
Corrina Tofani Additional Vocals
Produziert von: John Bianchini & Jim Gilmour Länge: 57 Min 18 Sek Medium: CD
1. No Sign6. Radiant Lake
2. Algonquin7. Carden Isle (Piano Improv)
3. Lost Along The Way8. Wasteland
4. Killarney Sunrise9. Canoe Do It?
5. The Northwind10. Last Portage

Um es gleich vorweg zu nehmen: Wer generell ein Problem mit Instrumental-Scheiben hat, der kann sich getrost dem nächsten Hooked On Music-Artikel widmen. Jim Gilmour hat auf seinem zweiten Soloalbum nämlich nur die Hälfte der Songs mit Texten versehen.
Immerhin ein Fortschritt, wenn man bedenkt, dass das Debut-Soloalbum des SAGA-Keyboarders noch durchweg ohne Worte auskam.
Die Wandlung, die Jim Gilmour zwischen beiden Scheiben durchgemacht hat, ist frappierend. Kam "Instrumental Encounters" noch sehr verträumt und Keyboardstreicher-lastig daher, so überrascht "Great Escape" durch zum Teil sehr rockige Songs, knackige Drums, treibende Beats und fette Gitarren.
Die Streicher-Sounds sind - wenn überhaupt - in den Hintergrund getreten und überraschenderweise hat sich Jim wieder auf das gute alte Piano besonnen, das bei vielen Songs Grundlage der Melodien und Solos ist. Stilistisch pendelt sich "Great Escape" im Progressive Rock der 80er Jahre ein, bedient sich aber immer wieder bei anderen Stilrichtungen.

Der Opener No Sign z.B. beginnt als straighter Rocksong, driftet zwischenzeitlich Richtung SPOCK'S BEARD ab, um dann im Solopart Jazz- und Fusionelemente einzusetzen. Trotz dieser Stilwechsel fängt der Songs jedoch nie an zu nerven.
Bei den Instrumentals Algonquin , Killarney Sunrise und Radiant Lake fühlt man sich in die Zeit der ARD-Serie "Super Drumming Special" zurückversetzt. Falls die Serie noch einmal neu aufgelegt werden sollte, wäre Herr Gilmour wirklich eine Bereicherung für das Team.
Lost Along The Way und The Northwind sind eher ruhige Stücke, bei denen Jims relativ helle Stimme gut zur Geltung kommt. Die Entscheidung, Corrina Tofani für die Background Vocals anzuheuern, finde ich mehr als gelungen. Insbesondere der Refrain von The Northwind treibt einem fast die Tränen in die Augen.
Mit Carden Isle gibt es dann noch eine reines Piano-Stück, wie man sie zum Teil in ähnlicher Form von SAGA-Platten kennt.
Den Abschluss des Albums bilden schließlich Canoe Do It? und Last Portage, die in etwa die gleiche Richtung wie No Sign einschlagen.

Kommen wir zum Fazit: Mir persönlich hat "Great Escape" wesentlich mehr Spass gemacht, als die SAGA-Veröffentlichungen der letzten paar Jahre. Irgendwie versprühen Jims Eigenkompositionen wesentlich mehr Herzblut als die Songs auf "Trust" oder "Network".
Instrumental-Hasser werden aber - wie schon im Eingangssatz erwähnt - mit der Platte nicht glücklich werden.

Kay Markschies, 08.02.2007

 

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